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Genossenschaftlich Wohnen

© M. Staudt / grafikfoto.de

Genossenschaftlich Wohnen

Bezahlbar und gemeinsam mit anderen wohnen – das geht in Form einer genossenschaftlichen Wohnform.

Genossenschaften haben schon lange Tradition in Schleswig-Holstein. Um 1900 zogen die Menschen noch zusammen, weil sie zu arm waren oder keine Chance auf eine Wohnung hatten. Bezahlbar Wohnen wollen die Menschen auch heute. Darüber hinaus wollen viele aber auch nicht mehr allein, sondern in guter Gemein- oder Nachbarschaft oder generationenübergreifend leben.  In Schleswig-Holstein gibt es derzeit ca. 100 Wohnungsgenossenschaften nicht nur in den Städten, sondern insbesondere kleine neugegründete Genossenschaften auch im ländlichen Raum und sogar auf den Inseln.

Lebenslange Solidarität

In einer Wohngenossenschaft können die Mietglieder lebenslang wohnen und mitbestimmen. In manchen werden Gemeinschaftsräume eingerichtet, andere bieten einen kompletten-Service rund ums Wohnen an bis hin zur Betreuung im Alter.

Genossenschaften bieten insbesondere bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit kleinerem Einkommen bis hin zur Mitte der Gesellschaft. Deshalb werden sie bei vielen Projekten auch immer wieder mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung unterstützt. Weil sie als Bestandshalter ein dauerhaftes Interesse daran haben, dass ihre Wohnungen für ihre Mitglieder und für Neuinteressierte attraktiv bleiben, sind sie für Städte und Gemeinden wertvolle Partner, wenn es um Stadt-und Ortsentwicklung geht, um Unterstützung der Quartierserneuerung oder um quartiersübergreifende Angebote für Pflege und ein familiengerechtes Umfeld.

Zahlen und Fakten

In Schleswig-Holstein gibt es derzeit rund 50 große, traditionelle Wohnungsgenossenschaften mit mehreren tausend Einheiten in Wohnbeständen und Quartieren. Zusammen haben sie mehr als 124.000 Mitglieder. Zwischen 2015 und 2020 wurden von ihnen mehr als 2.000 Wohneinheiten mit Hilfe der sozialen Wohnraumförderung geschaffen.

Dazu kommen ebenfalls rund 50 kleine private, genossenschaftliche Siedlungen oder Wohnanlagen in der Rechtsform der Genossenschaft als Gemeinschaftseigentum. Häufig sind diese Projekte auf zehn bis 30 Wohneinheiten begrenzt. Zusammen haben sie derzeit weniger als 1.000 Wohneinheiten.

Finanzierung

Genossenschaften sind nicht am Profit ausgerichtet. Sie investieren einen Großteil des Erlöses im Interesse der Mitglieder in die Werterhaltung und Erweiterung des Immobilienbestands. Wenn die Genossenschaft Gewinne macht, können auch Dividenden an die Mitglieder ausgegeben werden.

Statt einer Mietsicherheit zahlt das Genossenschaftsmitglied einen Geschäftsanteil ein und erwirbt damit das Recht, eine passende Wohnung gegen ein Wohnungsentgelt angeboten zu bekommen. Häufig finden mehrere Generationen einer Familie im Rahmen ihrer Genossenschaft ein Zuhause über alle Lebensphasen hinweg als Single oder Familie bis ins hohe Alter.

So gelingt die Neugründung eines genossenschaftlichen Wohnprojekts

Am Anfang stehen eine Interessengruppe, der Bedarf und im Idealfall ein passendes Grundstück oder eine Immobilie. Für das Gelingen eines Projekts ist es hilfreich, wenn Kommunen sogenannte "Anhandgaben" für ein Grundstück aussprechen, damit die Gruppe Spielräume zur Vorabstimmung und Planung hat.

Die Ausgründung und Planung eines genossenschaftlichen Wohnprojekts benötigt viel ehrenamtliches Engagement, Vorinvestitionen, Risikobereitschaft und in der Regel die Beratung von Experten. Genossenschaftsverbände, Banken und Selbsthilfeorganisationen unterstützen die Gruppe dabei ebenfalls.

Das Innenministerium sorgt zusammen mit der Landesförderbank der IB.SH und dem Förderberatungsinstitut ARGE// SH für Finanzierungs- und bautechnische Förderberatung. Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Neue Perspektive Wohnen

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© Dau-Schmidt Hintern Höfen / Lübeck Früher Fischfabrik heute Wohnprojekt
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