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Amtsgericht Norderstedt -
Insolvenzgericht

Staatskanzlei

Amtsgericht Norderstedt -
Insolvenzgericht

Hier finden Sie Informationen zum Insolvenzgericht

Das Amtsgericht Norderstedt ist für die Bearbeitung von Insolvenzverfahren im Bezirk der Amtsgerichte Norderstedt und Bad Segeberg zuständig.

Zuständig ist das Insolvenzgericht, in dessen Bezirk der Schuldner seinen allgemeinen Gerichtsstand hat (für gewöhnlich ist das der Wohnsitz; bei Gesellschaften der Sitz). Liegt der Mittelpunkt einer selbständigen wirtschaftlichen Tätigkeit des Schuldners an einem anderen Ort, so ist ausschließlich das Insolvenzgericht zuständig, in dessen Bezirk dieser Ort liegt.

Das Insolvenzgericht hat auf Grund gesetzlicher Vorgabe in der Insolvenzordnung  bestimmte Entscheidungen im Verfahren im Internet zu veröffentlichen (z.B. die Eröffnung oder die Aufhebung des Verfahrens, die Erteilung oder Versagung der Restschuldbefreiung, …).

Die Veröffentlichungen sind unter www.insolvenzbekanntmachungen.de für jedermann einsehbar.

Nach Entscheidung über den Antrag auf Restschuldbefreiung müssen die Veröffentlichungen nach 6 Monaten gelöscht werden. Sofern über diesen Zeitraum hinaus dennoch Veröffentlichungen einsehbar sind, setzen Sie sich bitte mit dem Insolvenzgericht in Verbindung.

Soweit Auskunfteien (z.B. Schufa) Verfahrensdaten führen, werden diese durch die Auskunfteien selbständig geführt. Die Löschung vorhandener Daten erfolgt dort ebenfalls unabhängig vom Gericht. Zur Löschung solcher Daten müssen Sie sich direkt an die Auskunftei wenden.

Über die Veröffentlichung hinausgehende Informationen zu einem Verfahren können Sie nur erhalten, wenn Sie dem Insolvenzgericht schriftlich ein rechtliches Interesse glaubhaft machen.

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Vordrucke InsO?

Unter den folgenden Links können Sie die Antrags-Vordrucke aufrufen. Die Antragsvordrucke erhalten Sie auch direkt in der Insolvenzabteilung des Amtsgerichts Norderstedt.

Antrag Verbraucherinsolvenz:
Wenden Sie sich wegen des Vordrucks für das Verbraucherinsolvenzverfahren bitte an eine als geeignet anerkannte Stelle im Sinne des § 305 InsO. Das sind insbesondere Schuldnerberatungsstellen, aber z.B. auch Rechtsanwälte.

Antrag Regelinsolvenz (natürliche Person) (externer Link)

Antrag Regelinsolvenz (juristische Person) (externer Link)

Antrag Verfahrenskostenstundung (externer Link)

Verbraucherinsolvenzverfahren

Das Verbraucherinsolvenzverfahren ist speziell für natürliche Personen vorgesehen, die keine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit ausüben oder ausgeübt haben.

Auch ehemals Selbständige können dieses Verfahren nutzen, sofern die Vermögensverhältnisse überschaubar sind (max. 19 Gläubiger) und keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen.

Das Verfahren verläuft in mehreren Schritten:

Regelinsolvenz

natürliche Person
Selbständige oder ehemals Selbständige, die die Voraussetzungen für ein Verbraucherinsolvenzverfahren nicht erfüllen, durchlaufen das Regelinsolvenzverfahren. Ein vorheriger Schuldenbereinigungsversuch ist hier nicht vorgeschrieben.
Wie im Verbraucherinsolvenzverfahren kann auch hier die Erteilung der Restschuldbefreiung und die Stundung der Verfahrenskosten beantragt werden.
Den Antragsvordruck finden Sie oben („Vordrucke Insolvenzeröffnung“.)
Unternehmen
Insolvente Unternehmen müssen das Regelinsolvenzverfahren durchlaufen. Eine Restschuldbefreiung oder Verfahrenskostenstundung ist rechtlich nicht vorgesehen.
Bei juristischen Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit kann eine Pflicht zur Antragstellung bestehen, § 15a InsO. Sofern trotz Pflicht zur Antragstellung ein Antrag nicht rechtzeitig gestellt wird, kann dies strafrechtliche Folgen haben.
Bei juristischen Personen (z. B. Kapitalgesellschaften oder eingetragene Vereine) ist jede gesetzliche Vertretung (Geschäftsführer/in, Vorstandsmitglied), bei Gesellschaften ohne Rechtpersönlichkeit (z. B. OHG oder KG) jeder persönlich haftende Gesellschafter einzeln berechtigt, den Eigenantrag für den Rechtsträger zu stellen, auch wenn er sonst nur gemeinsam mit anderen Personen vertretungsbefugt ist (§ 15 Abs. 1 InsO). Etwas anderes gilt beim Eigenantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit: hier kann ein Einzelner den Antrag nur stellen, wenn er auch einzeln vertretungsbefugt ist (§ 18 Abs. 3 InsO).

