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„Gute Beratungsstunde für das Kabinett“

Staatskanzlei

„Gute Beratungsstunde für das Kabinett“

Datum 01.03.2016 17:00 Uhr

Schüler aus Neumünster und Heikendorf präsentierten ihre Konzepte zur Integration von Flüchtlingen.

Ministerpräsident Torsten Albig hatte heute zwei Schülergruppen der Alexander-von-Humboldt-Schule aus Neumünster und der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf in die Kabinettssitzung eingeladen. 15 Schülerinnen und Schüler haben dort ihre Konzepte für eine Langzeitintegration von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein vorgestellt.

"Praxisnahe und kluge Lösungsansätze"

Der Ministerpräsident zeigte sich beeindruckt von der Präsentation der jungen Menschen: "Das war heute eine gute Beratungsstunde für das Kabinett. Die Schülerinnen und Schüler haben praxisnahe und kluge Lösungsansätze dafür aufgezeigt, wie man Integrationsleistungen zu den Flüchtlingen vor Ort bringt", sagte Albig. Es sei sehr motivierend zu sehen, mit welchem Interesse sich die nächste politische Generation des komplexen und schweren Themas annehme. Albig kündigte an, dass das Kabinett sich jetzt intensiv mit den Vorschlägen auseinandersetzen werde.

Unterricht von Schülern für Schüler

Die Jugendlichen machten sich für eine Etablierung eines informativen Unterrichts von Schülern für Schüler in der Unterstufe außerhalb des Lehrplanes stark. Obwohl oft Herkunftsländer und Fluchtwege bekannt seien, bestünde dennoch eine generelle Verunsicherung über die Motive der Flüchtlinge und Unwissenheit über ihre Situation. Ziel dieses Unterrichts sei es, den Unterstufenschülern eine unbelastete und neutrale Basis für eine Meinungsbildung zu bieten. Dem Regierungschef gefiel diese Idee, die bereits erfolgreich in Neumünster erprobt worden ist, sehr gut.

Internetplattform für Flüchtlinge und Einheimische

Der Ministerpräsident bot außerdem die Unterstützung der Landesregierung bei der Umsetzung einer Internetplattform an, die Flüchtlinge und Einheimische zusammenbringen kann. In einer Art Tauschbörse sollen Dienstleistungen gegen kleine Hilfestellungen bei der Integration angeboten werden können. Eine weitere Möglichkeit zur Integration seien Patenschaften durch Privatpersonen, sodass beispielsweise Behördengänge gemeinsam erledigt werden können. Außerdem kam die Idee der Schüler, Unternehmen und Schulen durch Patenschaften stärker einzubinden, bei den Ministern und Staatssekretären gut an.

Deutschkurse nach dem Thannhauser Modell

Die Schülerinnen und Schüler unterstrichen im Kabinett besonders die Bedeutung des frühzeitigen Deutschlernens. Flüchtlinge würden erst nach der Bearbeitung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Anspruch auf Kurse haben, was häufig zu einer Wartezeit von weit über einem Jahr führe. Sie warben für Deutschkurse für Asylbewerber nach dem Thannhauser Modell. Die im schwäbischen Thannhausen von Flüchtlingshelfern entwickelten Arbeitshefte vermitteln erste einfache Sprachkenntnisse und eine lebenskundliche Erstorientierung in Deutschland mit dem Schwerpunkt der mündlichen Kommunikation. Das Lernmaterial ermöglicht es auch Laien, Flüchtlingen einen ersten Zugang zu deutschen Sprache zu vermitteln.

Hintergrund:

Bereits im Oktober hatte der Ministerpräsident die Schülergruppen aus Neumünster und Heikendorf, die sich in dem Schülerprojekt „Yes!“ engagiert hatten, zu einem Gespräch in Kiel getroffen. Daraus entstand der Auftrag an die beiden Schülergruppen, ein Konzept zur Integration von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein zu entwickeln.

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