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Trinkwasserhygiene während Corona SARS-CoV-2

© G. Petzold, Sozialministerium

Trinkwasserhygiene während Corona SARS-CoV-2

Empfehlungen und Studie zu Trinkwasserhygiene während der Corona-Pandemie

Empfehlungen Trinkwasserhygiene und Coronavirus SARS-Co-2

Empfehlungen für betreibende und nutzende Personen zum Umgang mit Trinkwasser nach längerem Stillstand in der Trinkwasserinstallation

Aufgrund der in Schleswig-Holstein angeordneten Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sind derzeit zahlreiche Einrichtungen und Gebäude auf unbestimmte Zeit geschlossen. Wird ein Gebäude nach längeren Zeiten mit Stagnation wieder in Betrieb genommen, ist die einwandfreie Beschaffenheit des Trinkwassers gemäß Trinkwasserverordnung nicht mehr sicher gewährleistet, was mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko der Verbraucherinnen und Verbraucher, beispielsweise durch Legionellen, einhergeht.

In den beiden Empfehlungen wird beschrieben, welche Maßnahmen in so einem Fall umgesetzt werden sollten. Die eine Empfehlung wendet sich an betreibende Personen, vor allem von Beherbergungsbetrieben, aber auch von anderen Einrichtungen. Es wird dargelegt, welche Verpflichtungen gemäß Trinkwasserverordnung (TrinkwV) zu erfüllen sind, welche Problemfelder sich hierbei auftun können, aber auch welche Lösungsansätze es hierfür gibt.

Außerdem wird empfohlen, dass betreibende Personen ihre Urlaubs- und Feriengäste über ihre durchgeführten Maßnahmen informieren. Die herunterladbare "Feriengast-Information" kann als Vorlage für einen entsprechenden Aushang an einem geeigneten Ort (zum Beispiel im Eingangsbereich) oder als Beilage in der Gästemappe verwendet werden.  Es stehen zwei Textvorschläge zur Auswahl. In einem der beiden wird neben den durchgeführten Maßnahmen zusätzlich auf das Ergebnis der Trinkwasseruntersuchung auf Legionellen hingewiesen. Dieser kann verwendet werden, sofern eine Legionellenuntersuchung nach Wiederinbetriebnahme des Gebäudes durchgeführt wurde.

Die andere Empfehlung wendet sich an nutzende Personen (zum Beispiel Urlauber*innen, Gäste und Besucher*innen, aber auch bei Eigennutzung). Für sie gilt die zentrale Empfehlung: Vor Verwendung das Trinkwasser ablaufen lassen, bis sich die Temperatur nicht mehr verändert. Diese Maßnahme gilt insbesondere, wenn das Trinkwasser länger als 4 Stunden in der Trinkwasserleitung stand.

Umgang mit Trinkwasserinstallationen bei vorübergehender Einschränkung der Nutzung bestimmter Gebäude während der angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2

Empfehlung zum Umgang mit Trinkwasserinstallationen bei vorübergehender Stilllegung in nicht genutzten Gebäuden während SARS-Co-2

Die in Schleswig-Holstein angeordneten Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sorgten für eine extrem hohe Zahl an geschlossenen oder kaum genutzten Gebäuden und Einrichtungen. In diesen Gebäuden steht nun das Trinkwasser in den Leitungen und kann darin verkeimen. Wird nach längerer Pause das Trinkwasser wieder für alltägliche Zwecke genutzt, kann dies zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko, etwa durch Legionellen, führen.

In Schleswig-Holstein beschäftigt sich daher die Arbeitsgruppe TriWaCor-SH („TrinkwasserHYGIENE während der Corona-Pandemie in Schleswig-Holstein“) mit Gegenmaßnahmen. Diese interdisziplinär aufgestellte Arbeitsgruppe besteht aus Experten des Sozialministeriums, der Gesundheitsämter, dem Medizinaluntersuchungsamt des UKSH, dem Gebäudemanagement, der Strategieberatung und der operativen Ebene. Ziel ist, die Bevölkerung und die Betreiber von Gebäuden über den richtigen Umgang mit der Trinkwasserinstallation während einer längeren Betriebspause aufzuklären, damit diese Maßnahmen ergreifen, ein einwandfreies Trinkwasser in ihren Gebäuden zu erhalten.

