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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Flüssiggas als Zukunftsenergie

Datum 17.04.2018

Ministerpräsident Günther und Wirtschaftsminister Dr. Buchholz reisen nach Rotterdam, um für den LNG-Standort Brunsbüttel zu werben.

Mehrere Containerschiffe warten vor der NOK-Schleuse in Brunsbüttel Containerschiff vor der NOK-Schleuse Brunsbüttel (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Flüssigerdgas als Treibstoff reduziert den Schadstoffausstoß großer Schiffe deutlich. W. Diederich / grafikfoto.de

Die Landesregierung habe großes Interesse am Bau eines Flüssigerdgas (LNG)-Terminals in Brunsbüttel, das unterstrich Ministerpräsident Daniel Günther nach einer Sitzung des Kabinetts in Kiel. Brunsbüttel biete "überzeugende und ausgereifte Perspektiven", um das 450 Millionen-Euro-Projekt zu verwirklichen, erklärte der Regierungschef weiter.

Grundauslastung gewährleistet

Rund um das Industriezentrum Brunsbüttel gebe es zahlreiche Unternehmen, die Abnehmer für LNG sein könnten und damit eine Grundauslastung des Terminals gewährleisten würden, sagte Günther. Das Kabinett hatte zuvor beschlossen, für die Koordinierung des Projekts in den kommenden Jahren jeweils 250.000 Euro zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise eine Projektbegleitung abzusichern. Damit sende die Landesregierung zugleich ein deutliches Signal der Unterstützung an die German LNG Terminal GmbH. Das von Gasunie, Vopak und Oiltanking gegründete Unternehmen soll den Bau eines Multifunktionsterminals in Norddeutschland vorantreiben.

Arbeitsgruppe treibt Planungen voran

Am Mittwoch und Donnerstag werden Ministerpräsident Günther und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik zu einem LNG-Terminal nach Rotterdam reisen. Zur Delegation hat das Land auch den maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, sowie Spitzenbeamte mehrerer Ministerien der Bundes- und der Landesregierung eingeladen. "Die Pläne werden bei uns auf höchster Ebene vorangetrieben", sagte Günther. Bereits vor Monaten hatte die Landesregierung eine interministerielle Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene eingesetzt, die die Planungen für das Terminal vorantreiben soll. Leiter ist der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dirk Schrödter. Dies sei auch "angemessen", sagte Günther, bei dem Projekt handele es sich um das größte industrielle Investitionsvorhaben in Schleswig-Holstein.

Projekt von nationaler Bedeutung

Wirtschaftsminister Dr. Buchholz erinnerte zugleich daran, dass es sich um ein Projekt mit Bedeutung für ganz Deutschland handele. "Energiepolitisch leistet das LNG-Terminal einen erheblichen Beitrag zur Diversifikation des Erdgasbezugs, macht Deutschland ein Stück unabhängiger von russischem Pipelinegas und trägt so zur Versorgungssicherheit bei." Als Kraftstoff für Schiffe und schwere Lkw könne LNG den Schadstoffausstoß im Verkehr senken. "Wer hier schnelle Erfolge will, kommt an LNG als Kraftstoff nicht vorbei", stellte Buchholz fest. Länder wie die Niederlande oder Frankreich seien Deutschland bereits einen großen Schritt voraus. Um LNG als Kraftstoff auch in Deutschland wirtschaftlich einsetzen zu können, benötige man dringend ein Importterminal. Der Transport von ausländischen Terminals per Lkw sei viel zu teuer.

Land setzt auf Unterstützung vom Bund

Günther und Buchholz sehen deshalb die Bundesregierung in der Pflicht, Schleswig-Holstein bei der Verwirklichung des Projekts auch mit Fördermitteln zu unterstützen. "Der Aufbau einer neuen Infrastruktur geht in der Regel immer mit anfänglichen Wirtschaftlichkeitslücken einher", erklärte Günther. Hier müsse der Staat mit Blick auf seine energie- und umweltpolitischen Interessen mit Mitteln der Wirtschaftsförderung ansetzen, um die Lücke zu schließen und die Investition zu ermöglichen. Schleswig-Holstein könne das allein nicht stemmen.