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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Politik trifft Wissenschaft

Datum 06.03.2018

Die Mitglieder der Landesregierung haben bei ihrer ersten auswärtige Kabinettssitzung bei European XFEL in Schenefeld getagt.

Drei Menschen stehen in einem hellerleuchteten Gang. Ministerpräsident Günther (r.) und Wissenschaftsministerin Prien bei der Besichtigung des Tunnels. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ministerpräsident Günther (r.) und Wissenschaftsministerin Prien bei der Besichtigung des Tunnels. © Staatskanzlei

Schleswig-Holstein wird sich in Zukunft als Standort für Spitzenforschung noch stärker profilieren. Das sagte Ministerpräsident Daniel Günther im Anschluss an die auswärtige Kabinettssitzung im Forschungszentrum European XFEL in Schenefeld (Kreis Pinneberg). "Für die erste Kabinettssitzung außerhalb von Kiel haben wir uns sehr bewusst für das Röntgenlaser-Forschungszentrum entschieden. Hier ist in internationaler Kooperation eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben für die Forschung in Europa entstanden", sagte Günther.

Enormes Potenzial für Forschungsstandort

"Die Anlage setzt völlig neue Maßstäbe. Mit dem weltweit leistungsstärksten Röntgenlaser erschließt sich für den Forschungsstandort Schleswig-Holstein ein enormes Potenzial", betonte Wissenschaftsministerin Karin Prien. "Der Start der Anlage am 1. September vergangenen Jahres schuf ganz neue Perspektiven für Wissenschaftler und ihre Teams im Land - zum Beispiel in Zukunftsfeldern wie der Medizin, der Nanotechnik oder der Materialforschung, wo unsere Universitäten und Institute heute bereits stark sind." Das Land arbeite an einer Gesamtstrategie, um das Profil des Wissenschaftsstandortes weiter zu schärfen. Damit möglichst viele auch junge Wissenschaftler aus Schleswig-Holstein den European XFEL erfolgreich nutzen können, brauchten sie das entsprechende Knowhow und auch Partnerschaften mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY, um die hohe Kompetenz in der Forschung mit Röntgenstrahlungsquellen zu nutzen. "European XFEL bietet auch die Chance, die Kooperation von Schleswig-Holstein und Hamburg in der Wissenschaftspolitik auf ein neues Niveau zu heben. Denn es ist die erste Einrichtung, die über die Landesgrenze hinweg errichtet wurde," erklärte die Ministerin.

Rundgang durch die Forschungsanlage

Nach einem Gespräch mit Geschäftsführer Professor Dr. Robert Feidenhans’l sowie den wissenschaftlichen Direktoren besichtigte das Kabinett die Experimentierhalle und einen der Tunnel. "European XFEL ist die weltweit leistungsfähigste Röntgenlaseranlage und wirkt auch ins Land hinein", sagte der Regierungschef. Anknüpfungsmöglichkeiten gebe es vor allem zur Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, zur Universität zu Lübeck, zum Helmholtz-Zentrum Geesthacht sowie zum Forschungszentrum Borstel.

Im vergangenen Jahr hätten sich 340 Wissenschaftler aus aller Welt erfolgreich um Forschungszeit an der Anlage beworben, darunter auch einige aus Schleswig-Holstein, erklärte Robert Feidenhans’l. "Die guten Kontakte zu den Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land möchten wir gern weiter stärken, und auch Kooperationen mit Schulen sind geplant. Dazu würden wir auch die entsprechende Infrastruktur auf dem Campus gern gemeinsam mit der Landesregierung weiter entwickeln und ausbauen."

Hintergrund:

Der 3,4 Kilometer lange European XFEL ist der größte und leistungsfähigste von fünf Röntgenlasern weltweit, die kurzwelliges, hartes Röntgenlicht erzeugen können. Bis zu 27.000 Lichtblitze und eine extrem hohe Spitzenleuchtstärke werden es Wissenschaftlern ermöglichen, auch sehr kleine Probenmengen zu untersuchen und die Experimente schneller durchzuführen. Der gleichzeitige Betrieb an mehreren Experimentierstationen wird den European XFEL in den nächsten Jahren zur Anlage mit der weltweit größten Kapazität für die stark nachgefragte Forschungszeit an Röntgenlasern machen.

Die European XFEL-Tunnelanlage beginnt auf dem DESY-Campus in Hamburg-Bahrenfeld und endet unter dem Forschungsgebäude in Schenefeld. Damit Röntgenlichtblitze in Schenefeld ankommen, müssen ausgehend vom DESY-Campus zunächst Elektronen stark beschleunigt werden, bevor die Elektronen dann auf einem magnetischen Slalomkurs Röntgenstrahlen aussenden. Die Gesamtinvestition für den European XFEL beläuft sich auf 1,22 Milliarden Euro. Als Sitzland trägt Deutschland (Bund, Hamburg und Schleswig-Holstein) 58 Prozent der Kosten.

Video: Kabinett beim European XFEL