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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Strandsuchgenehmigungen

Für viele Besitzer von Metalldetektoren übersteigen die engagierte Ausübung eines Freizeithobbies nach festgelegten Regeln die eigenen zeitlichen Möglichkeiten oder schlichtweg das persönliche Geschichtsinteresse.

Sie suchen meist nur den reizvollen Alltagsausgleich, der sich besonders im Suchen und Entdecken von verlorenen modernen Gegenständen wie Geldmünzen, Schmuck, Mobiltelefonen usw. an den stärker frequentierten Badestränden bietet, die stetig auch auf ihre Gewässerqualität kontrolliert werden und daher im Schwimm- und Badestellenatlas (https://danord.gdi-sh.de/viewer/resources/apps/SWIM/index.html?lang=de) des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein verzeichnet sind. Über den Themenbereich Badegewässerqualität (https://www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/B/badegewaesser.html) gelangen Sie ansonsten auch zu einer gemeindeweisen Übersicht der Badestrände.

Es finden an den Uferzonen seit jeher natürliche Prozesse wie Küstenabbruch, Strömung und Brandung statt, durch die archäologische Fundstätten zum einen zwar sukzessive zerstört, zum anderen aber auch erst freigelegt und damit sichtbar werden können. An den ausgewiesenen Badestränden wurden bzw. werden jedoch zusätzlich Instandsetzungsmaßnahmen wie Sandaufspülungen, -aufschüttungen und –umlagerungen durchgeführt, so dass durch die Kombination natürlicher und menschlicher Einflüsse ein Vorhandensein intakter archäologischer Strukturen dort nahezu ausgeschlossen ist. Sofern dennoch archäologische Funde auftreten, sind sie bereits ihres Zusammenhanges durch Verlagerung völlig beraubt und können somit keinerlei Hinweise auf noch an Ort und Stelle im Boden verborgene archäologische Strukturen wie z. B. eine Bestattung geben. Für derartige Funde gilt trotzdem die Fundmeldepflicht (§ 15 Abs. 1 DSchG SH, siehe FAQs und Rechtliches).

Sofern der Einsatz eines Metalldetektors also nur die oberflächennahe Suche in den unten definierten Bereichen, nicht aber etwa das Graben von Suchlöchern beispielsweise auf Liegewiesen beinhaltet, wird im Ermessen des ALSH das generelle Risiko, hierbei intakte archäologische Denkmale zu beeinträchtigen oder zu zerstören, als so unwahrscheinlich eingeschätzt, dass grundsätzlich kein gesonderter Sachkundenachweis erforderlich ist und eine Genehmigung grundsätzlich erteilt werden kann.

Für die Suche an den Stränden der Nord- und Ostsee sowie der Binnenseen, ausgenommen die Strände auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck, erteilt das ALSH als zuständige obere Denkmalschutzbehörde ab sofort bis auf Weiteres eine generelle Genehmigung, die von Volljährigen und Geschäftsfähigen über den untenstehenden Download-Link heruntergeladen werden kann. Die generelle Suchgenehmigung gilt nur für Bereiche, die folgende Kriterien erfüllen (Abb.5).:

Abb.5 Exemplarische Darstellung des Geltungsbereiches der Strandsuchgenehmigung (hier Südstrand von Eckernförde, Kreis Rendsburg-Eckernförde) Strand (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Abb.5 Exemplarische Darstellung des Geltungsbereiches der Strandsuchgenehmigung (hier Südstrand von Eckernförde, Kreis Rendsburg-Eckernförde). © ALSH

  • bei dem Suchbereich handelt es sich um einen Strand gemäß nachstehender Definition: Ein Strand ist eine aus Sand oder Steinen bestehende Uferzone eines Sees oder Meeres. Der Strand ist auf der Wasserseite durch das mittlere Tideniedrigwasser (MTnw) oder das Watt bzw. an tidefreien Ufern (Ostsee und Binnenseen) durch den mittleren Wasserstand (MW) und an der Landseite durch den Beginn des Pflanzenwuchses, die Böschung der Steilküste oder den Dünenfuß begrenzt.

