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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Günther auf Sommerreise

Datum 15.08.2018

Flugzeuge made in SH, Prothesen aus dem 3D-Drucker und Hochseerettung auf dem Festland: An Tag 3 hat der Ministerpräsident die Westküste besucht.

Vier Männer stehen vor einem Kleinflugzeug Werksbesuch in Bredstedt: Ministerpräsident Daniel Günther (l.) zu Besuch bei Breezer Aircraft. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Werksbesuch in Bredstedt: Ministerpräsident Daniel Günther (l.) zu Besuch bei Breezer Aircraft. © Staatskanzlei

Der Schiffsbau ist in Schleswig-Holstein gelebte Tradition. Aber nur wenige wissen, dass im echten Norden auch Flugzeuge gebaut werden. In Bredstedt fertigt die Firma Breezer Aircraft seit fast 20 Jahren Sport- und Kleinflugzeuge. Grund genug für Ministerpräsident Daniel Günther, den einzigen Luftfahrtgeräthersteller im Norden im Rahmen seiner Sommerreise zu besuchen.

Handgefertigtes Flugvergnügen

Jedes Jahr produzieren die 22 Ingenieure, Mechaniker und Techniker bis zu 25 Maschinen. Dabei setzen sie vollständig auf Eigenregie: Alle Maschinenteile stellt die Firma selbst her – aus Spezialaluminium, das auch von den großen Luftfahrtunternehmen wie Airbus verwendet wird. Nur die Motoren und Propeller stammen aus fremder Produktion.

Familiärer Kundendienst

Darüber hinaus warten und reparieren die Mitarbeiter verkaufte Flugzeuge und bieten eine Flugschule auf dem Firmengelände an. "Breezer Aircraft beweist, dass die Westküste noch so viel mehr kann als Windkraft", sagte Günther im Anschluss an sein Besuch. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren gleich zweimal den landesbesten Auszubildenden gestellt. "Das spricht für Ihre Ausbilder", lobte Günther.

Hightech aus dem ländlichen Raum

Zwei Männer stehen vor einem 3D-Drucker. Unternehmensgründer Philipp Barluschke (l.) führte den Regierungschef durch seine Werkstatt. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Unternehmensgründer Philipp Barluschke (l.) führte den Regierungschef durch seine Werkstatt. © Staatskanzlei

Nur wenige Kilometer entfernt hatte der Regierungschef den Unternehmer Philipp Barluschke besucht. Seit seiner Geburt fehlt diesem der rechte Unterarm. Die Behinderung inspirierte den Mann aus Struckum zu einer besonderen Unternehmensgründung – 2016 hob er BarluParts3D aus der Taufe. Gemeinsam mit seinem Kollegen Felix Wietzke stellt er passgenaue und weiche Armprothesen her – im 3D-Drucker.

Lohnende Investition

Bis zur Marktreife im Jahr 2017 hatte Barluschke drei Jahre in die Entwicklung der Prothesen investiert. Mit Erfolg: Im Sommer 2017 gewann er mit seiner Erfindung den Gründer-Slam-Wettbewerb des IT-Unternehmens Jimdo und setzte sich damit gegen mehr als 3.000 Bewerber durch. Ministerpräsident Daniel Günther besuchte die beiden Unternehmer an ihrem Firmensitz in Bredstedt.

Vorbild für andere

"BarluParts3D steht für die Innovationskraft des ländlichen Raums", sagte Günther. Hier zeige sich deutlich, dass die Digitalisierung ein Treiber für Existenzgründung sei. "Wir brauchen mehr solcher Vorzeigeunternehmen – jung, innovativ und gesellschaftlich relevant."

