Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Medienabhängigkeit

Staatskanzlei

Medienabhängigkeit

Das Gesundheitsministerium fördert Fachstellen für Mediennutzung und Medienabhängigkeit

Immer mehr Menschen in Deutschland weisen einen problematischen Internetkonsum auf bzw. gelten als internetabhängig. Einer Studie der Universität Lübeck und Greifswald  zufolge sind mehr als 500.000 Menschen in der Altersgruppe zwischen 16 – 64 Jahre als internetabhängig einzustufen. Die Anzahl der Menschen, die einen problematischen Umgang mit den neuen Medien aufweisen, liegt bei ca. 2,5 Mio. Menschen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung haben die Fachkliniken Nordfriesland gGmbH, die Ev. Stadtmission Kiel gGmbH sowie der Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein mit finanzieller Förderung der Stiftung Deutsches Hilfswerk und erheblichen Eigenmitteln in den letzten Jahren Fachstellen für Mediennutzung und Medienabhängigkeit in Schleswig, Kiel und Bad Segeberg aufgebaut, um ein entsprechendes Beratungs- und Behandlungsangebot  für die Zielgruppe aufzubauen und präventive Ansätze zu entwickeln.

Im Zeitraum 2012/2013 wurden mehr als 80 Präventionsveranstaltungen für Jugendliche, Eltern und Multiplikatoren realisiert sowie mehr als 350 Betroffene und Angehörige fachkompetent beraten. Auffallend ist, dass immer mehr der Ratsuchenden Glücksspielangebote im Internet in missbräuchlicher Form nutzen. Wegen der unbeschränkten Ereignisfrequenz und angesichts fehlender sozialer Kontrollen ist das online gambling (Online-Casino, Poker, Sportwetten, Online-Spielotheken) als besonders problematisch anzusehen.

Eine zunehmende Verschmelzung von gambling und gaming, d.h. das  Anbieten von Glücksspielen in besonders für Jugendliche relevanten Computerspielen wie FIFA 13 birgt die Gefahr des Einstiegs in das Glücksspiel und gibt unter dem Gesichtspunkt eines erheblichen Suchtrisikos Anlass zu berechtigter Sorge.

Dank der Unterstützung des Landes konnten über die Fachstellen für Mediennutzung und Medienabhängigkeit in 2013 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der bestehenden Fachstellen für Glücksspiel in  Schleswig-Holstein sowie Multiplikatoren aus dem Bereich der Suchtselbsthilfe hinsichtlich der Problematik „Medienkonsum“ geschult und deren Beratungskompetenz im Bereich der Medienabhängigkeit verbessert werden.

Für 2014 hat das Land erfreulicherweise weitere Mittel für das Arbeitsfeld bewilligt, so dass das gesamte Angebotsspektrum der Fachstellen für Mediennutzung  und Medienabhängigkeit nicht nur erhalten bleiben, sondern sogar um eine Möglichkeit der Online-Beratung erweitert werden konnte. Das virtuelle Beratungsangebot der Fachstellen steht auf der Internetseite www.suchtonline.de stundenweise zur Verfügung.

Zur Internetseite www.suchtonline.de

Darüber hinaus erfolgt auch 2014 eine Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstellen für Glücksspiel und der Vertreter der Selbsthilfe durch Fortbildung und Supervision. Zudem soll mit den Landesmitteln der Aufbau eigenständiger Selbsthilfegruppen im Bereich Medienarbeit unterstützt und weitere vorbeugende Aktivitäten initiiert werden.