Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Vielfalt erhalten

Datum 14.09.2018

Der Minderheitenbeauftragte Callsen wirbt vor Vertretern der Minderheiten für mehr Plattdeutsch-, Friesisch- und Dänischunterricht an den Schulen.

Vier Menschen stehen zusammen und unterhalten sich. Johannes Callsen (l.) im Gespräch mit Heinrich Thies (Fehrs Gilde). Im Hintergrund tauschen sich Heike Volkerts (Friisk Funk) und Dr. Jörn Biel (SHHB) aus. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Johannes Callsen (l.) im Gespräch mit Heinrich Thies (Fehrs Gilde). Im Hintergrund tauschen sich Heike Volkerts (Friisk Funk) und Dr. Jörn Biel (SHHB) aus. © Staatskanzlei

Sprache ist maßgeblich mit der eigenen Identität und Kultur verknüpft - umso mehr, wenn die eigene Muttersprache nicht mit der aus Alltag, Verwaltung oder Medien übereinstimmt. Als solche werden Minderheitensprachen inzwischen seit zwei Jahrzehnten durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen des Europarates geschützt. Zu Feierlichkeiten anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens kamen am Donnerstag rund 70 Vertreter der Minderheiten auf Einladung des Minderheitenbeauftragten Johannes Callsen nach Kiel.

Schulisches Angebot erweitern

"Ich freue mich, dass die Landesregierung meinem Vorschlag gefolgt ist und die Fortschreibung des Handlungsplanes Sprachenpolitik in ihr Arbeitsprogramm aufgenommen hat", sagte Callsen auf der Veranstaltung. Konkret sollten beispielsweise im Bildungsbereich neue Spielräume gefunden werden, um das Angebot von Plattdeutsch, Friesisch und Dänisch an Schulen zu erweitern sowie das Lehrmaterial zu ergänzen. Er bedankte sich bei den Gästen für ihr langjähriges Engagement für die Minderheiten: "Sie alle setzen sich in den Verbänden für den Erhalt und die Förderung unserer Regional- und Minderheitensprachen ein. Dafür möchte ich Ihnen allen auch im Namen von Ministerpräsident Daniel Günther sehr herzlich danken."

Vielfalt führt zu Toleranz

Callsen betonte die Bedeutung der Sprachencharta für den echten Norden. Für Schleswig-Holstein als Land mit einzigartiger Sprachenvielfalt sei deren Ratifizierung ein Meilenstein gewesen: "Niederdeutsch, Dänisch und Friesisch sowie Romanes wird von vielen Menschen in unserem Land als 'ihre' Sprache empfunden." Es sei wichtig, diese Vielfalt lebendig zu erhalten. "Sprache lebt davon, dass sie gesprochen wird. Nur so geben wir sie an die nächste Generation weiter. Das Verständnis für die Sprachenvielfalt in Schleswig-Holstein öffnet den Horizont zur Offenheit und Toleranz zu anderen Sprachen."

Umfangreiche Förderung

Im Rahmen des Handlungsplanes Sprachenpolitik unterstützt die Landesregierung insgesamt 34 Vorhaben zum Schutz und der Chartasprachen. Dazu gehört beispielsweise die finanzielle Förderung von Sprachzentren und Kultureinrichtungen, etwa des Niederdeutschen Bühnenbundes, aber auch die Entwicklung von Konzepten zur Stärkung des Friesischunterrichtes sowohl an Grund- als auch weiterführenden Schulen. Erst in diesem Jahr wurde eine Honorarprofessur für Minderheitenforschung an der Europa-Universität neu eingerichtet, außerdem bezuschusst das Land unter anderem die Arbeit des Nordfriesischen Instituts und des Südschleswigschen Vereins.