Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Amtsgericht Bad Segeberg
Nachlassgericht

Staatskanzlei

Amtsgericht Bad Segeberg
Nachlassgericht

Hier finden Sie Informationen zum Nachlassgericht

alle öffnen

Öffnungszeiten des Nachlassgerichtes

Öffnungszeiten des Nachlassgerichts Bad Segeberg:

Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9-12 Uhr

Mittwochs sind keine Sprechzeiten !

Zuständigkeit des Nachlassgerichts Bad Segeberg

Das Nachlassgericht in Bad Segeberg ist zuständig für alle Verstorbenen, die im Bezirk des Amtsgerichts Bad Segeberg ihren letzten gewöhnlichen Aufenthalt (Lebensmittelpunkt) hatten.

Welche Aufgaben hat das Nachlassgericht?

Das Nachlassgericht ist unter anderem zuständig für

◾ die Beurkundung von Erbscheinanträgen und die Erteilung von Erbscheinen,
◾ die Verwahrung und Eröffnung von Testamenten und Erbverträgen,
◾ die Beurkundung und Entgegennahme von Ausschlagungserklärungen,
◾ die Ermittlungen über die Zusammensetzung des Nachlasses,
◾ die Bestellung von Nachlasspflegern bei sicherungsbedürftigem Nachlass im Interesse der unbekannten Erben.

Was kann das Amtsgericht nicht für Sie tun?

◾ Eine Rechtsberatung in Nachlasssachen durchführen.
◾ Hilfe bei der Abfassung des Testaments leisten.
◾ Die Aufteilung des Nachlasses unter mehreren Erben bzw. Abwicklung (wie z. B. Erfüllung von Vermächtnissen oder Pflichtteilsansprüchen) vornehmen.
◾ Ermittlungen über die Zusammensetzung des Nachlasses durchführen.
◾ Zuständiges Nachlassgericht ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk d. Verstorbene (im Folgenden Erblasser/in oder Testator genannt) seinen/ihren letzten Wohnsitz hatte.

Wie weise ich mein Erbrecht nach?

Der Erbe kann sein Erbrecht durch einen vom Nachlassgericht gebührenpflichtig ausgestellten Erbschein bescheinigen lassen.
Der Erbschein weist die Rechtsnachfolge aus, nicht aber wem die einzelnen Nachlassgegenstände zustehen. Mehrere Erben bilden eine sogenannte Erbengemeinschaft und müssen sich selbst um die Aufteilung des Nachlasses kümmern.
Der Erbschein wird nur auf Antrag eines Erben erteilt. Dabei ist die Antragstellung durch einen der Miterben ausreichend, da die übrigen Miterben schriftlich angehört werden. Der Antrag kann entweder direkt beim Nachlassgericht oder durch einen Notar bzw. eine Notarin aufgenommen werden.
Meistens ist der Erbschein z.B. dann erforderlich, wenn ein Erblasser Grundbesitz hinterlässt und kein notarielles Testament oder Erbvertrag die Erbfolge eindeutig regelt. Auch Banken, Versicherungen und ähnliche Institute lassen sich die Erbfolge häufig durch einen Erbschein nachweisen. Bitte erfragen Sie bei diesen Stellen jeweils vorab, ob ein Erbschein verlangt wird. Wenn ein Erbscheinantrag gestellt wurde und dieser im Nachhinein zurückgenommen wird, weil ein Erbschein gar nicht benötigt wird, fallen wegen des begonnenen Verfahrens Gebühren an.

Zum Nachweis der testamentarischen Erbfolge reicht in den meisten Fällen anstelle eines Erbscheins eine beglaubigte Kopie der vom Nachlassgericht eröffneten Verfügung von Todes wegen letztwilligen Verfügung (Testament/Erbvertrag) nebst Eröffnungsprotokoll aus, wenn es sich um ein notarielles Testament oder einen Erbvertrag handelt, in dem die Erben genau bezeichnet sind. Denn ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag ersetzen, soweit die Erbfolge klar hervorgeht, einen Erbschein.
Bei einem Erbschein aufgrund gesetzlicher Erbfolge muss das Erbrecht durch Personenstandsurkunden (z.B. Geburts-, Heirats-, Sterbe-, Scheidungs-, Adoptionsurkunden etc. der Erben bzw. der vorverstorbenen Personen) nachgewiesen werden, die im Original oder in beglaubigter Ablichtung vorzulegen sind. Welche Urkunden erforderlich sind, muss im Einzelfall geprüft werden.

Wie lehne ich ein Erbe ab?

Wer eine ihm zugefallene Erbschaft nicht annehmen möchte, muss sie ausdrücklich ausschlagen, und zwar bei dem zuständigen Nachlassgericht, einem Notar bzw. einer Notarin oder bei dem für die/den Ausschlagenden zuständigen Gericht des gewöhnlichen Aufenthaltes Wohnsitzgericht. Die Einreichung einer privatschriftlich (selbst-)verfassten Erklärung ist unwirksam.
Die Ausschlagungsfrist beträgt 6 Wochen (bzw. 6 Monate bei Aufenthalt des Erben bei Frist-beginn im Ausland oder Wohnort des Erblassers im Ausland). Sie beginnt von dem Tage an, an dem der Erbe Kenntnis vom Anfall der Erbschaft bekommt, das heißt, seit dem Zeitpunkt, an dem er weiß, dass er Erbe geworden ist. Bei einer Verfügung von Todes wegen letztwilligen Verfügung (Testament oder Erbvertrag) ist dieses der Tag, an dem er vom Nachlassgericht benachrichtigt wird. Eine Verlängerung der Frist ist nicht möglich!