Forderungsanmeldung

Die Insolvenzgläubiger haben ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Dieser prüft die bei ihm angemeldeten Gläubigerforderungen. Bestreitet er angemeldete Forderungen und kann sich der Gläubiger mit ihm nicht einigen, kann der Gläubiger die Feststellung der Forderung nur über eine (Zivil-) Klage gegen den Insolvenzverwalter erreichen. Das Insolvenzgericht stellt hier nur die Prüfungsergebnisse fest.

Die Gläubiger bestrittener oder für den Ausfall festgestellter Forderungen erhalten vom Insolvenzgericht nach dem Prüfungsstichtag einen beglaubigten Auszug aus der Tabelle.

Die Gläubiger festgestellter Forderungen werden nicht benachrichtigt, § 179 Abs. 3 InsO.

Auch nach Ablauf der im Eröffnungsbeschluss genannten Anmeldungsfrist können noch Forderungen nachgemeldet werden. Die nachträgliche Prüfung kann für den nachmeldenden Gläubiger eine Gebühr von 20,- € auslösen.
Es ist üblich, dass nachträgliche Forderungsanmeldungen gesammelt und erst gegen Verfahrensende geprüft werden.

Restschuldbefreiung

Stundung der Verfahrenskosten

Schuldnern, die einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt haben, deren Vermögen aber voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken, werden auf Antrag die Kosten bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet. 

Die Stundung erfolgt für jeden Verfahrensabschnitt gesondert. Sie umfasst auch die Kosten des Verfahrens über den Schuldenbereinigungsplan. Nach Erteilung der Restschuldbefreiung - also nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode - endet die Stundung. Der Schuldner hat dann grundsätzlich die gestundeten Beträge an die Staatskasse zu zahlen. Der Einzug der Verfahrenskosten erfolgt durch das Finanzverwaltungsamt Schleswig-Holstein. 

Die Stundung wird aufgehoben, wenn die Voraussetzungen der Bedürftigkeit nicht mehr vorliegen oder wenn der Schuldner seine Verhaltensobliegenheiten verletzt.

Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten (externer Link)

Insolvenzverwalter / Treuhänder

Der Insolvenzverwalter hat in erster Linie für die Gläubigergesamtheit die vorhandenen Vermögenswerte zu verwerten und für die Verteilung des Erlöses an die Gläubiger Sorge zu tragen.

Darüber hinaus prüft er die bei ihm angemeldeten Gläubigerforderungen. Bestreitet er angemeldete Forderungen und kann sich der Gläubiger mit ihm nicht einigen, kann der Gläubiger die Feststellung der Forderung nur über eine (Zivil-) Klage gegen den Insolvenzverwalter erreichen. Das Insolvenzgericht stellt hier nur die Prüfungsergebnisse fest.

Er steht unter der Aufsicht des Insolvenzgerichts und hat dem Gericht Berichte zu erstatten und Rechnung zu legen über die verwaltete Insolvenzmasse.

Der Insolvenzverwalter ist nicht für die individuelle Vertretung der Interessen eines Schuldners zuständig. Der Schuldner ist verpflichtet, dem Insolvenzverwalter notwendige Auskünfte zu erteilen und erforderlichenfalls an Verwertungsmaßnahmen mitzuwirken.

Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens zieht er während der restlichen Wohlverhaltensphase als Treuhänder die abgetretenen pfändbaren Gehaltsanteile ein und verteilt diese an die Gläubiger. Grundsätzlich ist der Treuhänder verpflichtet, die Gehaltsabtretung dem Arbeitgeber mitzuteilen.



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