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Förderinformationen für ökologische Anbauverfahren

Staatskanzlei

Förderinformationen für ökologische Anbauverfahren

Was muss ich beachten?

  1. Es handelt sich um eine Flächenförderung für die landwirtschaftliche genutzte Fläche.
    Der Fördersatz für Ackerfläche und Dauergrünland beträgt 234€ je ha.
    Die die ersten beiden Jahre erhalten Umstellungsbetriebe (Einführer) 364€ je ha.
  2. Begünstigte sind aktive Betriebsinhaber.
  3. Der gesamte Betrieb muss ökologisch bewirtschaftet werden.
  4. Der Betrieb muss einen Vertrag mit einer Kontrollstelle schließen.
  5. Für Dauergrünland muss ein RGV Besatz von 0,3 RGV/ha/a eingehalten werden.
  6. Die Bagatellgrenze liegt bei 500,- €.
  7. Der Verpflichtungszeitraum beträgt 5 Jahre.
  8. Es können verschiedene Förderprogramme miteinander kombiniert werden.
  9. Es gibt verschiedene Anträge.
  10. Zusätzlich zur Flächenförderung gibt es weitere Förderangebote für ökologische Betriebe.

Fristen

  • 15. Mai: Neuanträge
  • 15. Mai: Antrag zur Einbeziehung zusätzlicher Flächen in die bestehende Bewilligung (Erweiterungsantrag)
  • 15. Mai: Antrag zur Änderung des Flächenumfangs der Kulturgruppen (Änderungsantrag)
  • 15. Mai: Zahlungsanträge
  • 15. November: Einreichen der Kontrollbescheinigung
  • 31. Dezember: Anmeldung bei einer Kontrollstelle und einreichen des Nachweises bei der Bewilligungsbehörde

1. Flächenförderung

Für Dauergrünland und Ackerfläche, Gemüseanbau bzw. Dauerkulturen gelten unterschiedliche Fördersätze (PDF 255KB, Datei ist nicht barrierefrei). In den ersten beiden Umstellungsjahren wird eine erhöhte Förderung gezahlt. Die Zahlung erfolgt immer nach Abschluss aller Kontrollen am Ende des Jahres. Hier finden Sie eine Übersicht über die Förderfähigkeit der Nutzungscodes (PDF 360KB, Datei ist nicht barrierefrei). Es werden nur Flächen gefördert, die sich in Schleswig-Holstein befinden.

Umstellungsförderung

Ein Betrieb erhält die erhöhte Umstellungsförderung nur dann, wenn die Anmeldung zum Ökokontrollverfahren nicht länger als 12 Monate zurückliegt.

Außerdem darf der Betrieb oder ein Teil des Betriebes in der Vergangenheit noch keine Ökoförderung erhalten haben.

Bagatellgrenze: Wenn weniger als 10% der Flächen des Betriebs bereits in der Vergangenheit eine Ökoförderung erhalten haben, können Sie für die restlichen Flächen die Umstellungsförderung erhalten.

2. Begünstigte

Begünstigte müssen folgende Kriterien erfüllen: Es müssen aktive Betriebsinhaber/innen sein, die eine landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben und den Betrieb selbst bewirtschaften. Die Definition eines aktiven Betriebsinhabers ist unabhängig von der Rechtsform. Es kann eine natürliche oder auch eine juristische Person sein. Die exakte Definition befindet sich in Artikel 4 Absatz (1) Buchstabe a) i.V.m. Artikel 9 der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 (PDF 102KB, Datei ist nicht barrierefrei).

3. Betrieb

Zum Betrieb gehören alle Einheiten, die für landwirtschaftliche Tätigkeiten genutzt und vom Betriebsinhaber verwaltet werden. Die genaue Definition befindet sich in Artikel 4 Abs. 1 Buchstabe b) der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 (PDF 4KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Die Definition des Betriebes aus der Richtlinie für die Förderung ökologischer Anbauverfahren ist nicht identisch mit der Definition des Unternehmens in der EU-Öko-Verordnung!

Gesamter Betrieb:

Die Förderung wird nur gewährt, wenn der gesamte Betrieb ökologisch bewirtschaftet wird (Ziffer 8.1. der Förderrichtlinie).

Ausgenommen sind Aquakultur, Imkerei und geringe Mengen für den Eigenbedarf.

Ein Betrieb darf nicht geteilt werden, um für einen Betriebsteil in den Genuss der Förderung zu kommen.

In solchen Fällen kann die Förderung zurückgefordert werden, weil Fördervoraussetzungen künstlich geschaffen wurden (Ziffer 7.4 (1) der Förderrichtlinien.

