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Tabuthema: Intimhygiene bei Pflegebedürftigen

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Tabuthema: Intimhygiene bei Pflegebedürftigen

Waschlappen, Seife, Bürste © Pixabay / pexels.com

Die Intimhygiene ist in der Pflege oft die Aufgabe, die mit der größten Scham und mitunter auch mit Ekel verbunden ist. Wenn Eltern plötzlich zum Pflegefall werden, fällt es den Kindern mitunter schwer, damit umzugehen. Doch auch die Betroffenen können sich hilflos fühlen. Umso besser, wenn man sich an Regeln und Abläufen orientieren kann. Die Ratgeberseite www.pflege.de hat Tipps und Leitfäden für pflegende Angehörige zusammengestellt.

Hygieneregeln einhalten

Der oder die pflegende Angehörige sollte stets Einmalhandschuhe tragen und zum Schutz der Kleidung gegebenenfalls eine Schürze anlegen. Für den Intimbereich sollte ein anderer Waschlappen benutzt werden, als für die Reinigung des restlichen Körpers. Wichtig ist, verwendete Handtücher und Waschlappen direkt bei mindestens 60°C in die Wäsche zu geben. Wenn das Waschen im Bett stattfinden muss, empfiehlt es sich, das Bett mit Schutzeinlagen vor der Nässe zu schützen.

Würdevoller Umgang

Bevor Sie mit der Intimpflege beginnen, sollten Sie sich alle benötigten Utensilien bereitlegen: Waschlappen, Seife, Handtücher und bei Bedarf eine Schüssel mit Wasser. Wenn Sie alles zur Hand haben, wird das Waschen nicht unnötig in die Länge gezogen.

Decken Sie dann nur die Körperpartie auf, die gereinigt werden soll. Dadurch kühlt der Pflegebedürftige nicht aus und fühlt sich weniger entblößt. Informieren Sie Ihren Angehörigen immer über jeden Schritt, bevor Sie etwas tun. Lassen Sie ihren Angehörige so viel tun, wie er oder sie selbst noch kann und möchte. Beim Abtrocknen sollten Sie darauf achten, zu tupfen statt zu rubbeln, um Hautverletzungen zu vermeiden.

Wohlfühlatmosphäre schaffen

Der Pflegebedürftige soll sich bei der Intimpflege in einer behaglichen Umgebung befinden. Vertrauen Sie daher ruhig Ihrem Bauchgefühl und fragen Sie sich, was das für Sie selbst bedeuten würde. Schließen Sie zum Beispiel Fenster und Vorhänge, achten Sie auf eine angenehme Raum- und Wassertemperatur und darauf, dass keine weiteren Personen im Raum sind. Fragen Sie immer wieder den Pflegebedürftigen direkt, was für ihn in Ordnung ist. Informieren Sie ihn über das, was Sie tun und überrumpeln Sie ihn nicht. Wenn Sie sich unterhalten und die Pflege währenddessen eher beiläufig passiert, entkrampft das die Situation.

Hilfe holen

Sollte ihr Angehöriger unter einem Dekubitus oder offenen Wunden leiden, besprechen Sie unbedingt mit einem Arzt, wie Sie diese Stellen am besten reinigen. Er berät Sie auch, welche Waschlotion geeignet ist.

Viele Angehörige überfordert es, die Intimhygiene bei einem Angehörigen durchzuführen. Vielleicht hilft es Ihnen, sich mit anderen Pflegenden auszutauschen. Das können Sie zum Beispiel in einem Pflegekurs, bei dem Sie außerdem wichtiges Hintergrundwissen erlernen können.

Weitere Informationen zu Pflegekursen

Scheuen Sie sich auch nicht, einen Pflegedienst mit der Intimpflege Ihres Angehörigen zu betrauen. Sie sollten Ihre eigenen Belastungsgrenzen erkennen und akzeptieren.

Weitere Informationen zu ambulanten Pflegediensten