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Allgemeine Informationen über die Grundschule

Staatskanzlei

Allgemeine Informationen über die Grundschule

Rund 99.900 Schülerinnen und Schüler besuchen die 393 Grundschulen in Schleswig-Holstein.

Schulpflichtig sind nach schleswig-holsteinischem Schulgesetz alle Kinder, die bis zum 30. Juni des laufenden Kalenderjahres sechs Jahre alt werden. Aber auch jüngere Kinder können auf Antrag der Eltern eingeschult werden.
Im Schulgesetz ist geregelt, dass alle schulpflichtigen Kinder eingeschult werden und dass sie nur aus gesundheitlichen Gründen für eine im jeweiligen Einzelfall zu bestimmende Dauer vom Schulbesuch beurlaubt werden können. Darüber hinaus können zu früh geborene Kinder, deren errechneter Geburtstermin nach dem Schulpflicht-Datum gelegen hätte, vom Schulbesuch beurlaubt werden.

Lehrerin vor einer Klasse Bildung Schule Lehrer (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Staudt / grafikfoto.de

Verlässliche Schulzeit

Die verlässliche Grundschule garantiert allen Schülerinnen und Schülern den Unterricht innerhalb eines verlässlichen Zeitrahmens. Für die Kinder der 1. und 2. Jahrgangsstufe beträgt die verlässliche Schulzeit täglich vier Zeitstunden, für die Kinder der 3. und 4. Jahrgangsstufe täglich mindestens fünf Zeitstunden. Innerhalb dieser verlässlichen Schulzeit erhalten die Erst- und Zweitklässlern 21 Wochenstunden und die Dritt- und Viertklässlern 19,5 Wochenstunden. Neben dieser Unterrichtszeit wird der Vormittag noch durch Pausen und Ergänzungszeiten gestaltet (Unterricht + Ergänzungszeit + Pausen = Schulzeit).

Organisation

Jede Grundschule organisiert und gestaltet die verlässliche Schulzeit eigenständig - je nach den Voraussetzungen und den Bedürfnissen vor Ort. So entscheidet auch die Schulkonferenz darüber, wann der Schulvormittag beginnt und wann er endet. Ausschlaggebend sind organisatorische Bedingungen wie Schülerbeförderung, Verfügbarkeit von Sporthallen oder Fachräumen und personelle Bedingungen.

Grundversorgung

Im Vordergrund steht zunächst das Ziel, die Grundversorgung für alle Kinder zu sichern - und zwar möglichst zu 100 Prozent. Ergänzende Angebote wie Arbeitsgemeinschaften, Förderunterricht oder andere Angebote kann es geben. Erst nach Festlegung der Stunden für den Unterricht können alle weiteren verfügbaren Stunden für besondere Unterrichtsformen (zum Beispiel für Arbeitsgemeinschaften) verwendet werden. Unterricht hat stets Vorrang vor allen anderen Maßnahmen.

Kinder lernen Buchstaben Kinder lernen Buchstaben (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Staudt / grafikfoto.de

Einrichtung und Förderung von Betreuungsangeboten

An Grundschulen und Förderzentren gibt es die Möglichkeit, Betreuungsangebote einzurichten, die beispielsweise von Eltern-/Schulvereinen oder Schulträgern getragen und vom Land gefördert werden können. Die Betreuungsangebote werden vor oder nach der verlässlichen Schulzeit durchgeführt. Zur Umsetzung der Betreuungsangebote arbeiten Lehrkräfte, Betreuungskräfte, Schulträger, Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe sowie die weiteren Kooperationspartner der Schule zusammen.

