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Das Bestandsbauwerk

Staatskanzlei

Das Bestandsbauwerk

Um das bestehende Bauwerk der Rader Hochbrücke bestmöglich bis 2026 zu erhalten, sind regelmäßige Bauwerksprüfungen notwendig.

Detailansicht einer Autobahnbrücke schräg von unten mit einem Brückenprüfgerät neben dem Pfeiler. Brückenprüfung (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Brückenprüfung an der Rader Hochbrücke © Verkehrsministerium

Bis das neu zu planende Ersatzbauwerk die bestehende Rader Hochbrücke ersetzen kann, muss diese noch einige Jahre sorgfältig überprüft, gepflegt und geschützt werden.

Regelmäßige Bauwerksprüfung

Die DIN 1076 schreibt vor, dass Bauwerke in Deutschland einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden müssen. Alle drei Jahre im Wechsel findet eine Hauptprüfung oder eine einfache Prüfung statt. Die Prüfung unterscheidet sich im Umfang der zu prüfenden Bauteile, jedoch nicht in deren Intensität.

Jedes Bauteil wird handnah betrachtet und auf Schäden – das können Risse, Beulen, Abplatzungen etc. sein – untersucht. Die letzte Hauptprüfung für die Rader Hochbrücke wurde 2016 abgeschlossen. Das Besondere an der Rader Hochbrücke ist, dass die Prüfung mit Hilfe von fest installierten Besichtigungswagen durchgeführt wird. Im Ergebnis haben die Bauwerksprüfer keine neuen, außergewöhnlichen Schäden festgestellt. Es wurden u. a. mehrere Schweißnahtrisse sowie der Bruch einer Hohlsteife erkannt und umgehende Schweißarbeiten durchgeführt – letztmalig im Februar 2017.

Ein gelbes technisches Gerät zum Prüfen von Schäden ist unter einer Brücke installiert. Brückenprüfwagen unter der Rader Hochbrücke (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Brückenprüfwagen unter der Rader Hochbrücke © Verkehrsministerium

Außerdem werden zur Zeit Verstärkungsmaßnahmen (Hauptträger in drei Stützenbereichen) durchgeführt, die voraussichtlich Ende 2018 ohne große Verkehrseinschränkungen abgeschlossen werden sollen.

Aktuelle Baustellen-Infos

Meldungen zu aktuellen Bau- oder Instandsetzungsarbeiten mit möglichen Verkehrsbeschränkungen im Bereich der Rader Hochbrücke erhalten Sie hier:

Aktuelle Verkehrslage A 7

Ad-hoc-Sanierung im Sommer 2013

Im Jahr 2013 wurden im Zuge einer Sanierungsmaßnahme große Schäden an den Beton-Pfeilerköpfen der Rader Hochbrücke entdeckt. Dies führte zu einer massiven Verkehrsbeschränkung im Sommer 2013: Die Brücke musste ab Ende Juli für Fahrzeuge über 7,5 t komplett gesperrt werden. Die Umleitung des Lkw-Verkehrs war in fast ganz Schleswig-Holstein spürbar. Der Pkw-Verkehr wurde auf je eine Spur je Fahrtrichtung reduziert. Eine Weiternutzung der Brücke durch den Verkehr war während dieser Zeit nur unter ständiger Beobachtung der Schadstellen verantwortbar.  

Detailansicht eines Beton-Brückenkopfes Pfeilerkopf der Rader Hochbrücke (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Brückenkopf der Rader Hochbrücke © Verkehrsministerium

Um die Lebensader Schleswig-Holsteins so schnell wie möglich wieder uneingeschränkt nutzen zu können, musste umgehend eine Sanierung der Pfeilerköpfe vorbereitet werden. Während ca. vier Monaten mussten große Betonfehlstellen im Pfeilerinneren mithilfe von Spritzbeton ausgebessert werden. Außerdem erhielten die Pfeiler von außen eine Stahlgurtung, um die Pfeilerköpfe zusätzlich zu stabilisieren.

