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Zuwanderung gestalten - Leitbild für eine Zuwanderungsverwaltung in Schleswig-Holstein

Staatskanzlei

Zuwanderung gestalten - Leitbild für eine Zuwanderungsverwaltung in Schleswig-Holstein

Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat in ihrem Koalitionsvertrag für die Jahre 2012 – 2017 festgestellt, das Land braucht eine neue, akzeptierende Willkommenskultur, die sich auch im konkreten Verwaltungshandeln widerspiegelt.

Plakat mit Weltkarte und "Willkommen" in verschiedenen Sprachen

Bereits im September 2012 wurde daher im Rahmen einer breit angelegten Veranstaltung unter dem Titel „Willkommenskultur braucht Willkommensstruktur“ vom Innenministerium gemeinsam mit dem Städteverband Schleswig-Holstein, dem Landesverband der Volkshochschulen und der LAG der freien Wohlfahrtsverbände der Startschuss für die Weiterentwicklung im staatlichen und zivilgesellschaftlichen Rahmen gegeben.

Die Diskussion des Begriffs „Willkommenskultur“ sowie die Überprüfung möglicher Handlungsfelder auf Veränderungserfordernisse und -möglichkeiten sind auch in Schleswig-Holstein seither in voller Bewegung. Insbesondere die hergebrachten Ausländerbehörden – als Anlaufstelle für die neuzuwandernden Ausländerinnen und Ausländer quasi die „Visitenkarte“ deutscher Verwaltungs- und Gesellschaftskultur – befassen sich seit Sommer 2013 auch im Rahmen eines Landesprojektes mit der Weiterentwicklung von Willkommens- und Anerkennungsstrukturen.

Ziel dieses Projektes ist die Verbindung von ordnungsbehördlichen Aufgaben mit integrationspolitischen Zielsetzungen durch Einrichtung von Willkommens- und Anerkennungsstrukturen in den Ausländerbehörden in Schleswig-Holstein. Dabei wurden sowohl die verwaltungsinternen Organisationsstrukturen, die Vernetzungen mit anderen Akteuren sowie die Haltungen der Beschäftigten reflektiert.

Das Projekt (Arbeitstitel WillkA) wurde in verschiedene Schritte aufgeteilt:

Darstellung des Projektverlaufs "WillkA" WillkA (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)


Ab August 2013 wurde zunächst eine sehr umfangreiche fragebogenbasierte Bestandsaufnahme in den Ausländerbehörden durchgeführt und ausgewertet. Parallel hierzu wurden die angesprochenen Behörden gebeten, eine Präsentation ihrer Behörde oder konkreter Abläufe unter dem Blickwinkel eines erfahrbaren Willkommens zu erarbeiten.

In einem nächsten Schritt (von November 2013 bis Januar 2014) haben sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ausländerbehörden in vier regionalen ganztägigen Workshops mit den Möglichkeiten der Optimierung von Willkommens- und Anerkennungsstrukturen in dem eigenen Arbeitsumfeld unter den Gesichtspunkten „Organisation – Personal – Vernetzung – Image“ befasst. Es wurden Handlungsfelder einer modernen Zuwanderungsverwaltung erarbeitet sowie konkrete Umsetzungsmaßnahmen festgelegt.

In einem dritten Schritt haben Vertreterinnen und Vertreter der Ausländerbehörden unter Beteiligung des Flüchtlingsbeauftragten und weiterer Verfahrensbeteiligter aus den Ergebnissen dieser Workshops Anfang März das

„Leitbild für die Zuwanderungsverwaltung in Schleswig-Holstein“

entworfen, das am 30.04.2014 mit den Unterschriften des Innenministers und der Geschäftsführer von Städtetag und Landkreistag an die Landrätinnen und Landräte sowie die (Ober-)Bürgermeister der kreisfreien Städte als Richtschnur für die Gestaltung der Zuwanderungsverwaltung versandt wurde.

Leitbild Zuwanderungsverwaltung Leitbild Zuwanderungsverwaltung (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)

Ergänzt wird das Leitbild von einem konkreten Maßnahmenkatalog aus den Workshops. Die beteiligten Behörden haben neben allgemeinen Empfehlungen für einen dauerhaften und nachhaltigen Prozess der Zuwanderungsverwaltung auch konkrete Schritte zur Entwicklung von Willkommens- und Anerkennungsstrukturen für ihre Behörden erarbeitet.

Vertreterinnen und Vertreter des Innenministeriums haben in der Zeit von Mai bis Oktober 2014 alle 16 Ausländerbehörden in Schleswig-Holstein besucht. Diese nutzten die Gelegenheit, den Stand von Einzelmaßnahmen oder Konzepten für die weitere Entwicklung ihrer Behörde zu präsentieren.

Schild: Ausländer- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten

Zum vorläufigen Abschluss des Projektes wurde am 5. November 2014 ein Thementag Willkommenskultur bei der gastgebenden Ausländerbehörde der Stadt Kiel, die ab 1.1.2015 Zuwanderungsabteilung (Immigration Office) heißen wird, durchgeführt. Im Rahmen dieser Ganztagesveranstaltung wurde die Gelegenheit genutzt, erste erfolgreiche Veränderungen, die sowohl aus eigener Kraft der Beschäftigten als auch mit großer Unterstützung der Ressourcenverantwortlichen realisiert werden konnten, darzustellen. In der Diskussion über die Übertragbarkeit der Praxisbeispiele wurden auch Schwierigkeiten und Hindernisse erörtert, die Interessen der Zuwanderungsverwaltung im gesamten Aufgabenspektrum der kommunalen Aufgaben angemessen zur Geltung zu bringen.

Der Fortgang des gesamten Prozesses in den Zuwanderungsbehörden soll in einem Jahr - Ende 2015 - evaluiert werden. Ziel ist es, gemeinsam mit den Kommunalen Landesverbänden einen dauerhaften Entwicklungsprozess zu etablieren, der sich auch in der Konkurrenz zu anderen kommunalen Aufgaben behaupten kann.

Willkommens- und Anerkennungsstrukturen sind für das Gelingen einer modernen und zukunftsgerichteten schleswig-holsteinischen Zuwanderungsverwaltung unverzichtbar. Sie verfolgt die Ziele der Migrations- und Integrationsstrategie des Landes Schleswig-Holstein und wird sichtbarer Maßstab für den weiteren Prozess sein.

Das erarbeitete Leitbild dient der Orientierung und der Selbstvergewisserung der Verwaltung. Zugleich ist es eine Einladung an alle, die sich bei der Gestaltung und Ermöglichung von Zuwanderung beteiligen wollen.

Zum Herunterladen

Leitbild für die Zuwanderungsverwaltung in Schleswig-Holstein (PDF 383KB, )