Eingangsphase

Ein, zwei oder drei Jahre - die Grundschulen lassen den Jüngsten in der Eingangsphase die Zeit, die sie brauchen. Denn die Mädchen und Jungen kommen mit unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten in die Schule. Einige von ihnen lernen schnell, andere brauchen mehr Zeit. Einige können vielleicht schon lesen, wenn sie in die Schule kommen, andere kennen sich in der Welt der Zahlen aus. Wieder andere lernen nicht so leicht.
Das Konzept der Eingangsphase nimmt genau darauf Rücksicht: Sie umfasst als pädagogische Einheit die ersten zwei Jahrgangsstufen und kann von den Schülerinnen und Schülern in einem, zwei oder drei Schuljahren durchlaufen werden. Entscheidend dabei ist die Lern- und Leistungsfähigkeit der Kinder. Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im Wahrnehmungsbereich, der Sprache, der Konzentration oder auch im Lerntempo können - sofern erforderlich - bis zu drei Jahre in der Eingangsphase bleiben. Das dritte Jahr wird nicht auf die Gesamtdauer der Schulbesuchszeit angerechnet.

Fremdsprachen

Das Fach Englisch steht auf dem Stundenplan aller dritten und vierten Jahrgangsstufen in der Grundschule. Es wird im Umfang von zwei Wochenstunden unterrichtet. Englisch ist ein Fach in der Grundschule und unterliegt den geltenden Bestimmungen zur Leistungsbewertung. Das heißt, in der Jahrgangsstufe 4 findet eine Leistungsbewertung mit Ziffern statt, in der Jahrgangsstufe 3 ist dies auf Beschluss der Schulkonferenz ebenfalls möglich. Basis des Unterrichtes sind der Rahmenplan vom Juni 2004 und die Handreichung "Kompetenzorientierter Unterricht - Beobachten und Fördern im Englischunterricht an der Grundschule".

Noten

Die Grundschulverordnung sieht standardisierte Notenzeugnisse mit einem Kompetenzraster vor. Den Schulkonferenzen der Schulen ist im Einzelfall vorbehalten, mit einfacher Mehrheit Berichtszeugnisse statt Notenzeugnisse zu beschließen.

Schulübergangsempfehlung

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 4 erhalten mit dem Zeugnis zum ersten Halbjahr eine schriftliche Schulübergangsempfehlung zum Besuch der Schulart Gemeinschaftsschule oder zum Besuch der Schularten Gemeinschaftsschule und Gymnasium. Zu Beginn des zweiten Halbjahres laden die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer die Eltern zu einer verpflichtenden Einzelberatung ein.
Sofern ein Kind eine Gemeinschaftsschulempfehlung erhält und auf ein Gymnasium gehen möchte, ist ein Gespräch seitens des Gymnasiums mit den Eltern verpflichtend.

Fachanforderungen

Die Grundschulen arbeiten mit Fachanforderungen Deutsch und Mathematik. Der Lese- und Schreiblernprozess ist in der Eingangsstufe ein Schwerpunkt in der Arbeit im Fach Deutsch. Dabei spielt das Erlernen der Rechtschreibung von Anfang an eine entscheidende Rolle. Eine ausschließliche „Schreibung nach Gehör" ist nicht zulässig.
Außerdem ist die Druckschrift nach wie vor als erste Lese- und Schreibschrift vorgesehen. Als verbundene Schriften sehen die Fachanforderungen die Lateinische Ausgangsschrift oder die Schulausgangsschrift vor. Hierfür treffen die Schulkonferenzen der einzelnen Schulen eine verbindliche Wahl einer für die Schule einheitlichen verbundenen Schrift. Ein Grundwortschatz wird eingeführt.
Seit dem Schuljahr 2019/20 gelten die neuen Fachanforderungen für den Sachunterricht an den Grundschulen. Wie wird der Unterricht gestaltet und was ist mit dem Thema "Heimat" - diese und andere Fragen werden im Folgenden beantwortet.

