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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Medienlandschaft im Wandel

Datum 04.07.2019

In der Landesvertretung in Berlin hat Staatssekretär Schrödter mit zahlreichen Experten über die Medienlandschaft von Morgen diskutiert.

Die Medienlandschaft unterliegt einem Wandel: Seit Jahren sinken die Auflagen von Tageszeitungen, gleichzeitig gewinnen soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder YouTube immer mehr an Einfluss.

Welche Konsequenzen sich daraus für die Mediennutzung ergeben, hat der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dirk Schrödter, nun mit zahlreichen Experten in Berlin diskutiert. Unter ihnen waren auch der Direktor des Leibniz Instituts für Medienforschung, Professor Wolfgang Schulz, der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Europäisches Medienrecht, Professor Mark Cole und die ARD-Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab.

Transparenz und Medienbildung stärken

"Neue Medien und Kommunikationskanäle machen den Weg frei für mehr Meinungsvielfalt", sagte der Staatssekretär. "Das ist uneingeschränkt zu begrüßen und absolut positiv zu bewerten." Die Mechanismen von sozialen Netzwerken oder Suchmaschinen wie Google hätten jedoch eine zunehmende Bedeutung für die Meinungsvielfalt.

So legten Unternehmen selbst die Kriterien fest, mit denen sich Beiträge auf ihren Plattformen finden ließen. Das müsse jedem Bürger immer bewusst sein, gab der Staatssekretär zu bedenken. Es brauche mehr Transparenz und intensivere Medienbildung, um diese Mechanismen stärker ins Bewusstsein zu rücken. "Unser Leitbild muss der mündige Medienbürger sein", betonte Schrödter.

Portraitfoto Dirk Schrödter

Unser Leitbild muss der mündige Medienbürger sein.

Dirk Schrödter

Pressefreiheit schützen

Es bleibe die Aufgabe des Staates, auch künftig eine Vielfalt an Medien-Angeboten zu sichern, sagte der Staatssekretär. Wenn Fernsehen oder Radio zunehmend die Chancen des Internets nutzten und soziale Netzwerke eine immer größere Bedeutung erlangten, müsse die Gesellschaft neue Wege finden, mit dieser Entwicklung umzugehen. Dabei seien staatliche Eingriffe in die Meinungsfreiheit entschieden abzulehnen.

Unternehmen in die Verantwortung nehmen

Wichtig sei, dass die großen Unternehmen im Internet ihre Verantwortung wahrnehmen und sich auf gemeinsame Spielregeln verständigten. Diese könnten zum Beispiel auf eine freiwillige und nachhaltige Selbstkontrolle hinauslaufen, etwa nach dem Vorbild des Deutschen Presserates, sagte Schrödter. "Wer von der Rundfunk- und Meinungsfreiheit Gebrauch macht, muss sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung und Wirkung bewusst sein", betonte er.

Plattformen ohne wirtschaftliche Interessen

Auch ARD, ZDF und Deutschlandradio spielten bei der Sicherung der Vielfalt eine wichtige Rolle, sagte der Staatssekretär. "Wir brauchen auch künftig einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk als unabhängige Plattform für ein breites Informationsangebot, das keinen wirtschaftlichen Interessen folgt."