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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Friesische Kultur für die Ohren

Datum 19.10.2020

Seit zehn Jahren ist der friesische Rundfunksender "Friisk Funk" auf Sendung – Ministerpräsident Günther hat auf Föhr seine Glückwünsche überbracht.

"Die lebendige Mischung des Friisk Funk ist einzigartig. Eine Sendung, die so erfolgreich friesische Sprache belebt und ihr so viel Gehör verschafft, ist heute nicht mehr wegzudenken", sagte der Regierungschef zur Jubiläumsfeier auf dem Weingut Waalem in Nieblum auf Föhr. Aus dem Experiment Friisk Funk von damals sei ein Erfolg geworden. "Für das Land kann ich sagen: Wir wollen, dass der Friisk Funk weiterläuft", betonte er.

Dank an die Unterstützer

Der FriiskFunk bietet jeden Morgen zwei Stunden ein breit gefächertes Programm – von aktuellen Nachrichten aus dem Sendegebiet bis hin zu Wissenswertem über die Kultur der Friesen. An den Radiosendungen sind sowohl professionelle Redakteur:innen als auch Schüler:innen beteiligt, die ihre Beiträge mithilfe von sechs mobilen Studios, sogenannten "Radiokisten" produzieren. Günther dankte der Ferring-Stiftung und ihren Unterstützern, die die friesische Sprache stärken. Ein großes Dankeschön ging auch an den Offenen Kanal Schleswig-Holstein: "Vor allem das Mitmachen und Mitgestalten ist Ihr Kernbereich. Dadurch wird es wirklich ein Programm von den Menschen für die Menschen vor Ort."

Friesische Kultur fördern

In Schleswig-Holstein zählen sich rund 50.000 Menschen zur friesischen Volksgruppe. Die meisten von ihnen leben an der Westküste, auf den nordfriesischen Inseln und auf Helgoland. Die nordfriesische Sprache ist eine der am wenigsten verbreiteten Sprachen in Europa: Nur rund 10.000 Menschen beherrschen sie, etwa doppelt so viele können sie verstehen.

Gelb-schwarzer Ortswegweiser mit deutschen und friesischen Namen Zweisprachiger Ortswegweiser (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Seit 2016 gehören zweisprachige Straßenschilder zum Alltag in Nordfriesland. © Wirtschaftsministerium

Gemeinsam mit den friesischen Verbänden wollen die Landesregierung und der Landtag die friesische Sprache und Kultur wieder stärker im Alltag der Menschen in der Region verankern. So weisen beispielsweise seit 2016 zweisprachige Straßenschilder den Weg, außerdem fördert das Land den Friesisch-Unterricht in Kitas sowie an Grund- und weiterführenden Schulen. Erst im Mai hatte das Kabinett die Förderung von Regional- und Minderheitensprachen in Kitas verlängert: Bis 2022 stehen damit pro Betreuungsgruppe bis zu 2.000 Euro zur Verfügung, wenn die Kita die dänische, friesische oder niederdeutsche Sprache fest in ihr pädagogisches Konzept integriert. Weitere Informationen

Umfangreiche Förderung

Im Januar 2020 beschloss der Landtag die Einrichtung einer Stiftung für die friesische Volksgruppe, im August kam der Stiftungsrat zu seiner ersten Sitzung zusammen. Das Gremium soll künftig Kunst und Kultur, Sprache, traditionelles Brauchtum sowie die Erforschung der friesischen Sprache und Geschichte fördern und stärken. Dazu verwaltet und verteilt es die Fördermittel von Bund und Land, die bislang direkt vergeben wurden. Der überwiegende Anteil dieses Geldes fließt an das Nordfriisk Instituut, das seit 1965 die nordfriesische Sprache, Geschichte und Kultur erforscht. Weitere Informationen

Brauchtum im Alltag leben

Forschung und Fördergelder allein könnten die friesische Kultur nur festigen, nicht aber lebendig halten, sagte der Ministerpräsident: "Dazu müssen Bräuche, Geschichten und vor allem Sprache im Alltag präsent sein und gelebt sowie gesprochen werden." Das Radioprogramm belebe die friesische Sprache und verschaffe ihr Gehör. "Das ist nicht mehr wegzudenken. Ich gratuliere dem Friisk Funk daher sehr herzlich zum zehnjährigen Bestehen."

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