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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Im Zeichen der Digitalisierung

Datum 10.08.2018

Digitale Erntehelfer, Prothesen aus dem Drucker und zwei Welterbestätten: Ministerpräsident Günther besucht Betriebe und Initiativen im ganzen Land.

Ein Mähdrescher im Einsatz auf einem Kornfeld, im Hintergrund blauer Himmel und weiße Wolken. Ein Mähdrescher bei der Ernte. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Autonome Erntemaschinen sind die Zukunft der Landwirtschaft. © M. Staudt / grafikfoto.de

Wenn Mähdrescher ohne Fahrer zentimetergenau ihre Bahnen über Kornfelder ziehen, und die Polizei nicht nur in dunklen Gassen nach Spuren sucht, sondern auch vor dem Bildschirm, dann ist sie da: Die Digitalisierung. Sie zu gestalten hat sich die Landesregierung vorgenommen – als eines ihrer wichtigsten Projekte. Vom 13. bis 16. August besucht Ministerpräsident Daniel Günther daher verschiedenen Unternehmen und Museen im Land, um sich ein Bild zu machen, wie sie mit der Digitalisierung umgehen.

Montag: Training für den Ernstfall

Wer im Internet Straftäter jagt, muss darauf bestmöglich vorbereitet sein. Denn Onlinebetrüger hinterlassen am Tatort keine Fingerabdrücke, keine Hautschuppen oder Haare – ihre Spuren bestehen aus Einsen und Nullen. Im Ausbildungszentrum der Landespolizei in Eutin hat sich der Regierungschef zeigen lassen, wie man digitale Spuren sichert. Außerdem stand ein Besuch in der neuen Trainingshalle auf dem Programm. Hier üben die Beamten unter anderem das richtige Vorgehen bei Banküberfällen und Kneipenschlägereien. Mehr lesen

Dienstag: Hightech und Wohnen im Alter

Außenansicht eines Hauses. Das Trainingszentrum der Polizei in Eutin. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Das Trainingszentrum der Polizei in Eutin. © Staatskanzlei

Am Morgen besucht der Ministerpräsident das Gut Helmstorf im Kreis Plön. Die Betreiber des Hofes sind bereits erfahren im Umgang mit der Digitalisierung: Zehn Jahren lang testeten sie für die Landwirtschaftskammer neue Technologien für den Ackerbau, darunter auch computer- und GPS-gestützte Erntemaschinen. Gutsherr Magnus von Buchwaldt wird Günther einen digital gesteuerten Mähdrescher vorführen.

Im Anschluss stehen Besuche in Lübeck bei oncampus und dem FabLab auf dem Programm. Die digitale Hochschule oncampus bietet Schulungen und Fortbildungen an – online vor dem heimischen Computer. "Für mich ist es spannend, diesen Bereich des digitalen Lernens noch besser kennenzulernen und auch Anregungen zu erhalten, wo wir als Land noch besser unterstützen können", sagte der Regierungschef vor Beginn seiner Reise. Das FabLab (engl. fabrication laboratory - Fabrikationslabor) ermöglicht es Tüftlern und Bastlern, moderne Werkzeuge wie 3D-Drucker und Laserschneidemaschinen auszuprobieren und für eigene Projekte zu nutzen. "Ein Ort wie das FabLab fördert sowohl die branchenübergreifende Vernetzung als auch die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft", sagte Günther.

Rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt – mehr als 58.000 von ihnen leben in Schleswig-Holstein. In Norderstedt hat die Alzheimergesellschaft Schleswig-Holstein daher ein "Kompetenzzentrum Demenz" eingerichtet, um die Versorgung von Demenzerkrankten zu verbessern sowie Hilfs- und Beratungsangebote zu vernetzen. Darüber hinaus erarbeiten die Mitarbeiter des Zentrums im Auftrag der Landesregierung einen Demenzplan für Schleswig-Holstein. Der Ministerpräsident will sich vor Ort mit den Mitarbeitern des Kompetenzzentrums austauschen und eine Musterwohnung für Demenzerkrankte besichtigen.

