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Windplanung: Regionalpläne verabschiedet

Staatskanzlei

Windplanung: Regionalpläne verabschiedet

Datum 06.12.2016

Das Kabinett hat die Entwürfe der neuen Windenergie-Regionalpläne verabschiedet. Die Entwürfe sind nun im Internet für alle einsehbar.

Transport von Rotoren einer Windkraftanlage Transport von Rotoren einer Windkraftanlage (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Entwürfe der neuen Regionalpläne sehen einen deutlichen Rückbau des Wildwuchses von Windrädern vor. © M. Ruff / grafikfoto.de

"Wir sind unserem Ziel einen großen Schritt näher gekommen, die Rechtssicherheit beim Windkraftausbau wiederherzustellen", sagte Ministerpräsident Torsten Albig im Anschluss an die Sitzung in Kiel. Nach Abwägung aller objektiven Kriterien habe die Landesplanung 1,98 Prozent der Landesfläche als Vorranggebiete ausgewiesen, die unter dem Strich mit den geringsten Belastungen für Mensch und Natur verbunden seien. 98 Prozent des Landes würden von Windenergieanlagen freigehalten werden, betonte Albig. Damit könne das Land sein energiepolitisches Ziel verwirklichen, durch Windkraft an Land einen gewichtigen Beitrag zu einer bezahlbaren Energiewende zu leisten.

Deutlicher Rückbau des Wildwuchses

Die nun verabschiedeten Entwürfe sehen 354 Vorranggebiete für Windenergie vor. Von den derzeit bestehenden rund 3.060 Anlagen liegen etwa 1.300 Anlagen außerhalb der Vorranggebiete. Für diese Anlagen gilt nur bis zum Ende ihrer technischen Lebenserwartung Bestandsschutz. Danach müssen sie abgebaut werden. "Es wird ein deutlicher Rückbau des Wildwuchses in Gebieten stattfinden, die nicht zuletzt aus Gründen des Menschenschutzes nicht als Windkraftstandort geeignet sind. Gerade in den stärker belasteten Regionen Schleswig-Holsteins erreichen wir eine Entlastung der Bevölkerung durch einheitliche, höhere Abstände zu Siedlungen", bekräftigte Albig.

Torsten Albig

Gerade in den stärker belasteten Regionen Schleswig-Holsteins erreichen wir eine Entlastung der Bevölkerung durch einheitliche, höhere Abstände zu Siedlungen.

Torsten Albig

Repowering nur in Vorranggebieten

Die technische Erneuerung von Altanlagen, das so genannte Repowering, ist zukünftig nur noch innerhalb von Vorranggebieten zulässig. Den Betreibern von Altanlagen außerhalb der neuen Vorranggebiete werden eigens 0,2 Prozent Repowering-Vorranggebiete bereitgestellt. Dort dürfen sie eine neue Anlage errichten, sofern sie dafür zwei alte Anlagen abbauen. Die Repowering-Gebiete sind Teil der Gesamtkulisse.

Stromproduktion soll weiter steigen

Die Stromproduktion aus Windenergie an Land soll der Planung der Landesregierung zufolge weiter steigen - von derzeit 6,5 Gigawatt auf rund 10 Gigawatt. Trotzdem werde die Zahl der Windkraftanlagen im Land bis 2025 - nach dem vorhersehbaren Aufbau von circa 1.700 neuen und dem Abbau von circa 1.200 alten Anlagen - gegenüber heute nur um 400 bis 500 auf rund 3.600 anwachsen. Dies werde durch die zunehmende Leistungsfähigkeit der Anlagen möglich, sagte der Ministerpräsident.

Umfassender Beteiligungsprozess angekündigt

Albig kündigte an, dass alle Unterlagen zur neuen Windenergieplanung nun eine umfassende öffentliche Anhörung durchliefen. "Die Auslegung erfolgt voraussichtlich Mitte Februar bei den Kreisen, kreisfreien Städten, Ämtern und amtsfreien Gemeinden. Im Internet stehen sämtliche Unterlagen ab sofort zur Verfügung. Insgesamt hat jeder bis Ende Juni 2017 Zeit, sich in Ruhe mit den Plänen auseinander zu setzen und dazu Stellung zu beziehen. Nichts ist in Stein gemeißelt. Alle Argumente werden geprüft und gewichtet", versprach der Regierungschef.

Mithilfe des Online-Tools zur Öffentlichkeitsbeteiligung können sämtliche Unterlagen ab sofort eingesehen werden. Eine Stellungnahme ist möglich, sobald die Öffentlichkeitsbeteiligung auch formal startet, vorrausichtlich am 27. Dezember 2016.

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