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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Ein Gehöft in Taarstedt

Reste einer Siedlung aus der Zeit um 500 n. Chr. sind erhalten.

Adresse: Hauptstraße / Ecke Dörpstraat in 24893 Taarstedt (gegenüber der Brauerei Taarstedt)

Im Vorfeld der geplanten Errichtung eines neuen Wohngebietes in Taarstedt, Kreis Schleswig-Flensburg, führte das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) eine Voruntersuchung auf dem Gelände durch. Ziel dieser Voruntersuchung war die Klärung, ob bei den kommenden Bautätigkeiten archäologisch relevante Kulturgüter und Strukturen betroffen sind, die hier zu vermuten waren.

Im Zuge der Voruntersuchung zeigte sich anhand zahlreicher Verfärbungen im Boden und diverser Keramikfunde, dass im nordwestlichen Bereich der zu bebauenden Fläche Reste einer Siedlung aus der Zeit um 500 n. Chr. erhalten sind, woraufhin eine archäologische Untersuchung des Areals unumgänglich wurde, um diese Befunde nicht undokumentiert der Zerstörung Preis zu geben.

Nach Abtrag des Oberbodens konnten auf der zu untersuchenden Fläche etwas mehr als 800 Befunde dokumentiert und eingemessen werden, bei denen es sich zum überwiegenden Teil um Standspuren ehemaliger Pfosten handelt. Anhand dieser Pfostenstandspuren lässt sich in Taarstedt ein umfriedetes Gehöft mit mehreren Zaunanlagen sowie einem kompletten Langhaus nachweisen.

Luftbild von der Fläche mit dem Langhaus und weiteren Pfostenstandspuren. Die Pfostenlöcher sind im Boden als dunklere Verfärbungen zu erkennen und markieren den Grundriss des Hauses. Luftbild von der Fläche mit dem Langhaus und weiteren Pfostenstandspuren. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Luftbild von der Fläche mit dem Langhaus und weiteren Pfostenstandspuren. © ALSH

Neben Pfostenstandspuren fanden sich auch zahlreiche Gruben, welche eine ungewöhnlich große Menge an Funden, zumeist Keramikscherben, enthielten. Darüber hinaus wurden bisher Webgewichte, Mahlsteine sowie ein eiserner Bootsniet geborgen.

Verzierte Keramik aus der Völkerwanderungszeit. Verzierte Keramik aus der Völkerwanderungszeit. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Verzierte Keramik aus der Völkerwanderungszeit. © ALSH

Ein Webgewicht in situ. Ein Webgewicht in situ. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ein Webgewicht in situ. © ALSH

Da die Ortsnamenendung „–stedt“ auf eine vorwikingerzeitliche Besiedlung hindeutet, ist mit diesem Gehöft möglicherweise das alte Taarstedt nachgewiesen worden.

Rekonstruktionszeichnung einer völkerwanderungszeitlichen Siedlung. Sie zeigt einige flache und größtenteils auch lange Gebäude, die von Zaunanlagen umgeben sind. Rekonstruktionszeichnung einer völkerwanderungszeitlichen Siedlung. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Rekonstruktionszeichnung einer völkerwanderungszeitlichen Siedlung. © Haderslev Museum / J. Andersen