4.  Kontrollstelle

Die Einhaltung der EU-Öko-Verordnung wird in Deutschland von privaten Kontrollstellen überwacht. Diese müssen in Schleswig-Holstein von der Zuständigen Behörde (PDF 183KB, Datei ist nicht barrierefrei) zugelassen sein. In Schleswig-Holstein gibt es derzeit 15 zugelassene Kontrollstellen (PDF 206KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Der landwirtschaftliche Betrieb kann die Kontrollstelle frei wählen. Um zu entscheiden, welche Kontrollstelle die richtige für den Betrieb ist, kann man sich vorab auf den Internetseiten der Kontrollstellen informieren, bei den Kontrollstellen Informationsmaterial anfordern oder bereits ökologisch wirtschaftende Betriebe nach ihren Erfahrungen fragen.

Sobald sich der Betrieb für die Zusammenarbeit mit einer Kontrollstelle entschieden hat, nimmt er direkten Kontakt mit der Kontrollstelle auf. Diese wird ihm dann einen Kontrollvertrag, ein Anmeldeformular und einen Vordruck für die Betriebserhebung zuleiten. Sobald der Kontrollstelle diese Unterlagen vorliegen, meldet sie den Betrieb bei der Zuständigen Behörde (s.o.) an. Die Kontrollstelle wird dann einen Termin für eine Erstkontrolle mit dem Betrieb vereinbaren und ihn über das weitere Verfahren informieren.

Kontrollvertrag einreichen

Wenn Sie einen Neuantrag zur Ökolandbauförderung stellen, müssen Sie der Bewilligungsbehörde (LLUR) bis spätestens zum 31.12. des Neuantragsjahres eine Kopie des mit der Kontrollstelle abgeschlossenen Kontrollvertrags zusenden.

Kontrollbescheinigung

Die zuständige Kontrollstelle führt im Laufe des Jahres mindestens eine Kontrolle auf dem Betrieb durch. Verläuft die Kontrolle erfolgreich, stellt die zuständige Kontrollstelle die Kontrollbescheinigung (PDF 18KB, Datei ist nicht barrierefrei) aus, die bis zum 15. November beim LLUR eingereicht werden muss. Das Vorlegen der Kontrollbescheinigung ist zwingend erforderlich, damit die Förderung gezahlt werden kann.

Sollte dem Betrieb bis zum 15. November noch keine Kontrollbescheinigung vorliegen, so muss eine schriftliche Mitteilung an das LLUR erfolgen. Dieser Fall kann eintreten, wenn zum Beispiel noch keine Kontrolle erfolgt ist.

Achtung: Die Kontrollbescheinigung ist nicht identisch mit der Bescheinigung nach Artikel 29 der EU-Öko-Verordnung, die dem LLUR zur Befreiung vom Greening eingereicht werden muss.

5. Tierbesatz

Das Dauergrünland des Betriebes wird in dem Umfang gefördert, für den ein Tierbesatz von 0,3 RGV/ha im Jahresdurchschnitt erfüllt wird. Dabei werden nur Tiere angerechnet, für die der Betriebsinhaber der Tierhalter ist.

Der Tierhalter wird definiert nach §2 Nr. 18 Tiergesundheitsgesetz (PDF 308KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Zur Berechnung der Förderung werden maximal die mit dem Sammelantrag beantragten Tiere angerechnet. Die beantragte Tierzahl wird abgeglichen mit den in HIT gemeldeten Tieren bzw. den im Rahmen einer VOK festgestellten Tieren.

Umrechnungstabelle für den RGV Besatz (PDF 145KB, Datei ist nicht barrierefrei)

6. Bagatellgrenze

Wenn sich auf Grundlage des Neuantrages ein Förderbetrag von weniger als 500€ (ohne Kontrollkostenzuschuss) ergibt, wird keine Förderung gewährt.

7. Verpflichtungszeitraum

Der Verpflichtungszeitraum beginnt immer am 01.01. eines Jahres und beläuft sich auf 5 Jahre. Das bedeutet, dass der Betrieb mindestens fünf Jahre ökologisch bewirtschaftet werden muss. Entscheidet sich ein Betriebsinhaber vor Ablauf der fünf Jahre den Betrieb wieder konventionell zu bewirtschaften, muss er die bereits erhaltenen Fördergelder zurückerstatten.

8. Förderprogramme

Mit der Förderung ökologischer Anbauverfahren können andere flächenbezogene Förderprogramme kombiniert werden. Bei bestimmten Kombinationen wird ein reduzierter Fördersatz gewährt. Das betrifft zum Beispiel die Kombination der Förderung für ökologische Anbauverfahren mit dem Vertragsnaturschutz.