Laut allgemein anerkannte Regeln der Technik, die gemäß Trinkwasserverordnung mindestens einzuhalten sind, müssen Leitungen regelmäßig innerhalb von 72 Stunden gespült werden, damit das Wasser frisch bleibt. Betreibern großer Einrichtungen wie Schulen und Schwimmbäder ist dies in der Regel besser bekannt als Besitzern von Ferienwohnungen, Fitness-Centern, Kinos und anderen vor allem kleineren Betrieben. Wenn das Wasser länger stillsteht, müssen Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme ergriffen werden, zu denen auch Laboruntersuchungen des Wassers gehören. Das zuständige Gesundheitsamt berät bei Fragen und stimmt mit dem Betreiber notwenige Maßnahmen ab. Die AG TriWaCor-SH hat Empfehlungen während der vorübergehenden Stilllegung, bei Wiederinbetriebnahme und zum regulären Betrieb einer Trinkwasserinstallation zusammengestellt, die hier abgerufen werden können.

Wasserhahn mit laufendem Wasser © G. Petzold, Sozialministerium

  • Die wichtigste Empfehlung lautet: Während der Nichtnutzung des Gebäudes möglichst ab sofort regelmäßig alle 72 Stunden die Leitungen spülen, eine Woche vor der Inbetriebnahme dann auch täglich!

Das Umweltbundesamt hat einen Ratgeber mit Informationen und Tipps für Mieter, Haus- und Wohnungsbesitzer veröffentlicht.

TriWaCor-Studie Schleswig-Holstein

Studie zur Abschätzung der Trinkwasserhygiene in Einrichtungen nach Nutzungsunterbrechung im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Das Sozialministerium, Abteilung Gesundheit fördert die Durchführung einer Studie, die von der AG TriWaCor-SH konzeptioniert und durchgeführt wird. Es werden mögliche Zusammenhänge und Zustände untersucht, wie eine Verkeimung von Trinkwasserinstallationen in Gebäuden, die längere Zeit nicht genutzt werden, verhindert werden kann.

Ziel:
Ziel der Studie ist, das Risiko des Auftretens von Gesundheitsproblemen aufgrund von Legionellen, die sich durch die Stilllegung von Gebäuden im Zuge der Corona-Maßnahmen entstehen kann, zu minimieren. Werden nach Wiederinbetriebnahme innerhalb kurzer Zeit flächendeckend Gebäude auf Legionellen untersucht, kann es schnell zu Kapazitätsengpässen in den Untersuchungsstellen kommen. Daher sollen im Rahmen der Studie einige ausgesuchte Trinkwasserinstallationen mit Hilfe der Gesamtzellzahlbestimmung untersucht werden, um hygienische Auswirkungen erkennen und beurteilen zu können. Darauf aufbauend sollen ergänzende Empfehlungen für Betreiber von Trinkwasserinstallationen und ein eventuell erforderliches Begleitprogramm für die erste Phase nach Wiederinbetriebnahme erarbeitet werden.

Beprobung und Untersuchung:
Die Auswahl der Einrichtungsarten erfolgt anhand der Größe und Vulnerabiltät der Nutzergruppe, das heißt, ob viele und wechselnde Personen die Einrichtung nutzen und ob diese zu den besonders schützenswerten Personengruppen gehören. In einer Vorabanalyse der AG TriWaCor-SH wurde dazu eine Prioritätenliste erarbeitet. Anhand dieser Liste werden für die Studie exemplarisch Gebäude mit zum Beispiel Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Ferienwohnungsanlagen und Jugendherbergen, aber auch Fitness-Studios, Reha-Einrichtungen und weitere ausgewählt. Die Trinkwasserproben werden an vorher festgelegten Zapfstellen gewonnen und die Gesamtzellzahl bestimmt.

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