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Auwaldpflanzung an der Krückau

© M. Staudt / grafikfoto.de

Auwaldpflanzung an der Krückau

10.000 Bäume für den Auwald an der Krückau

Dass auch junge Menschen einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der WRRL leisten können, zeigten im vergangenen Frühjahr über 1.200 Schüler des Ludwig-Meyn-Gymnasiums (LMG) Uetersen. Mit Unterstützung des Umweltministeriums aus Mitteln für die Öffentlichkeitsarbeit zur Umsetzung der WRRL pflanzten sie zusammen mit ihren Lehrern 10.000 Bäume für den Auwald an der Krückau in Alveslohe. Angereist waren zu dieser Aktion auch Umweltminister Dr. Robert Habeck und Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack, die es sich nicht nehmen ließen, im Kreise der Kinder und Jugendlichen jeweils selbst einige Flatterulmen zu pflanzen. Ziel der Maßnahme ist es, die Krückau im Oberlauf allmählich wieder zu einem naturnahen Waldbach zu machen und damit eine ökologische Verbesserung des Gewässers und seiner Aue zu bewirken. Umweltminister und Bildungsstaatssekretär lobten den außergewöhnlichen Einsatz der Schüler und Projektinitiatoren für den Gewässer- und Naturschutz.

LMG-Schüler bei der Auwaldpflanzung LMG-Schüler bei der Auwaldpflanzung © Hermann Ehrich

Zur Durchführung des Vorhabens hatten sich der Gewässerpflegeverband Krückau-Pinnau als Träger der Maßnahme und das LMG mit der Jägerschaft des Kreises Pinneberg, den Alvesloher Jägern, dem Gewässerverband Krückau und dem azv Südholstein zur Aktionsgemeinschaft Auwaldbildung zusammengeschlossen. Der Gewässerpflegeverband hatte erneut ein 7,5 Hektar großes Gelände zur Verfügung gestellt. Somit konnte das Langzeitprojekt "LMG-Zukunftswald" mit einem neuen Höhepunkt fortgesetzt werden. In diesem seit 2002 laufenden Projekt haben die Schüler auf Initiative von Gewässerschützer und Ex-LMG-Lehrer Gerd Janssen bei nunmehr 29 Einzelaktionen für fast 26 Hektar Auwald in den Gemeinden Alveslohe und Langeln rund 27.000 auentypische Bäume und Sträucher gepflanzt. Auf einem Großteil der Flächen waren die Bepflanzungen aus Mitteln zur Umsetzung der WRRL gefördert worden. Damit kann sich die Krückau in diesen Abschnitten wieder naturnah als Waldbach entwickeln, so dass Forelle, Schwarzstorch, Fischotter und die übrige Bachlebensgemeinschaft dauerhaft gute Lebensbedingungen finden.

Ein Organisationsteam aus Lehrkräften, Eltern und Schülern hatte die Anreise der Schüler mit Bussen, Eisenbahn oder Fahrrädern und die gleichmäßige Verteilung der jungen Naturschützer auf die Pflanzflächen im Vorwege perfekt organisiert. Wie die Flatterulmen, Eichen, Linden, Erlen, Eschen, Hainbuchen und verschiedenen Sträucher in den Boden zu bringen sind, wurde den Schülern von fachkundigen Jägern gezeigt. Unterstützt wurde das Projekt zudem durch die Stadtwerke Uetersen, verschiedene private Sponsoren und den Verein der Freunde des LMG.

Fast nur noch in Waldbächen findet die heimische Forelle geeignete Laichmöglichkeiten Fast nur noch in Waldbächen findet die heimische Forelle geeignete Laichmöglichkeiten © Gerd Janssen

Auwälder zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Landschaft. Nur in Waldbächen kann die durch die WRRL geforderte Vielfalt bachtypischer Tier- und Pflanzenarten erreicht werden. Auwälder dienen folglich dem Erhalt bzw. der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt im und am Gewässer. Sie filtern Schad- und übermäßige Nährstoffe aus dem Wasser und sorgen dadurch für dessen Reinhaltung. Sie bremsen die lebensfeindliche Versandung der Bäche und Flüsse, so dass sich wieder anspruchsvolle Organismen ansiedeln und Forellen sich wieder erfolgreich fortpflanzen können. Sie haben zudem günstige Wirkungen im Hinblick auf eine ausgeglichene Wassertemperatur, den Landschaftswasserhaushalt, den Biotopverbund, den Hochwasserschutz und als Kohlenstoffspeicher auf den Klimaschutz. Als Ergebnis neuester Forschungen zu den Ökosystemfunktionen von Flussauen wird deshalb die Neubegründung von Auwäldern von Wissenschaftlern mit Nachdruck empfohlen.

Erste Erfolge haben sich an der Krückau bereits eingestellt: Es gibt wieder Bach- und Meerforellen sowie Bachneunaugen. An deckungsreichen Abschnitten fischen der Eisvogel und der heimliche Schwarzstorch, regelmäßig werden in diesem Jahr Spuren des Fischotters gefunden. Und auch die Blauflügelprachtlibelle (Calopteryx virgo), eine in Schleswig-Holstein für Waldbäche typische Rote-Liste-Art, hat sich wieder angesiedelt. Damit das keine Eintagsfliegen bleiben, muss die Auwaldbildung allerdings noch erheblich ausgeweitet werden. Dafür müssen jedoch noch weitere Flächen bereitgestellt werden.

Fortsetzung des Auwald-Bildungsprojektes an der Krückau 2014

Mit einer Pflanzung von weiteren 2.100 auentypischen Bäumen setzten die 140 Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs des LMG das Auwaldprojekt an der Krückau am 11. April 2014 fort. Zur Umsetzung der WRRL hatte der Wasserverband Krückau zuvor eine 2 ha große Fläche der Talaue in Langeln (Kreis Pinneberg) angekauft und für die Pflanzung bereitgestellt.

Eine ausführliche Abhandlung über die Auwaldbildung als Möglichkeit zur Umsetzung der WRRL und über das Krückauprojekt im größeren Zusammenhang hat dessen Initiator Gerd Janssen jetzt in der Zeitschrift Natur- und Landeskunde veröffentlicht. Der Artikel ist hier verfügbar:

http://www.natur-und-landeskunde.de/leseproben/inhalt_2014.html

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