Anfang November 2013 konnte die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden (mit Ausnahme von Schwer- und Sondertransporten, für Fahrzeuge bis 84 t gilt Einzelfallprüfung). Die eingerichteten Verkehrsbeschränkungen bestehen bis heute.

Statische "Nachrechnung"

Alte Brücken in Deutschland müssen nach einer Vorschrift des Bundes sukzessive statisch "nachgerechnet" werden. Eine solche Untersuchung wurde auch für die Rader Hochbrücke in Auftrag gegeben. Aus der Nachrechnung hat sich leider ergeben, dass die Brücke nur noch eine Restnutzungsdauer bis 2026 besitzt und sie bis dahin durch ein neues Querungsbauwerk ersetzt sein sollte. Die Restnutzungsdauer ist jene Zeitdauer, die sich unter den rechnerischen Annahmen zu den Nachweisen der Ermüdungssicherheit ergibt.

Der Grund für die begrenzte Lebensdauer – eigentlich sollten Brücken je nach Bauart zwischen 80 und 100 Jahre halten – liegt in der stetigen Zunahme des Verkehrs, insbesondere des Schwerverkehrs, und der über die Straßen transportierten Lasten. Die Stahlkonstruktion weist Ermüdungserscheinungen auf, die sich z. B. in Rissen in den Schweißnähten zeigen. Da eine Verstärkung des Bauwerkes wirtschaftlich nicht darstellbar ist, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Jahr 2014 einem Ersatzneubau zugestimmt.

Verkehrsbeschränkungen zum Schutz der Brücke

Um die Restnutzungsdauer bis zum Jahr 2026 zu gewährleisten, wurden umgehend folgende Verkehrseinschränkungen zum Schutz des Bestandsbauwerkes eingerichtet:

  • Tempolimit von 60 km/ h für Lkw ab 7,5 Tonnen,
  • Überholverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen,
  • Abstandsgebot von 25 m (auch im Stau) für Lkw ab 7,5 Tonnen,
  • Sperrung beider Seitenstreifen. 

Geschwindigkeitsüberwachung

Am Rand einer Autobahnbrücke steht eine schwarze Blitzersäule, davor das blaue Schild "Nord-Ostsee-Kanal". Blitzersäule an der Rader Hochbrücke (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Blitzersäulen sorgen für die Einhaltung der vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. © Verkehrsministerium

Als zusätzliche Maßnahme zum Schutz des Bauwerkes wird die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit seit dem 14. September 2015 von vier fest installierten Radarmessgeräten überwacht. Geschwindigkeitsüberschreitungen werden entsprechend geahndet. Die Anlagen tragen maßgeblich dazu bei, dass sich v. a. die schweren Lkws an die zulässige Höchstgeschwindigkeit halten und dadurch die Schwingungen, die vom Verkehr erzeugt werden und von der Brückenkonstruktion aufgenommen werden müssen, in Grenzen halten.

Anhand der geringen Quote an Verstößen – es sind weniger als 0,7 Prozent – wird deutlich, dass diese Maßnahme Wirkung zeigt und die Geschwindigkeitsüberwachungsanlage damit einen großen Beitrag zum Schutz des Bestandsbauwerkes leistet.

Achslastmessstelle

Für den Schutz der Brücke noch wichtiger als die Begrenzung der Geschwindigkeit ist aber die Einhaltung der maximal zulässigen Gewichte und Achslasten. Eine Überprüfung der Gewichte und Achslasten ist bisher nur mittels aufwändiger händischer Kontrollen durch die Polizei möglich. Die Einrichtung einer Achslastmessstelle wird z.Zt. aber geprüft und mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt, um Verstöße gegen die derzeit erlaubten Gewichte und Achslasten effektiver ahnden zu können.

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Planung der neuen Brücke

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