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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Inklusion als Menschenrecht

Datum 03.12.2020

Am 3. Dezember ist internationaler Tag der Menschen mit Behinderung. Schleswig-Holstein fördert Projekte zur Barrierefreiheit mit 15 Millionen Euro.

Der Wocheneinkauf oder eine Fahrt mit dem Bus –­ was für viele Menschen Alltag ist, stellt für Menschen mit Behinderung oftmals eine große Herausforderung dar. Darauf will der internationale Tag der Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Seit 1993 findet er jährlich am 3. Dezember statt. Weltweit finden an diesem Tag Aktionen mit und für Menschen mit Behinderungen statt.

15 Millionen Euro für Barrierefreiheit

Doch mit Aufmerksamkeit alleine sei es nicht getan, betonte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dirk Schrödter, in seiner Videobotschaft zu einer Informationsveranstaltung der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen in Henstedt-Ulzburg: "Wir wollen auch Lösungen anbieten und Pläne schmieden." Inklusion sei nicht nur ein Gebot der Solidarität, sondern ein Menschenrecht, sagte Schrödter.

Deswegen habe die Landesregierung ihren Fonds für Barrierefreiheit von 10 auf 15 Millionen Euro aufgestockt und darüber hinaus einen Entwicklungsfonds eingerichtet, der Wohnen und Arbeiten in den Innenstädten kinderfreundlich und barrierefrei gestalten soll. Ein einzelner Weihnachtsmarkt der Werkstätten, eine nachträglich installierte Rollstuhlrampe oder ein Aufkleber in Brailleschrift – das seien nicht mehr als gute Anfänge für eine vollständige Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung. "Was wir brauchen, sind durchdachte, integrierte Konzepte, die auch das Fachwissen der Menschen mit Behinderungen einbeziehen", erklärte der Chef der Staatskanzlei. Das Land habe daher 2019 mit dem Fonds für Barrierefreiheit ein Förderprogramm eingerichtet, das innovative und durchdachte Ansätze zur Barrierefreiheit unterstütze.

Portraitfoto Dirk Schrödter

Solche Vorhaben anzugehen ist kein Geschenk, das wir einer kleinen Gruppe machen, wenn gerade etwas über ist. Sondern es ist eine notwendige gemeinsame Entwicklung, mit der wir unsere Gesellschaft insgesamt vielfältiger und reicher machen.

Dirk Schrödter

101 geförderte Projekte

Insgesamt wurden bereits 101 Vorhaben in den unterschiedlichsten Bereichen unterstützt und teilweise umgesetzt. Mit dem Fonds fördert das Land beispielsweise Umbauten wie Rollstuhlrampen oder behindertengerechte Toilettenanlagen, aber auch verschiedene Initiativen und spannende Projekte, die das Thema "Barrierefreiheit" in die Öffentlichkeit tragen. Eines befindet sich beispielsweise auf dem Klimadeich in Nordstrand. Dort können Menschen mit und ohne Behinderung die Aussicht genießen – dank eines "sprechenden Fernrohrs". Ein fest montiertes Fernrohr "spricht" mit den Benutzer:innen und beschreibt den Ausblick, der sich durch die Linse bietet. Das Projekt wurde damals mit 13.200 Euro gefördert. Weitere Informationen zum "sprechenden Fernrohr"

Auch der blinde Kommunalpolitiker Dr. Carsten Dethlefs aus Heide setzte sich für die Barrierefreiheit ein. Mit den Fördergeldern finanzierte er einen Dokumentarfilm zur politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Gesamten Film bei Youtube ansehen

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Behindert ist, wer behindert wird

Seit 2009 können sich Menschen mit Behinderung mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UNBRK) auch auf ein verbindliches Regelwerk stützen. In Schleswig-Holstein leben etwa 573.000 Menschen mit einer Behinderung. Etwa 346.000 von ihnen gelten als schwerbehindert.

Die UNBRK formuliert einen neuen Denkansatz in der Behindertenpolitik: Im Vordergrund stehen nicht mehr individuelle, sondern gesellschaftliche Beeinträchtigungen. Körperliche, geistige oder psychische Einschränkungen werden in erster Linie als ein persönliches Merkmal verstanden. Erst durch zu hohe Bordsteine, Ampeln ohne Audiosignale oder zu schwere Sprache werden Menschen "behindert".

Der Chef der Staatskanzlei betonte, dass nur alle Menschen gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnten, wenn Hürden abgebaut würden – "in der Planung, beim Bauen, in Schulen und Hochschulen, am Arbeitsplatz und in unseren Vorstellungen".

Nächste Förderrunde ab Januar

Die Bewerbungsfrist für die nächste Förderperiode des Fonds für Barrierefreiheit startet im Januar 2021. Anträge können dann bis zum 1. April eingereicht werden.

Online-Antrag auf Gewährung einer Zuwendung aus dem Fonds für Barrierefreiheit

Alle bereits umgesetzten Projekte sind auf einer interaktiven Karte zusammengefasst.

Übersicht der umgesetzten Projekte

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