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Reform der Profiloberstufe

Staatskanzlei

Reform der Profiloberstufe

Schleswig-Holstein reformiert die Profiloberstufe. Ab dem Schuljahr 2021/22 soll es für Schülerinnen und Schüler neue Modelle geben.

"Wir wollen für unsere Abiturientinnen und Abiturienten mehr fachliche Vertiefung und eine bessere Vergleichbarkeit mit den anderen Bundesländern", formuliert Bildungsministerin Karin Prien das Ziel der Reform. Sie hat dazu einen breiten Diskussionsprozess auf den Weg gebracht. Schulleitungen von Gymnasien, von Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe und den Beruflichen Gymnasien sowie Eltern- und Schülervertretungen, Lehrerverbände und Lehrergewerkschaften sind Teil dieser Diskussion um eine neue Profiloberstufe. Zum Thema gearbeitet hat im Januar 2019 auch eine Oberstufen-Tagung in Kiel. Die neue Oberstufe soll zum Schuljahr 2021/22 in Kraft treten.

Portraitfoto Karin Prien

Es geht darum, das Beste aus den Oberstufenreformen der vergangenen 40 Jahre zusammen zu führen.

Karin Prien

Lernen in der Profiloberstufe

Mit der Einführung der Profiloberstufe im Jahr 2007 ist das reine Kurssystem abgelöst worden und es entstand eine Mischung aus Kursen und Profilklassen. Die Schülerinnen und Schüler können zwischen unterschiedlichen Profilen wählen, es gibt die drei Kernfächer Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache sowie fächerübergreifendes Lernen.

Erfahrungen und Herausforderungen

Nach 12 Jahren Profiloberstufe ist es Zeit für eine Reform, denn:

  • Die bisherigen Regelungen sind wenig praktikabel. Zu den kritischen Punkten gehört die so genannte „Stündigkeit“ der Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau. Derzeit werden die drei Kernfächer und das gewählte Profilfach mit jeweils nur vier Stunden pro Woche unterrichtet während im vorherigen Kurssystem zwei Fächer mit fünf Stunden auf dem erhöhtem Niveau unterrichtet wurden. Diese Stunde fehlt für die exemplarische Vertiefung der Inhalte, die das erhöhte Anforderungsniveau auszeichnet und führt dazu, dass die geforderten Leistungsstandards nur schwer erreicht werden könnten, und das wirkt sich zum Teil auch negativ auf den Studienerfolg aus. Zudem können individuelle Begabungsprofile, Neigungen und Zielsetzungen dabei zu wenig berücksichtigt werden.

    Theorie und Praxis der Profiloberstufe klafften auch in weiteren Punkten auseinander. So kann die Vorgabe, dass in jeder Schule mindestens ein Sprachliches Profil einzurichten sei, nur von wenigen Gemeinschaftsschulen und auch nicht von allen Gymnasien erfüllt werden, weil die in diesem Profil geforderten drei Fremdsprachen viele Schülerinnen und Schüler von der Wahl abschreckten. Auch die Regelungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Profilen - die zu den wichtigen Grundideen der Profiloberstufe gehört - stellt die Schulen vor große organisatorische Probleme.

  • Ab 2021 gelten bundesweit einheitliche Abiturprüfen, deshalb muss es vergleichbare Abiturbedingungen in allen Ländern geben.


Ziele der neuen Oberstufe

Ziel der neuen Oberstufe ist es, den Weg zum Abitur an den schleswig-holsteinischen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe besser an die bundesweite Entwicklung anzupassen. Zugleich sind bei der Erarbeitung eine Reihe von Veränderungswünschen der Schulen aufgenommen worden, die aus den Erfahrungen mit der jetzigen Profiloberstufe im Diskussionsprozess zur Sprache kamen. 

Folgende Merkmale der neuen Oberstufe sind besonders wichtig:

  • Eine bessere Vertiefung und eine bessere Vorbereitung auf ein Studium wird möglich durch die Erhöhung der Wochenstunden für die drei Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau (2 Kernfächer + Profilfach) von vier auf fünf Stunden.
  • Eine bessere Vergleichbarkeit mit den Abschlüssen in anderen Bundesländern wird erreicht.
  • Die Fächervielfalt bleibt erhalten, im letzten Halbjahr der Qualifikationsphase wird eine stärkere Konzentration ermöglicht.
  • Das fächerübergreifende Arbeiten bekommt einen festen Rahmen durch ein Seminar, das in jedem Profil angeboten wird.
  • Die einzelne Schule erhält mehr Gestaltungsmöglichkeiten und kann so besser auf die Gegebenheiten vor Ort reagieren.
  • Die Berufliche Orientierung bekommt einen festen Platz im Einführungsseminar in der E-Phase.
  • Informatik kann erstmals als Profilfach gewählt werden.
  • Für das sprachliche Profil sind nur noch zwei Fremdsprachen statt bisher drei verpflichtend, was insbesondere für die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschulen den Zugang zu diesem Profil erleichtert.

Zum Thema

Info Konzept

Ministerin Prien: "Bei der Ausgestaltung der Oberstufe wird es vor allem darum gehen, den Schülerinnen und Schülern wieder mehr Möglichkeiten zur Vertiefung zu geben. Nicht mehr alle Kernfächer sollen auf erhöhtem Niveau gewählt werden müssen, in dem Profilfach soll es möglich sein, ähnlich wie früher bei den Leistungskursen, Inhalte noch weiter zu vertiefen."

Zeitplan

Das Konzept für die neue Oberstufe wird nach der Sommerpause in die Verbandsanhörung gehen. Bis Ende September haben alle an Schule beteiligten Gruppen noch einmal Gelegenheit, ihre Stellungnahmen einzureichen. Zum Schuljahr 2021/22 kann die neue Oberstufe dann aufwachsend mit dem Einführungsjahrgang in Kraft treten, soweit mit der Entscheidung über den Haushalt 2021 die Mittel zur Verfügung gestellt werden.