Hochseerettung auf dem Festland

Ein Mann im Anzug unterhält sich mit zwei Männern in Rettungswesten. Im Maritimen Trainings-Centrum machte sich der Ministerpräsident ein Bild der Trainingsszenarien. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Im Maritimen Trainings-Centrum machte sich der Ministerpräsident ein Bild verschiedener Trainingsszenarien. © Staatskanzlei

Am Vormittag hatte der Regierungschef das Aus- und Fortbildungszentrum auf dem GreenTEC Campus in Enge-Sande (Kreis Nordfriesland) besucht. Hier trainieren Mitarbeiter von Windparks und Rettungsdiensten sowie Schiffsbesatzungen für den Ernstfall. Das Unternehmen simuliert unter anderem Schiffbrüche, Hubschraubereinsätze sowie Feuerbekämpfung im Windpark.

Fahrt mit dem Robo-Bus

Der elf Hektar große Gewerbepark war 2012 errichtet worden – auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots. Heute arbeiten rund einhundert Menschen auf dem Gelände - und damit mehr, als jemals Soldaten hier stationiert waren. Mit Teststrecken für Elektro-Autos, Forschungsprojekten zum Autonomen Fahren und einer eigenen Strom-Marke ist der Standort zu einem Sinnbild des Erfindergeists in Schleswig-Holstein geworden.

Bei einem Rundgang über den Campus ließ sich Günther eines der zukunftsweisendsten Projekte vorstellen, den sogenannten "nachfragegesteuerte autonom fahrende Bus" (NAF-Bus). Er soll in Zukunft selbstständig Passagiere von A nach B bringen – nach dem Prinzip eines Taxis: Die Fahrgäste fordern den Bus per App an und werden direkt an ihrem Standort abgeholt. Am gewünschten Haltepunkt steigen sie aus und der Bus sucht sich eine Elektrotankstelle, einen Parkplatz oder macht sich auf den Weg zum nächsten Passagier. Mit dem selbstfahrenden Elektro-Kleinbus ging es für den Regierungschef in das nahegelegene Trainingszentrum.

Realistisches Überlebenstraining

Eine Rettungsinsel bei hohem Seegang Trainieren unter realistischen Bedingen – eine Rettungsinsel treibt im großen Wasserbecken des Maritimen Trainings-Centrums. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Trainieren unter realistischen Bedingen – eine Rettungsinsel treibt im großen Wasserbecken des Maritimen Trainings-Centrums. © OffTEC

In vier Ausbildungshallen simulieren die rund 30 Mitarbeiter des Unternehmens verschiedene Situationen. Im OffTEC Field stehen beispielsweise sechs Windkraftanlagen mit Hubschrauberlandeflächen für Rettungsübungen bereit, im Brandschutztrainingszentrum lernen Mitarbeiter von Windparks, was bei einem Feuer zu tun ist. Die technischen Bestandteile von Windrädern und deren Bedienung stehen in der dritten Ausbildungshalle im Vordergrund, dem Technologietrainingszentrum.

Im vierten Trainingsbereich, dem Maritimen Trainings-Centrum von OffTEC, verfolgte Günther eine Übung zum Überleben auf See. In einem 15 mal 23 Meter großen und 5,5 Meter tiefen Wasserbecken lassen sich hier verschiedene Trainingsszenarien darstellen, etwa ein Schiffbruch oder ein Hubschrauberabsturz. Um das Training besonders realistisch zu gestalten, lässt sich die Halle komplett abdunkeln, während eine Wellenmaschine mehr als zwei Meter hohe Wellen erzeugt.

Im Anschluss an seinen Besuch zeigte sich der Regierungschef beeindruckt. Das Aus- und Fortbildungszentrum bündele die wichtigsten Beratungsdienstleistungen, Lehrgänge und Sicherheitstrainings für die Windenergie- und die maritime Branche an einem Standort. Er habe sich gefreut, einen persönlichen Eindruck zu erhalten.

Die Sommerreise im Überblick

Tag 1: Hofbesuch in Holtsee, Landespolizeischule Eutin

Tag 2: Gut Helmstorf, oncampus, FabLab Lübeck, Kompetenzzentrum Demenz

Tag 3: OffTEC, BarluParts3D, Breezer Aircraft

Tag 4: Wikingermuseum Haithabu, Landesmuseum Schloss Gottorf, Nationalpark Wattenmeer