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Energiewende im Wärmesektor

© M. Staudt / grafikfoto.de

Energiewende im Wärmesektor

„Energiewende“ ist mehr als Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und Netzausbau, sie umfasst gleichrangig Energieeinsparung, Energieeffizienz, Wende im Wärmesektor und "Decarbonisierung".

Die „Energiewende im Wärmesektor“ kommt in der Regel ohne kommunales Handeln nicht aus.

Kommunen sind deshalb Gestalter und Motor der „Energiewende“:

  • als großer Energieverbraucher,
  • als Planungsinstanz und
  • als Eigner oder Konzessionär von Energieunternehmen.

Die Klimaschutzziele von EU, Bundes- und Landesregierung erfordern eine Treibhausgasreduzierung von 80 % bis 2050.

Da dieses EU- und bundespolitisch gesetzte Klimaschutzziel mit Erdgas oder Heizöl nicht erreichbar ist, muss bei der Wärmeversorgung bis 2050 fast komplett auf fossile Energieträger verzichtet werden. Erdgas wird deshalb im Wärmemarkt der Zukunft massiv an Bedeutung verlieren. Die damit verbundene langfristige "Entwertung" des Erdgasverteilnetzes hat einen gravierenden Infrastrukturwechsel zur Folge. Zugleich ist eine anhaltend starke Beteiligung an der wärmetechnischen Sanierung der Gebäudebestände unausweichlich.

Neben den gebäudebezogenen Maßnahmen liegt der Fokus immer mehr auf der „Quartierssanierung“. Damit wird die wärmetechnische Gebäudesanierung und der Aufbau einer hoch effizienten Wärmeversorgung mit Wärmenetzen auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung und /oder erneuerbarer Energien, kombiniert. Zugleich werden damit die Voraussetzungen für erhebliche Kostensenkungspotentiale sowohl bei der Sanierung als auch beim Aufbau von Wärmenetzen geschaffen.

Gebäudeeigentümer und insbesondere die Wohnungswirtschaft stehen vor großen Herausforderungen um ihre Bestände wirtschaftlich und zukunftsgerecht weiterzuentwickeln. Klimaschutz, demographischer Wandel und die Sicherstellung bezahlbaren Wohnraums ohne Belastungs- und Verdrängungseffekte einkommensschwacher Haushalte sind einige Stichworte dazu.

Kommunen sollten dies bei ihren Planungen und Strategien zur Stadtentwicklung und Quartierssanierung berücksichtigen und durch integrierte Konzepte die gesamte Aufgabenpalette und alle betroffen Akteure einbeziehen.

Siehe auch: Leitfaden für Kommunen Klimaschutz und Anpassung in der integrierten Stadtentwicklung (PDF 4MB, Datei ist nicht barrierefrei): Vier strategische Handlungsfelder zur Stärkung des Klimaschutzes in der integrierten Stadtentwicklung, Seite 14.

Die Kommunen sind als Initiatoren und Mediatoren gefordert, damit Eigenheimbesitzer und Wohnungsbaugesellschaften einerseits sowie Energieunternehmen andererseits sich in eine Sanierungs- und Wärmeplanung einbringen, die im Ergebnis "win-win"-Effekte für alle Beteiligten schafft.

Dabei wird das Land die Kommunen bei der Energiewende im Wärmesektor mit einer "Energie- und Klimaschutzinitiative"(EKI) unterstützen. Zudem können für die Quartierssanierung "Quartiersmanager" gefördert werden.

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