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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Museum neu erleben

Datum 28.05.2020

Die Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen haben zwei spannende digitale Projekte in Kiel vorgestellt.

"Museen haben seit jeher eine besondere Bedeutung für die Gesellschaft – für jeden einzelnen von uns. Nirgendwo sonst können wir Geschichte, Archäologie, Kunst und Kultur authentischer erleben", sagte Guido Wendt, Kaufmännischer Vorstand und Geschäftsführer der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen bei der Präsentation in Kiel. "Im digitalen Zeitalter besteht eine unserer spannenden gesellschaftlichen Aufgaben aber auch darin, eine Brücke zu schlagen zwischen dem, was war, und dem Hier und Jetzt", erklärte Wendt weiter. Konkret bedeute das für Museen, Besuchern mittels neuer Technologien zu völlig neuen Erlebnissen zu verhelfen – multimedial, interaktiv und individuell nutzbar. Zum Auftakt haben die Landesmuseen zwei beeindruckende virtuelle Rundgänge freigeschaltet.

Ein interaktiver Besuch des Gottorfer Globus

Der erste führt die Besucher nach Schleswig zum Gottorfer Globus (www.gottorfer-globus.de). Um 1640 planten der wissenschaftsliebende Herzog Friedrich III. und sein legendärer Hofmathematiker Adam Olearius dort den Bau eines "Wunderwerks der Wissensvermittlung" – das weltweit erste Planetarium. Die Entstehungsgeschichte können sich die Besucher seit vergangenem Jahr im Museum in einem liebevoll gezeichneten 360-Grad-Film anschauen. Nun wird das sechsminütige Virtual-Reality (VR)-Erlebnis von einem interaktiven Rundgang durch den Gottorfer Globus ergänzt, den die Landesmuseen seit heute auf ihrer Internetseite präsentieren.

Beide Angebote ersetzen nicht das eigentliche Besuchserlebnis vor Ort, sondern wollen vielmehr die Neugierde wecken, den Globus zu erkunden und darüber hinaus auf unterhaltsame Weise Wissen über die Astronomie im 17. Jahrhundert vermitteln. Die Umsetzung war nur möglich, weil das Land die Museen im Rahmen eines Förderprojektes mit 120.000 Euro unterstützt hat. "Die digitale Darstellung von Kunst und Kultur wird immer wichtiger. Die Museen können mit ihren digitalen Angeboten rund um die Uhr zusätzliche Angebote anbieten und die Besucherinnen und Besucher neugierig machen auf die Schätze, die wir bei uns im Land haben“, betonte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dirk Schrödter. Der virtuelle Globus auf Schloss Gottorf sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Geschichte mit digitalen Instrumenten sichtbar gemacht und für jeden erreichbar sein könne. Daher sei es wichtig, dass auch Kultur und Digitalisierung immer weiter zusammenrücken. Umgesetzt wurde die Anwendung unter der Regie von Ulf Eberspaecher von der Firma C4 Berlin Ideas and Experience GmbH

Virtueller Rundgang durch Sonderausstellung im Jüdischen Museum

Der zweite virtuelle Rundgang nimmt die Besucher mit in die aktuelle Sonderausstellung des Jüdischen Museums in Rendsburg (www.jmrd.de). Unter dem Titel "Gerettet, aber nicht befreit" erzählt die Schau 75 Jahre nach Kriegsende von bewegenden Schicksalen der Überlebenden der Shoah in Schleswig-Holstein. Der dreidimensional gescannte Ausstellungsrundgang, den Dataport in enger Abstimmung mit Museumsleiter und Kurator Jonas Kuhn erstellt hat, bietet nicht zuletzt Schulklassen die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Ausstellungsthema auseinander zu setzen und sich auf den Museumsbesuch vorzubereiten.

Digitale Zeitmaschine und Zeitzeugenportale

Die Digitaloffensive der Landesmuseen geht weit über diese zwei neuen Angebote hinaus. Die Museen planen nicht nur den Aufbau eines YouTube-Kanals (Landesmuseen.TV) sondern auch die weitere Digitalisierung aller Exponate, mit dem Ziel, sie den Besuchern im Netz zugängig zu machen. Mehr als 200 Ausstellungsstücke des Museums für Kunst und Kulturgeschichte sind schon jetzt unter www.museen-sh.de im Netz zu bewundern.

Das ist aber noch lange nicht alles, die Museen planen noch zahlreiche weitere Projekte: "Wir konkretisieren aktuell Ideen für eine weitere VR-Anwendung rund um das Nydamboot, eine digitale Zeitmaschine und Zeitzeugenportale – um all das für die Vermittlungsarbeit unserer Museen nutzen zu können", erklärte Guido Wendt. Nicht zuletzt haben die Landesmuseen aufgrund der Corona-Pandemie ein Online-Reservierungssystem für das Wikinger-Museum Haithabu beauftragt, um Besuchern lange Wartezeiten zu ersparen.

Video: Der Gottorfer Globus

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