Niederdeutsch

Was im Schuljahr 2014/15 in Schleswig-Holstein mit 27 Grundschulen begann, hat sich längst zu einem erfolgreichen Modell-Projekt entwickelt: Inzwischen gibt es ein freiwilliges Niederdeutsch-Angebot an 32 Grundschulen und neun Sekundarstufe I-Modellschulen. Mit dem Modellprojekt wird erstmals der Ansatz eines systematischen Spracherwerbs des Niederdeutschen verfolgt. Der Unterricht wird vergleichbar mit dem Englischunterricht in der Grundschule und nach modernen didaktischen Gesichtspunkten gestaltet. Jede Projektschule bietet in einer ihrer ersten Klassen Niederdeutsch als Unterrichtsfach an. Diese Klasse wird dann kontinuierlich während der gesamten Grundschulzeit Niederdeutsch-Unterricht erhalten. In den kommenden Jahren soll an den Projektschulen in jedem neuen Jahrgang eine Niederdeutsch-Klasse eingerichtet werden. Das Land stellt dafür insgesamt acht Planstellen zur Verfügung. Außerdem erhalten alle Schulen, die am Bewerbungsverfahren teilgenommen haben, eine Niederdeutsch-Box mit Unterrichtsmaterial, Wörterbüchern, CDs und Kopiervorlagen.

Islamunterricht

Ein Koran liegt auf dem Lehrerpult. Im Hintergrund Schüler, die sich unterhalten. Islamunterricht Koran Schule (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Staudt / grafikfoto.de

Seit über zehn Jahren wird in Schleswig-Holstein an ausgewählten Grundschulen Islamunterricht angeboten. Hierbei handelt es sich um ein deutschsprachiges Unterrichtsangebot auf der Grundlage eines Lehrplans in der Verantwortung des Landes. Der Islamunterricht ist nicht bekenntnisorientiert und schließt eine Hinführung zu einem bestimmten konfessionell gebunden Islamverständnis aus. Ziel ist es vielmehr, die Vielfalt der religiösen Orientierungen abzubilden, die Bedeutung religiöser Texte sowie Welt- und Menschenbilder in den Blick zu nehmen und in einen Dialog mit weltanschaulicher und religiöser Pluralität zu bringen. Es geht darum, sensibel mit Fragen, Zweifeln und Überzeugungen von Kindern umzugehen und sie in der Reflektion ihrer Lebenswelt zu stärken.

Im Schuljahr 2019/20 wurde Islamunterricht an 17 Grundschulen erteilt. Rund 1.350 Kinder nahmen daran teil. Die Teilnahme am Unterrichtsangebot ist freiwillig und für alle Schülerinnen und Schüler offen.

Lehrplan

Grundlage des Islamunterrichtes ist ein eigens erarbeiteter Lehrplan. Die Lehrkräfte für den Islamunterricht nehmen an einer zweijährigen Weiterbildung teil. Die Veranstaltungen beinhalten fachwissenschaftliche und fachdidaktische Themenschwerpunkte. Verantwortlich für die fachwissenschaftlichen Veranstaltungen sind Prof. Anja Pistor-Hatam und Prof. Lutz Berger von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Seminar für Orientalistik, Islamwissenschaft).

Schulen mit Islamunterricht:

  • Flensburg, Schule Ramsharde
  • Flensburg, Schule Fruerlund
  • Kiel, Hans-Christian-Andersen Schule
  • Kiel, Heidenberger Teich Schule
  • Kiel, Muhliusschule
  • Kiel, Fröbelschule
  • Kiel, Max-Tau-Schule
  • Kiel, Lilli-Martius-Schule
  • Kiel, Toni-Jensen-Grundschule
  • Kiel, Gerhart-Hauptmann-Schule
  • Kiel, Schule am Göteborgring
  • Kiel, Grundschule Wellsee
  • Kiel, Ellerbeker Schule
  • Kiel, Theodor-Heuss-Schule
  • Lübeck, Gotthard-Kühl-Schule
  • Lübeck, Schule am Koggenweg
  • Neumünster, Vicelinschule
  • Herzogtum-Lauenburg, Grundschule Büchen
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