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Wie läuft eine Kindschaftssache eigentlich ab?

Staatskanzlei

Wie läuft eine Kindschaftssache eigentlich ab?

In Kindschaftssachen begrüßt es das Gericht, wenn sich die Eltern bereits vor seiner Anrufung  an das Jugendamt gewandt haben. Manche Verfahren erübrigen sich nach einer Beratung dort. Das spart Kosten und Zeit.

 

Sofort bei Beginn des Verfahrens setzt sich das Gericht aber auch  von sich aus mit dem Jugendamt in Verbindung. Das Jugendamt wird zu Terminen geladen, seine Einschätzung  fließt in die Entscheidung des Gerichts mit ein. Das Jugendamt setzt sich mit den Eltern in Verbindung. Termine mit dem Jugendamt sollten unbedingt eingehalten werden. Das Jugendamt versucht in eigenständiger Zuständigkeit eine einvernehmliche Regelung.

               

Je nach Einschätzung der Notwendigkeit bestellt das Gericht dem Kind einen Verfahrensbeistand, der seine Interessen wahrnehmen und regelmäßig auch mit den Eltern  und anderen Kontaktpersonen Verbindung aufnehmen soll, um auf eine Einigung hinzuwirken. Das kann zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens geschehen. Termine mit dem Verfahrensbeistand sollten unbedingt eingehalten werden. Seine Einschätzung  fließt in die Entscheidung des Gerichts mit ein. Er ist sogar berechtigt, gegen den Willen der Eltern für das Kind Rechtsmittel einzulegen.

 

Bei Gericht findet der erste Termin in der Regel innerhalb vor vier Wochen statt. Hier kann bereits eine einvernehmliche Lösung zur Beendigung des Verfahrens führen oder in eindeutigen Fällen ein Beschluss erfolgen. Es können aber auch Zwischenregelungen getroffen werden. Dies ist insbesondere dann üblich, wenn sich die Eltern bereitfinden, zum Wohle ihres Kindes in einen Beratungsprozess einzutreten, der Zeit erfordert. Das Gericht räumt ihnen dann eine gewisse Zeitspanne ein und bestimmt erst nach Ablauf einen erneuten Termin.

In schwierigen Fällen muss ein Sachverständigengutachten eingeholt werden. Der Sachverständige benötigt regelmäßig mindestens fünf Monate für die Erstellung des Gutachtens, das auf intensiven Gesprächen mit Eltern, Kindern und Kontaktpersonen (Kita,  Schule, Ärzte – soweit Schweigepflichtentbindung erfolgt) und Verhaltensbeobachtungen beruht und erhebliche Kosten verursacht. Das Gutachten wird allen Verfahrensbeteiligten zur Kenntnis gegeben.

Grundsätzlich ist das Kind in Abwesenheit der Eltern anzuhören. Die Anhörung jüngerer Kinder findet in einem kindgerecht eingerichteten und mit Spielzeug ausgestatteten Zimmer unseres Gerichts in möglichst entspanntem Rahmen statt. Bei einer Einigung der Eltern kann sich – je nach Einzelfall – die Anhörung des Kindes erübrigen.

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