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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Archäologische Nachrichten aus Schleswig-Holstein 2018

Archäologische Nachrichten Schleswig-Holstein 2018 © ALSH


Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde der Landesarchäologie!

2018 war ein sehr ereignis- und arbeitsreiches Jahr. Daher freuen wir uns, Ihnen – wie gewohnt – auch dieses Jahr wieder die Archäologischen Nachrichten aus Schleswig-Holstein überreichen zu können. Neben den unterschiedlichen, unseren archäologischen Arbeitsalltag prägenden Ereignissen steht besonders eines, das sogar die weltweite Aufmerksamkeit auf unser Land und unsere Landesarchäologie lenkte.

Es war die Einschreibung von Haithabu und Danewerk in die Welterbeliste. Das Archäologische Landesamt (ALSH) konnte, stellvertretend für Schleswig-Holstein, an der UNESCO-Sitzung in Bahrain teilnehmen und mit Freude den Lohn für die inzwischen über eine Dekade andauernde Antragsarbeit einstreichen. War das Medienecho schon enorm, so wurde dieses von der überwältigenden Freude in der Region noch übertroffen. Matthias Maluck stellt das Vorhaben in diesem Heft noch einmal umfänglich vor.

Daneben prägten zahlreiche Aktivitäten in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern das Jahr 2018. Diese Arbeiten dokumentiert das nun vorliegende Heft nur teilweise, vieles muss leider unveröffentlicht bleiben und manches findet lediglich eine kurze Ansprache im Vorwort.

Das vom Bundesministerium Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt REGIOBRANDING geht auf den Schlussspurt zu (s. dazu ANSH 2015, 100 – 103). Die in der Projektregion Steinburger Elbmarschen angeschobenen Ideen finden eine entsprechende Verstetigung. Das Kulturlandschaftsportal www.kuladig.de ist jetzt vertraglich geregelt und wird zunehmend mit Inhalten gefüllt. Der Kooperationsvertrag wird in den nächsten Tagen unterschrieben. Ein Thema sind hier die Turmhügelburgen des Landes. Das ALSH arbeitet mit dem Lehrstuhl für Regionalgeschichte in Kiel zusammen und unterstützt die Aufbereitung der wissenschaftlichen Texte für das Internetportal.

Ein anderes Projekt sind die Megalithic Routes. Hier stellte das ALSH im Rahmen des europäischen Kulturerbejahrs einen Antrag auf Förderung. Dieser wurde inzwischen bewilligt und die bisher im Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf (AÖZA) endende Straße der Megalithkulturen soll weiter durch das Land führen. Dabei kommt dem Motto Sharing Heritage, das gemeinsame archäologische Erbe zu teilen, eine besondere Bedeutung zu. In Zeiten von Regionalisierungstendenzen verdeutlicht in diesem Fall das megalithische Erbe, dass bereits lange vor der sog. Globalisierung in der Steinzeit weitverzweigte und europaweite Netzwerke entstanden, wie sie das ALSH z. B. auch heute noch mit seinen internationalen wissenschaftlichen Austauschpartnern verfolgt.

Ein weiteres Projekt geht nun schon in das zweite Jahr: BalticRim (Baltic Sea Region Integrated Maritime Cultural Heritage Management). Hier ist das ALSH sog. Lead Partner und arbeitet mit 13 Projektpartnern aus der archäologischen Denkmalpflege und maritimen Raumplanung aus den Ostseeanrainer-Staaten Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Litauen, Polen und Russland zusammen. Das Projekt verfolgt das Ziel, das archäologische Erbe der See- und Küstengebiete im Ostseeraum für die Maritime Raumordnungsplanung aufzubereiten und so auch eine gewisse Beispielhaftigkeit für die terrestrische Raumordnung zu erhalten. Daniel Zwick erläutert die Hintergründe in seinem Beitrag.

Daneben stehen die anderen Kernaufgaben der archäologischen Denkmalpflege in Schleswig-Holstein. So befindet sich auch dieses Jahr das Denkmallistenprojekt in der Fortschreibung. Die KollegInnen überprüfen in einem ersten Schritt das digitale Geländemodell nach möglichen Denkmalen. Auch wird weiterhin an den archäologischen Interessensgebieten gearbeitet. Im Bereich der praktischen Archäologie stehen Fundmeldungen, Rettungsgrabungen und Forschungsprojekte nebeneinander. Besonders hervorzuheben sind die Hauptuntersuchungen, die auf der geplanten Trasse der Festen Fehmarnbelthinterlandanbindung stattfinden. Sie werden wohl in den nächsten Ausgaben etwas darüber lesen können.

Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr bestand in der Tagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V. in Schleswig-Holstein. Das zentrale Thema Zentrum und Peripherie rückte diesmal Heide und das Albersdorfer Archäologisch-Ökologische Zentrum in den Mittelpunkt der norddeutschen archäologischen Forschung. Ein besonderer Dank gilt dem AÖZA und den vielen ehrenamtlichen Unterstützern, die die Durchführung erst ermöglichten. Nach dem diesjährigen Tag des offenen Denkmals, in dessen Rahmen jeweils das AÖZA und der Arnkielpark als Orte der beiden Auftaktveranstaltungen für das Projekt Megalithik Routes dienten, war der Tag der Archäologie der letzte Höhepunkt. Als eine rundum gelungene Veranstaltung fand er auch diesmal wieder in der A. P. Møller Skolen in Schleswig mit etwas 600 Teilnehmern statt. Für 2019 ist dieser Tag dort bereits fest eingeplant.

Nicht ganz zum Schluss bleibt uns nur, der Stiftung Oldenburger Wall e.V. zum 40. Jubiläum der Stiftung zu gratulieren, das am 7. Oktober 2018 in einem Festakt seine Würdigung fand. Dieser Feiertag gilt als deutlicher Ausdruck des von der Landesarchäologie sehr geschätzten ehrenamtlichen Engagements, das den Denkmalschutz und die Denkmalpflege des Landes trägt.

Abschließend möchte wir dem Grafikerteam für ihren Einsatz für diese Ausgabe danken. In diesen Dank schließen wir wie immer die Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V. mit ein, die das Vorhaben wie auch in den vergangenen Jahren finanziell unterstützt.

Ihr Ulf Ickerodt und ihre Birte Anspach
Schleswig, im Dezember 2018

Inhalt:

Matthias Maluck
Mission possible: Welterbe
Archäologischer Grenzkomplex Haithabu und Danewerk

Sönke Hartz und Martin Segschneider
Eiszeitliche Jäger in Drelsdorf
Auf den Spuren der frühesten Besiedlung in Schleswig-Holstein

Jens-Peter Schmidt
300 Jahre Forschung
Das jungbronzezeitliche Gräberfeld von Kölln-Reisiek, Kreis Pinneberg

Angelika Abegg-Wigg
Urnenfunde an der »Kiel-Rendsburger Chaussee«
Ein eisenzeitliches Gräberfeld bei Achterwehr-Schönwohld, Kreis Rendsburg-Eckernförde

Ruth Blankenfeldt
Ein Leben im Luxus?
Untersuchungen zum älterkaiserzeitlichen Fundplatz Hoby auf Lolland

Andreas Rau
Wenn Scherben sprechen könnten …
Über einen »Magazinfund« vom Bordesholmer Brautberg

Nils Wolpert und Andreas Hatnik
Ein Zentrum im Hinterland?
Der wikingerzeitliche Siedlungsplatz von Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg

Sven Kalmring
Ausgrabungen im Flachgräberfeld von Haithabu
Ein Vorbericht

Arne Homann
Neue mittelalterliche Funde aus Artlenburg
Relikte einer Siedlung zur Ertheneburg?

Hanna Hadler, Dennis Wilken, Timo Willershäuser, Michaela Schwardt, Annika Fediuk, Vera Werner, Peter Fischer, Tina Wunderlich, Wolfgang Rabbel und Andreas Vött
Auf den Spuren Rungholts
Geoarchäologische Untersuchungen im Wattgebiet um Hallig Südfall (Nordfriesland)

Eric Müller
Kleine Grabung – große Funde
Neue archäologische Untersuchungen im Stadtkern von Husum

Henrike Effenberger
Die Guten ins Kröpfchen, die Schlechten ins Töpfchen
Pflanzliche Makroreste aus Kloakenbefunden der frühen Neuzeit in Husum

Ulrich Müller
Kiel ♥ 2. Bundesliga und bald 1. Liga
Die Graffiti im Johanna-Mestorf-Hörsaal des Institutes für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Daniel Zwick
Das BalticRIM-Projekt
Planungsorientierte Denkmalpflege im Ostseeraum

Die Archäologischen Nachrichten aus Schleswig-Holstein 2018
Herausgegeben vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein und der Archäologischen Gesellschaft Schleswig-Holstein, erscheint in der Reihe Archäologische Nachrichten aus Schleswig-Holstein, Wachholtz/Murmann Publishers, Kiel/Hamburg 2018, Band 24, 149 Seiten, mit zahlreichen, durchgängig farbigen Abbildungen und Karten.

Das Heft 24 der Archäologischen Nachrichten aus Schleswig-Holstein ist beim Archäologischen Landesamt erhältlich.

ISBN 978-3-529-01440-6

€ 20,00 zuzügl. Versandkosten

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