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Handlungskonzept PLuS
(Praxis, Lebensplanung und Schule)

Staatskanzlei

Handlungskonzept PLuS
(Praxis, Lebensplanung und Schule)

Vorhaben zur Steigerung der Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen und zur Förderung des direkten Übergangs von der Schule in den Beruf

In der Förderperiode des Europäischen Sozialfonds 2014 - 2020 bildet das Handlungskonzept PLuS einen Schwerpunkt im Landesprogramm Arbeit.

Ziele

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur wird das Handlungskonzept PLuS (HK PLuS) gemeinsam mit der Regionaldirektion Nord umsetzen, um die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit Jugendlicher und den möglichst direkten Anschluss vor allem in betriebliche Ausbildung zu fördern. Zusätzlich soll die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die einen Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss erreichen, erhöht werden.


Ein erfolgreicher Schulabschluss und der Übergang von der allgemein bildenden Schule in die Ausbildung eröffnet einerseits jungen Menschen die Chance auf Teilhabe in Beruf und Gesellschaft. Andererseits kann auf diese Weise dadurch dem Fachkräftemangel begegnet werden. Insoweit wird der pädagogische Auftrag der Schule (§ 4 Abs. 4 SchulG), die Schülerinnen und Schüler "zur Teilnahme am Arbeitsleben und zur Aufnahme einer hierfür erforderlichen Berufsausbildung zu befähigen" durch das Handlungskonzept PLuS am Übergang Schule-Beruf gestärkt.
Das Bildungsministerium, die Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur und die Europäische Union stellen für das HK PLuS bis zum 31. Juli 2020 rund 40 Millionen Euro zur Verfügung.

Zielgruppen im Handlungskonzept PLuS

Folgende Zielgruppen an den Gemeinschaftsschulen mit und ohne Oberstufe (GemS), an den Förderzentren (FöZ) mit dem Schwerpunkt Lernen und an den berufsbildenden Schulen können berücksichtigt werden:

  • Zielgruppe 1: Schülerinnen und Schüler an Gemeinschaftsschulen, die den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss oder den Mittleren Schulabschluss voraussichtlich erreichen, jedoch in der Vorabgangsklasse ohne berufliche Orientierung sind.
  • Zielgruppe 2: Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen und leistungsschwache Regelschülerinnen und -schüler, die den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss im Rahmen einer Flexiblen Übergangsphase (nach § 43 Abs. 3 SchulG) anstreben
  • Zielgruppe 3: Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen, die inklusiv an den Gemeinschaftsschulen oder an Förderzentren unterrichtet werden
  • Zielgruppe 4: Schülerinnen und Schüler, die die Berufseingangsklassen (BEK) der berufsbildenden Schulen besuchen.

Handlungsfelder

Die beiden wesentlichen Handlungsfelder im HK PLuS sind das HK-Coaching und die Potenzialanalyse.
Anknüpfend an das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt (HKSA), dessen Evaluation (Ramböll Management, September 2011) das Handlungsfeld Coaching als erfolgreiches „Herzstück“ des Projekts beschreibt, soll auch im zukünftigen ESF-Folgeprogramm Handlungskonzept PLuS ein weiterentwickeltes HK-Coaching durchgeführt werden:
Jugendliche benötigen in der Phase der Berufsorientierung und am Übergang Schule - Beruf Rat und Unterstützung. Deshalb überlegen externe und sachkompetente Personen (Coaches) gemeinsam mit den Jugendlichen, wie deren berufliche Zukunft aussehen kann und planen die notwendigen Schritte. So lernen die Jugendlichen ihre eigenen Möglichkeiten besser kennen, um die richtige Entscheidung zu treffen.
Zum Coaching im Handlungskonzept PLuS gehört neben der individuellen Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des Berufswahlprozesses auch die Durchführung von Maßnahmen der Berufsorientierung in Lerngruppen oder im Klassenverband (nach der Geschäftsanweisung BOM der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit vom Juli 2013).
Diese für die Schülerinnen und Schüler freiwillige und kostenfreie sozialpädagogische Unterstützung in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 endet mit Ablauf der Schulzeit, wird jedoch eine sinnvolle Anschlussperspektive - möglichst in Ausbildung - sichern.

Während des zweijährigen Förderzeitraums können für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen des Coachings folgende Angebote (in Kooperation mit den Lehrkräften) durchgeführt werden:

  • Vermittlung von umfassenden Informationen zu Berufsfeldern
  • Interessenerkundung
  • Entwicklung von Strategien zur Berufswahl und zur Entscheidungsfindung
  • Reflexion von Eignung, Neigung und Fähigkeiten sowie Verbesserung der Selbsteinschätzung
  • Unterstützung bei der Realisierung des Berufswunsches sowie beim Finden einer Praktikums- oder Ausbildungsstelle
  • Bewerbungstrainings, Trainieren von Telefonaten und Vorstellungsgesprächen
  • Sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung während der Maßnahmen

Die Inhalte der Maßnahmen sind einer Übersicht (siehe Anlage: Module im Coaching) zu entnehmen.
Die dort genannten Maßnahmenmodule 1 bis 6 sind eingebettet in eine durchgehende sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des in der Regel zweijährigen Förderzeitraums.
Die Module 1 bis 6 sollten idealerweise nach einer erfolgten Potenzialanalyse durchgeführt werden und sich thematisch sinnvoll über den gesamten Förderzeitraum verteilen.

Die Potenzialanalyse (PA) gilt als Basis für eine individuelle Begleitung durch das HK-Coaching.
Sie hilft im Rahmen der Berufsorientierung, die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern zu erkennen, die für eine individuelle Förderung und für eine spätere Ausbildung relevant sind. In Praxissimulationen in unterschiedlichen Berufsbereichen erfahren die Schülerinnen und Schüler, in welchen Arbeitssituationen sie zu den besten Ergebnissen gelangen. Auf dieser Grundlage werden sie zielgerichtet dazu befähigt, ein realistisches Bild ihrer beruflichen Möglichkeiten zu entwickeln.
Die Ergebnisse der PA werden in einem Stärkenprofil zusammengefasst und in gemeinsamen Gesprächen durch die Coaching-Fachkräfte mit den Jugendlichen, den Eltern und den Lehrkräften reflektiert. Dabei werden individuelle Zielvereinbarungen für eine realistische Berufs- und Lebensplanung getroffen. Die PA orientiert sich an den Qualitätsstandards des Berufsorientierungsprogrammes BOP (siehe Anlage). Sie findet in der Regel im 1. Halbjahr der Jahrgangsstufe 8 statt und erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Tagen (inklusive Besprechung).

Das HK PLuS ist ein eigenständiges Instrument neben bereits vorhandenen Programmen (Berufseinstiegsbegleitung BerEb nach § 49 SGB III, Berufsorientierungsprogramm BOP, „Initiative Inklusion“, „ÜSB“) und entspricht einer wichtigen Ergänzung der schulischen Berufsorientierung am Übergang Schule - Beruf.