Wichtig ist, dass der Nachlass bei einer Ausschlagung dem Nächstberufenen anfällt (z. B. den eigenen Kindern). Für Minderjährige müssen die bzw. muss der gesetzliche Vertreter die Erbschaft ausschlagen. Besteht ein gemeinsames Sorgerecht, müssen beide Elternteile die Erbschaft ausschlagen.
Wenn Sie die Erbschaft ausschlagen, teilen Sie bitte die Namen und Anschriften derjenigen Personen mit (bei Minderjährigen auch das Geburtsdatum und die Namen und Anschriften der gesetzlichen Vertreter), die nach Ihrer Ausschlagung als Erben berufen sind (z.B. könnten dies die eigenen Abkömmlinge sein).
Die Ausschlagung befreit die ausschlagenden Kinder nicht von der Kostentragepflicht der Beisetzungskosten, jedoch sämtliche Ausschlagenden von der Haftung für sonstige Nachlassverbindlichkeiten.
Die Ausschlagung ist in jedem Fall gebührenpflichtig, egal ob sie bei dem Notar bzw. der Notarin oder dem Nachlassgericht erklärt wird.

Wie kann ich Testamente/Erbverträge errichten?

Ein Testament kann man allein oder gemeinsam mit seinem Ehegatten bzw. Partner aus eingetragener Lebenspartnerschaft errichten. Dieses kann handschriftlich geschehen oder von einem Notar bzw. einer Notarin beurkundet werden. Ein Erbvertrag muss zwingend von einem Notar bzw. einer Notarin beurkundet werden.
Ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag werden automatisch durch den Notar bzw. die Notarin beim Nachlassgericht hinterlegt. Die Hinterlegung ist gebührenpflichtig.

Ein handschriftliches/privatschriftliches Testament muss:

◾ eigenhändig mit der Hand geschrieben werden,
◾ die Angabe von Ort und Datum beinhalten,
◾ eigenhändig unterschrieben sein. Beim gemeinschaftlichen Testament müssen beide Ehepartner (bzw. Lebenspartner in eingetragener Lebenspartnerschaft) unterschreiben.
◾ Das handschriftliche Testament kann beim Nachlassgericht hinterlegt werden, um sicher zu stellen, dass es nicht abhandenkommt oder vernichtet wird. Für die Hinterlegung ist die Vorlage eines gültigen Personalausweises, der Geburtsurkunde, bei Ehegatten, die Vorlage einer Heiratsurkunde erforderlich. Die Hinterlegung ist gebührenpflichtig.

Sofern ein gemeinschaftliches Testament hinterlegt werden soll, müssen entweder beide Ehegatten erscheinen und die Hinterlegung beantragen, oder ein Ehegatte muss dem anderen Ehegatten eine Originalvollmacht mitgeben, dass ihn zur Hinterlegung des gemeinschaftlichen Testamentes ermächtigt.

Auf Grund verschiedener Mitteilungspflichten wird die Verwahrung (nicht der Inhalt!) eines jeden Testaments im Zentralen Testamentsregister für jede Person, die das Testament errichtet hat, registriert.
Diese Registrierung stellt die Eröffnung nach dem Ableben jeder Person sicher.
Jedes hinterlegte Testament kann jederzeit persönlich (also nicht durch eine bevollmächtigte dritte Person) und, wenn das Testament von mehreren Personen errichtet worden ist, Angabe, von allen Testatoren gemeinsam aus der amtlichen Verwahrung zurückgenommen werden.

Wie läuft die Eröffnung von Verfügungen von Todes wegen ab?

Nach dem Tode des Erblassers muss das Nachlassgericht jedes Schriftstück eröffnen, welches sich inhaltlich als sein Testament/Erbvertrag darstellt. Jede Person, die ein solches Schriftstück in Besitz hat, ist gemäß § 2259 BGB verpflichtet, dieses – ohne besondere Aufforderung – beim Nachlassgericht im Original abzuliefern.
Ein gemeinschaftliches Testament ist bereits nach dem Tod des ersten Ehegatten (bzw. Lebenspartners in eingetragener Lebenspartnerschaft) abzuliefern.
Die Eröffnung kann schriftlich oder persönlich beim Nachlassgericht beantragt werden. Das gilt auch für die letztwilligen Verfügungen, die sich bereits in der besonderen amtlichen Verwahrung des Gerichts befinden.

Um die Eröffnung vornehmen zu können muss dem Nachlassgericht folgendes vorgelegt werden:
◾ eine Sterbeurkunde,
◾ die Namen und Anschriften der gesetzlichen Erben und der in der Verfügung von Todes wegen bezeichneten Personen,
◾ der Wert des reinen Nachlasses
sowie
◾ alle vorhandenen Testamente im Original, sofern sich diese nicht in der amtlichen Verwahrung befinden.
◾ Sofern vorhanden, wird die Vorlage des Hinterlegungsscheines erbeten.

Über die Eröffnung der Verfügung von Todes wegen letztwilligen Verfügung wird ein Protokoll erstellt. Hierbei prüft das Gericht nicht die Gültigkeit der letztwilligen Verfügung. Zur Eröffnung des Testaments bzw. des Erbvertrags werden die Beteiligten in der Regel nicht geladen. Diese werden durch Übersendung der Verfügung von Todes wegen und des Eröffnungsprotokolls benachrichtigt.

Für die Aufnahme von Anträgen bringen Sie bitte ausreichend Zeit mit und finden Sie sich bis spätestens 11.30 Uhr beim Nachlassgericht ein.

Mittwochs allerdings ist keine Sprechzeit.



Informationsbroschüre des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (externer Link)


zurück zur Übersicht