Mittwoch: Zwischen Windpark und Flugplatz

Ein Mann hängt an der Außenseite eines Windrades und kümmert sich um einen weiteren Mann, der auf einer Trage liegt. Rettung in luftiger Höhe: Trainingseinheit bei Offtec in Enge-Sande. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Rettung in luftiger Höhe: Trainingseinheit bei Offtec in Enge-Sande. © M. Staudt / grafikfoto.de

Besondere Einblicke erhält Günther an Tag drei seiner Sommerreise. In Enge-Sande bei Bredstedt trainieren Mitarbeiter von Windparks und Rettungsdiensten sowie Schiffsbesatzungen für den Ernstfall: Überleben auf hoher See, Hubschraubereinsätze sowie Feuerlöschen im Windpark – diese und viele weitere Trainingsszenarien bietet das Aus- und Fortbildungszentrum OffTec an.

Im Anschluss besucht der Regierungschef die Firma BarluParts 3D in Bredstedt. Der Zwei-Mann-Betrieb stellt medizinische Arm-Prothesen her – mit dem 3D-Drucker. Günther betonte, das Unternehmen stehe für die Innovationskraft des ländlichen Raumes. Hier zeige sich, dass die Digitalisierung auch ein Treiber für Existenzgründung sei.

Der letzte Termin des Tages findet ebenfalls in Bredstedt statt. Hier wird der Ministerpräsident die Produktionshallen von Breezer Aircraft besichtigen, Schleswig-Holsteins einzigem Flugzeugbauer. Neben sechs verschiedenen Kleinflugzeugen bietet das Unternehmen auch eine Flugschule auf dem firmeneigenen Start- und Landeplatz an.

Donnerstag: Kultur und Umweltschutz

Innenansicht des Gottorfer Globus` Gottorfer Globus Innen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Der Gottorfer Globus gilt als erstes Planetarium der Geschichte. © M. Staudt / grafikfoto.de

Gleich zwei Welterbestätten besucht Günther am Donnerstag. Erste Station der Reise: Das vollständig renovierte und erst im Mai wiedereröffnete Wikingermuseum Haithabu. "Das Museum, das sich nun ganz verdient und mit Stolz UNESCO-Weltkulturerbe nennen kann, ist eines der modernsten Archäologischen Museen Europas und ein bedeutendes Aushängeschild unseres Landes", sagte Günther. Erst vor wenigen Wochen hatte die UNESCO den ehemaligen Wikingerhandelsplatz und die angrenzende Befestigungsanlage Danewerk in die Welterbeliste aufgenommen.

Aus dem Archiv: Weltklasse! (Meldung vom 30. Juni 2018)

Auf Schloss Gottorf besichtigt der Ministerpräsident den Nachbau des sogenannten "Gottorfer Globus", der als das erste Planetarium der Geschichte gilt. Auch hier hat die Digitalisierung Einzug gehalten: Mit einer Virtual-Reality-Brille eröffnet sich den Besuchern eine völlig neue Perspektive der begehbaren Kugel.

Mit einem Abstecher zur Wattenmeer-Schutzstation in St. Peter-Ording endet die Sommertour des Ministerpräsident. Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer ist seit 2009 Weltnaturerbe und mit seinen nicht zu enden scheinenden Weiten wohl der markanteste Landstrich im echten Norden. "Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist ein einzigartiges Stück unberührter Natur in unserem Land, auf das wir zu Recht stolz sein können und das es zu schützen gilt", betonte Günther. In der Schutzstation trifft er sich mit jungen Menschen, die dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr leisten. Gemeinsam werden sie das Nationalpark-Haus besichtigen und mithilfe der "BeachExplorer-App" die Strandlandschaft erkunden.