Die Genehmigung gilt nicht für angrenzende Bereiche. D.h. sie gilt nicht für seewärtige Bereiche, die regelmäßig von Wasser überspült sind und sie gilt nicht für landseitige Bereiche, die sich an den Strand anschließen wie z. B. Liegewiesen, Campingplätze oder angrenzende Landwirtschaftsflächen oder sonstige Flächen wie z. B. Naturschutzgebiete.

und 

Über den untenstehenden Link können Sie die generelle Strandsuchgenehmigung zum Ausdrucken herunterladen.

Download der generellen Strandsuchgenehmigung (PDF 236KB, Datei ist nicht barrierefrei) 

Die Genehmigung dient als Ausdruck im Falle einer Überprüfung durch Ordnungsbehörden dem Nachweis der denkmalrechtlichen Unbedenklichkeit der Suche und beugt damit der Begehung einer Ordnungswidrigkeit im Sinne des § 18 DSchG SH bzw. einer Straftat im Sinne § 19 DSchG SH vor. 

! Wir weisen in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass bei der Suche mit Metalldetektoren, auch an ausgewiesenen Badestränden, die Möglichkeit des Auffindens von Kampfmitteln besteht. In solchen Fällen ist unverzüglich die entsprechende Ordnungsbehörde oder die nächstgelegene Polizeidienststelle zu verständigen (§ 3 KampfmV SH 2012). Es ist verboten, entdeckte Kampfmittel zu berühren, ihre Lage zu verändern, in Besitz zu nehmen oder zu beseitigen (§ 5 KampfmV SH 2012). Der unsachgemäße Umgang mit Munition oder Teilen davon kann TÖDLICH sein! Es sollte daher unbedingt auch die Fundstelle bis zum Eintreffen der verständigten Behörde entsprechend gegen den Zutritt unbeteiligter Personen, vor allem durch Kinder, gesichert werden. Aufgrund dieser nicht zu unterschätzenden Gefahren empfehlen wir dringend, dass Minderjährige nur in Begleitung ihrer aufsichts- und haftungspflichtigen Erziehungsberechtigten die Suche mit einem Metalldetektor ausüben. Die heruntergeladene generelle Strandsuchgenehmigung gilt daher nur für volljährige und geschäftsfähige Personen.

Die generelle Fundmeldepflicht nach § 15 DSchG SH bleibt unberührt.

Beachten Sie bitte, dass denkmalrechtliche Genehmigungen des ALSH grundsätzlich immer unbeschadet der Rechte Dritter (Betretungsrechte, Naturschutzrecht, Eigentumsrechte an gefundenen und nicht herrenlosen Gegenständen etc.) erteilt werden.

Es kann durchaus vorkommen, dass das Suchen mit einem Metalldetektor an bestimmten Badestränden oder Strandabschnitten zu bestimmten Zeiten unerwünscht oder gar verboten ist. Das ALSH hat hierauf keinen Einfluss, da dies Sache der Eigentümer oder Pächter ist. 

Bei verlorenen Gegenständen ist § 965 Bürgerliches Gesetzbuch (Anzeigepflicht des Finders) zu beachten. (1) Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, hat dem Verlierer oder dem Eigentümer oder einem sonstigen Empfangsberechtigten unverzüglich Anzeige zu machen. (2) Kennt der Finder die Empfangsberechtigten nicht oder ist ihm ihr Aufenthalt unbekannt, so hat er den Fund und die Umstände, welche für die Ermittlung der Empfangsberechtigten erheblich sein können, unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen. Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so bedarf es der Anzeige nicht.

Entscheidungen und Eintragungen nach dem Denkmalschutzgesetz sind gebührenfrei (§ 22 DSchG).

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