Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Land stoppt Tourismus

Datum 17.03.2020

Ab dem morgigen Mittwoch dürfen Touristen Schleswig-Holstein nicht mehr betreten – das hat die Landesregierung am Dienstagnachmittag beschlossen.

Ministerpräsident Daniel Günther stellte die neuen Regelungen gemeinsam mit Oppositionsführer Ralf Stegner, Finanzministerin Monika Heinold sowie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz vor. Er habe den Eindruck, die Menschen zeigten großes Verständnis für die bislang getroffenen Vorkehrungen, sagte der Regierungschef.

Tagestourismus wird ausgesetzt

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz kündigte an, Reisen aus touristischem Anlass seien ab Mittwoch untersagt. Dies könne kontrolliert und ordnungsrechtlich durchgesetzt werden. Darüber hinaus würden alle touristischen Beherbergungsbetriebe, darunter Hotels und Campingplätze, aber auch Yacht- und Sportboothäfen geschlossen. Alle Touristen seien verpflichtet, ihre Unterkünfte bis zum 19. März zu verlassen.

Restaurants bleiben geschlossen

Ebenfalls geschlossen bleiben alle gastronomischen Betriebe im Land – Ausnahmen gelten nur für Liefer- und Abholservices. In den vergangenen Tagen habe sich gezeigt, dass insbesondere in den Tourismushochburgen an Nord- und Ostsee Cafés und Restaurants zu hoch frequentiert gewesen seien, sagte der Minister. Deshalb habe sich die Landesregierung entschlossen, die Gastronomie noch stärker einzuschränken, um Tagestouristen keine Anreize zu bieten.

Grundversorgung bleibt gesichert

Ministerpräsident Günther betonte, die Landesregierung stelle die Versorgung der Menschen mit allen lebensnotwendigen Dingen sicher. Darum blieben Lebensmittelläden, Drogerien, Apotheken und weitere Geschäfte geöffnet. Alle anderen Einzelhandelsgeschäfte bleiben allerdings ab Mittwoch bis zum 19. April geschlossen.

Video zur Pressekonferenz

Hilfsprogramm angekündigt

Das Land betrachte die derzeitige Lage als eine außergewöhnliche Notsituation, sagte Finanzministerin Monika Heinold. Deshalb werde der Landtag der Landesregierung morgen die Genehmigung erteilen, Kredite in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro aufzunehmen. "Große Herausforderungen brauchen starke Antworten", sagte die Ministerin. Das Land sei voll handlungsfähig und wolle nun die Menschen und Unternehmen unterstützen, die durch die Corona-Epidemie in Existenznot gerieten.

Heinold dankte den Frauen und Männern in den Krankenhäusern, bei der Polizei, im Ehrenamt, aber auch an den Supermarktkassen für ihr großes Engagement: "Allen, die helfen, ein dickes und von Herzen gemeintes Dankeschön!" Sie erlebe in diesen Tagen, wie viele Menschen sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgingen. "Allen anderen möchte ich sagen: Nehmt eure Eigenverantwortung wahr – wir werden es nur gemeinsam schaffen."

Anschlussregelungen für die Kinderbetreuung

Auch für den Rest der Woche kündigte Ministerpräsident Daniel Günther eine Notfallbetreuung für Schulkinder der Klassenstufen 1 bis 6 an. Insgesamt sei aber festzustellen, dass nur wenige Eltern die Notbetreuung in Anspruch nähmen, sagte der Regierungschef.

Distanz wahren, Leben retten

Die Landesregierung wolle es den Menschen weiterhin ermöglichen, das Haus zu verlassen und an die frische Luft zu gehen, sagte Günther. Ausgangssperren seien derzeit nicht geplant. Das Ziel müsse aber weiterhin sein, die Infektionsketten zu unterbrechen, betonte der Ministerpräsident. "Deshalb meine herzliche Bitte: Meiden Sie Menschenansammlungen und gehen Sie lieber dorthin, wo wenige Menschen sind."

Landesverordnung

Ersatzverkündung (§ 60 Abs. 3 Satz 1 LVwG) Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein vom 17. März 2020

Teilen: