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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Welche Gegenstände sind Kulturdenkmale und müssen gemeldet werden?

Grundsätzlich besteht nach § 15 DSchG SH eine generelle Meldepflicht für das Auffinden von Kulturdenkmalen (Abs. 1 „Wer Kulturdenkmale entdeckt oder findet, hat dies unverzüglich unmittelbar oder über die Gemeinde der oberen Denkmalschutzbehörde mitzuteilen.“). Nach § 15 DSchG SH kann das Archäologische Landesamt unbeschadet des Eigentumsrechts eine befristete Aushändigung zur wissenschaftlichen Bearbeitung verlangen.

Nach den Begriffsbestimmungen (§ 2 Abs. 2 DSchG SH) sind Kulturdenkmale Sachen, Gruppen von Sachen oder Teile von Sachen aus vergangener Zeit, deren Erforschung oder Erhaltung wegen ihres besonderen geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen, technischen, städtebaulichen oder die Kulturlandschaft prägenden Wertes im öffentlichen Interesse liegen. Kulturdenkmale können beweglich und unbeweglich sein. Sie sind insbesondere Baudenkmale, archäologische Denkmale und Gründenkmale. Nach diesem Gesetz sind (§ 2 Abs. 2 Satz 2) archäologische Denkmale solche, die sich im Boden, in Mooren oder in einem Gewässer befinden oder befanden und aus denen mit archäologischer Methode Kenntnis von der Vergangenheit des Menschen gewonnen werden kann; hierzu gehören auch dingliche Zeugnisse wie Veränderungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffenheit sowie Zeugnisse pflanzlichen und tierischen Lebens, wenn aus ihnen mit archäologischer Methode Kenntnis von der Vergangenheit des Menschen gewonnen werden kann;

Zunächst einmal werden gemeinhin unter beweglichen archäologischen Kulturdenkmalen (=Funde) diejenigen wissenschaftlich bedeutenden Gegenstände aus allen vor- und frühgeschichtlichen Epochen von der Steinzeit bis in das Spätmittelalter bzw. in die frühe Neuzeit hinein verstanden. Gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten hat sich jedoch auch die neuzeitliche und zeitgeschichtliche Archäologie etabliert. Archäologische Methoden werden hierbei gezielt auch in der Erforschung der jüngeren Vergangenheit erfolgreich eingesetzt. Dies kann militärische Lagerplätze und Schlachtfelder der deutsch-dänischen Kriege des 19. Jahrhunderts, aber auch heute kaum oder gar nicht mehr sichtbare Zeugen aus der Zeit des dritten Reiches wie z. B. im Boden verborgene Überreste von Gefangenen- und Konzentrationslagern umfassen.

Die Rechtsprechung hat bestätigt, dass zu den Kulturdenkmalen u. a. auch militärische Funde (sog. Militaria) aus der Zeit der Weltkriege zählen können (OVG Schleswig, Beschluss vom 12. April 2012 – 1 LA 8/12 –). Ob gefundene militärische Gegenstände tatsächlich Kulturdenkmale im Sinne des § 2 Abs. 2 DSchG SH sind, ist eine Frage des Einzelfalls, dessen Beurteilung (zunächst) den zuständigen Denkmalschutzbehörden obliegt. Darüber hinaus können auch jüngere bewegliche (Funde) und unbewegliche Hinterlassenschaften des Menschen (archäologische Strukturen im Untergrund) Kulturdenkmale sein, sofern sie aus einer abgeschlossenen, also historisch gewordenen Epoche wie letztlich auch aus dem „Kalten Krieg“ stammen (Gallinat, Denkmalschutzgesetz des Landes Schleswig-Holstein, Wiesbaden 1997, § 1 Anm. 5.3).

Munitionsteile und Waffen (-teile) fallen als Kampfmittel unter die Kampfmittelverordnung (KampfmV SH 2012). Es ist verboten, entdeckte Kampfmittel zu berühren, ihre Lage zu verändern, in Besitz zu nehmen oder zu beseitigen (§ 5 KampfmV SH 2012). Der unsachgemäße Umgang mit Munition oder Teilen davon kann TÖDLICH sein!

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