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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Voller Erfolg beim 13. Tag der Archäologie in der A. P. Møller Skolen in Schleswig

Staatssekretär Dr. Oliver Grundei verlieh Goldene Schaufel

Am Sonnabend, den 3. November 2018, war es wieder soweit - Archäologen gewährten einen ganzen Tag lang Einblicke in die aktuelle Forschung rund um die Archäologie in Schleswig-Holstein. Wir haben uns ganz besonders gefreut, dass wir erneut, dank der Einladung von Dr. Jørgen Kühl, unseren 13. Tag der Archäologie in der A. P. Møller Skolen in Schleswig begehen konnten. Der Tag der Archäologie war für uns ein voller Erfolg, die sehr gute Resonanz und die große Zahl der Besucher (über 500) sind ein hinreichender Beleg dafür.

Blick ins Foyer mit dem Stand der Detektorgruppe Schleswig-HolsteinBlick ins Foyer mit dem Stand der Detektorgruppe Schleswig-Holstein © ALSH

Die Zahl der archäologisch Interessierten, zu denen beispielsweise Detektorgänger und Vertrauensleute als ehrenamtliche Mitarbeiter des Archäologischen Landesamtes sowie Sammler und Studenten zählen, wächst von Jahr zu Jahr. Um diesem großen ehrenamtlichen Engagement gerecht zu werden, informieren am „Tag der Archäologie“ Wissenschaftler in spannenden Vorträgen über den neuesten Forschungsstand und einige ausgesuchte Grabungsprojekte. Den Festvortrag „Mission-possible – zum Welterbe in zwei Schritten“ hielt Herr Matthias Maluck, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, der den langen Weg zum Welterbe mit kleinen, zum Teil nicht bekannten Details beschrieb.

Im Foyer konnte der Fund des Jahres bestaunt werden. Dabei handelt es sich um einen sog. Kris-Dolch, der von Tauchern des Kampfmittelräumdienstes im Rahmen ihrer hoheitlichen Aufgaben im Plöner See gefunden und dem ALSH übergeben wurde. Kris-Dolche sind südostasiatische Zeremonialwaffen. Sie stammen zumeist aus Java oder Bali, es gibt sie aber auch auf Sumatra und den Philippinen. Sie gelten dort als wertvolles Statussymbol, da die Klingen von spezialisierten Schmieden hergestellt werden. Manchmal waren die Kris-Dolche Geschenke an Kolonialherren. Spätestens im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die Dolche bei Indonesien-Reisenden und Kolonialbeamten sehr beliebt, häufig gezielt gesammelt und in Europa gelegentlich an Museen weitergegeben. Sie fanden auch Zugang in den Kunsthandel. Laut dem Kris-Dolch Experten Achim Weihrauch stammt das Plöner Fundstück von den südlichen Philippinen und datiert in das späte 19. oder das frühe 20. Jahrhundert.

Verleihung der Goldenen Schaufel durch den Staatssekretär Dr. Oliver Grundei und Dr. Ulf Ickerodt an Werner SiebenhaarVerleihung der Goldenen Schaufel durch den Staatssekretär Dr. Oliver Grundei und Dr. Ulf Ickerodt an Werner Siebenhaar © ALSH

Neben den Vorträgen zählte vor allem die Verleihung der „Goldenen Schaufel“ zu den Höhepunkten der Veranstaltung. Am Sonnabend wurde dieser Preis von Staatssekretär Dr. Oliver Grundei, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, in einem Festakt verliehen. Mit der „Goldenen Schaufel“ werden besondere Verdienste in der Archäologie gewürdigt; wichtige Kriterien sind jahrelange Kontinuität oder aber Exklusivität der Leistung der Preisträger. In diesem Jahr wurde die „Goldene Schaufel“ an Herrn Werner Siebenhaar vergeben. Herr Siebenhaar ist seit vielen Jahren sehr eng mit der Archäologie Schleswig-Holsteins verbunden.

Staatssekretär Dr. Oliver Grundei (MBWK) erklärte im Rahmen der Preisverleihung: „Die Archäologie in diesem Land und insbesondere auch der Erhalt der entdeckten Kulturgüter sind alleine mit staatlichen Mitteln nicht durchführbar. Daher ist das Land dringend auf ehrenamtliche Mithilfe angewiesen. Aus diesem Grunde ist es mir ein Herzensanliegen, den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu danken, die sich für das kulturelle Erbe unseres Landes engagieren – sei es als Sammler oder Detektorgänger, der Funde meldet oder sei es als Vertrauensperson, die bei bereits entdeckten Kulturdenkmalen regelmäßig nach dem Rechten schaut. Es ist zu hoffen, dass auch in Zukunft genügend ehrenamtliches Engagement vorhanden sein wird, um der wachsenden Anzahl entdeckter Kulturdenkmale Herr zu werden. Daher ist es wichtig, die Archäologie als das spannende und erfüllende Tätigkeitsfeld, das es zweifellos ist, mehr in die Öffentlichkeit zu rücken. Der neue UNESCO-Status ist hierfür ein großartiges Mittel. Aber auch, wenn es nicht jeder Fund auf die Welterbe-Liste schaffen kann und auch, wenn nicht jede Schaufel aus Gold ist, so bin ich sicher, dass Sie dem Schleswig-Holsteinischen Boden auch in den nächsten Jahren viele weitere, überraschende Erkenntnisse entlocken werden“.

Verleihung des Deutschlandstipendiums: Anna-Theres Sinn (Preisträgerin), Manfred Blödorn (AGSH), Katharina Ostrowski (Preisträgerin) und Henner Wachholtz (AGSH)Verleihung des Deutschlandstipendiums: Anna-Theres Sinn (Preisträgerin), Manfred Blödorn (AGSH), Katharina Ostrowski (Preisträgerin) und Henner Wachholtz (AGSH) © ALSH

Die Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein verlieh den mit 700,- Euro dotierten Archäologie-Preis 2018, der in diesem Jahr an Sebastian Schultrich ging. Herr Schultrich wurde für die besonders herausragende Leistung seiner Masterarbeit, die er am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verfasst hat, ausgezeichnet. Das Thema seiner Masterarbeit lautet "Das Jungneolithikum in Schleswig-Holstein". Das von der AGSH geförderte Deutschlandstipendium, eine finanzielle Zuwendung von monatlich 300,- Euro für zwei Semester, ging an Katharina Ostrowski und Anna-Theres Sinn.