Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht

© Uwe Lorenzen

Erste Prüfung

Allgemeine Informationen über die erste Prüfung

Die erste Prüfung besteht aus einer universitären Schwerpunktbereichsprüfung und einer staatlichen Pflichtfachprüfung. Über das Bestehen der ersten Prüfung wird ein Zeugnis erteilt, das die Ergebnisse der Schwerpunktbereichsprüfung und der Pflichtfachprüfung sowie eine Gesamtnote enthält.

Die Schwerpunktbereichsprüfung wird von den Universitäten abgenommen. Ihre Note geht zu 30 % in die Gesamtnote der ersten Prüfung ein. Gegenstand der Schwerpunktbereichsprüfung sind der vom Prüfling gewählte Schwerpunktbereich und die mit ihm ggf. zusammenhängenden Pflichtfächer einschließlich der interdisziplinären und internationalen Bezüge des Rechts. Näheres regeln die jeweiligen Prüfungs- und Studienordnungen der Universitäten.

Die staatliche Pflichtfachprüfung wird vor dem Justizprüfungsamt bei dem Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht abgelegt. Ihr Ergebnis geht zu 70 % in die Gesamtnote der ersten Prüfung ein. Die Zulassungsvoraussetzungen für die staatliche Pflichtfachprüfung sind in §§ 1 und 2 Absatz 1 JAVO in einzelnen aufgeführt.

Gegenstand der staatlichen Pflichtfachprüfung sind ein schriftlicher und ein mündlicher Teil; der schriftliche Teil geht dem mündlichen Teil voraus.

Der schriftliche Teil der staatlichen Pflichtfachprüfung besteht aus sechs Aufsichtsarbeiten von je fünf Stunden Dauer. Drei Aufsichtsarbeiten sind dem Bereich des Bürgerlichen Rechts, zwei dem Bereich des Öffentlichen Rechts und eine Aufsichtsarbeit ist dem Bereich des Strafrechts zu entnehmen.

Der mündliche Teil der staatlichen Pflichtfachprüfung besteht aus einem mündlichen Prüfungsgespräch, das sich in drei Prüfungsabschnitte gliedert. Es erfolgt jeweils ein Prüfungsgespräch in den Kernbereichen der Pflichtfächer Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht einschließlich der wissenschaftlichen Methoden und der philosophischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen. Als Dauer des Prüfungsgespräches sind für jede Kandidatin bzw. jeden Kandidaten pro Fach 15 Minuten vorgesehen. Um zur Teilnahme an der mündlichen Prüfung zugelassen werden zu können, müssen die Leistungen in den Aufsichtsarbeiten insgesamt mindestens 3,75 Punkte im Durchschnitt erreichen. Darüber hinaus dürfen nicht mehr als drei Aufsichtsarbeiten mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet worden sein.

Die staatliche Pflichtfachprüfung ist bestanden, wenn die Kandidatin oder der Kandidat ein Gesamtergebnis von mindestens 4,00 Punkten erreicht hat. Jede einzelne Prüfungsleistung fließt dabei mit einem Neuntel in die Endnote der staatlichen Pflichtfachprüfung ein. Darüber hinaus müssen in jedem Pflichtfach entweder in einer Aufsichtsarbeit oder in dem jeweiligen mündlichen Prüfungsteil mindestens 4,00 Punkte erreicht worden sein.