Beim Vertragsnaturschutzmuster Weidewirtschaft, Weidewirtschaft Marsch, Weidewirtschaft Moor, Weidewirtschaft Marsch und Grünlandwirtschaft Moor reduziert sich der Fördersatz um 170 € und beim Halligprogramm um 110 €. Detaillierte Informationen enthält die Kombinationstabelle (PDF 268KB, Datei ist nicht barrierefrei).

9. Antragsarten

Den Rahmen für die Flächenförderung ökologischer Anbauverfahren bildet eine 5-jährige Bewilligung, die den Umfang der maximal zahlbaren Fördermittel sowie die Förderauflagen festlegt.

Hierzu gibt es verschiedene Antragsarten:

  • Neuantrag (=Förderantrag): Einen Neuantrag stellen Sie,
    - wenn Sie noch keine Förderung bekommen oder
    - wenn Sie eine Bewilligung zum FP 469 oder FP 470 haben (letztes Zahlungsjahr 2019)
  • Änderungsantrag: Wenn Sie auf Flächen mit bisheriger Ackernutzung Gemüse anbauen wollen, stellen Sie einen Änderungsantrag, wenn die Gemüsefläche Ihrer gültigen Bewilligung nicht ausreicht. Die Bewilligung muss angepasst werden, weil die Fördersätze für Gemüseflächen höher sind als die für Ackerflächen. Entsprechendes gilt, wenn Sie die Fläche an Dauerkulturen erhöhen.
    Siehe "Fördersätze (PDF 255KB, Datei ist nicht barrierefrei)"
  • Erweiterungsantrag: Stellen Sie einen Erweiterungsantrag, wenn
    sich die landwirtschaftliche Fläche Ihres Betriebes vergrößert oder
    bisher nicht in die Bewilligung einbezogene Flächen Ihres Betriebes künftig gefördert werden sollen und diese Flächenerweiterung mehr als 10% oder mehr als 2 ha und nicht mehr als 50% der bisher bewilligten Fläche beträgt.
    Die Flächenerweiterung kann im laufenden Antragsjahr schon für die Zahlung berücksichtigt werden, wenn die Fläche nachweislich seit dem 01.01. zum Betrieb gehört und die entsprechenden Bindungen im Nutzungsnachweis gesetzt wurden. Die Nachweise, wie zum Beispiel einen Pachtvertrag für neu übernommene Flächen, reichen Sie bei der Bewilligungsbehörde ein.  
  • Ersetzungsantrag: Wenn sich Ihre Fläche um mehr als 50% erweitert, stellen Sie einen Ersetzungsantrag. Ihre bisherige Bewilligung wird dann durch eine neue 5-jährige Bewilligung ersetzt. Die Flächenerweiterung kann im laufenden Antragsjahr schon für die Zahlung berücksichtigt werden, wenn die Fläche nachweislich seit dem 01.01. zum Betrieb gehört und die entsprechenden Bindungen im Nutzungsnachweis gesetzt wurden. Die Nachweise, wie zum Beispiel einen Pachtvertrag für neu übernommene Flächen, reichen Sie bei der Bewilligungsbehörde ein.
    Achtung: Sie müssen einen zusätzlichen Erweiterungsantrag stellen, damit die Zahlung im laufenden Jahr erfolgen kann.
  • Zahlungsantrag: Wenn Sie eine 5-jährige Bewilligung für die Ökolandbauförderung haben, müssen Sie in jedem Jahr einen Zahlungsantrag stellen.
    Wird der Zahlungsantrag nicht fristgerecht eingereicht, wird die Förderung um 1% je verspätetem Arbeitstag gekürzt. Einzige Ausnahme ist höhere Gewalt oder außergewöhnliche Umstände im Sinne von Artikel 4 der Verordnung (EU) Nr. 640/2014.
    Bei einer Fristüberschreitung von mehr als 25 Kalendertagen wird der Antrag als unzulässig angesehen.

Im Rahmen des jährlichen Antragsverfahrens müssen Sie möglicherweise verschiedene Anträge miteinander kombinieren. So kann es erforderlich sein, einen Ersetzungsantrag, einen Erweiterungsantrag und einen Zahlungsantrag zu stellen. Wichtig ist, die aktuelle Bewilligung mit der Ist-Situation vom Betrieb zu vergleichen.

Die Anträge werden im Rahmen des elektronischen Antragsverfahrens (INET) mit dem Antrag auf Direktzahlungen eingereicht. 

Bewilligungsbehörde ist die für den Betrieb zuständige Außenstelle des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume.

Achtung: Bei den Terminen handelt es sich mit Ausnahme des Zahlungsantrags um Ausschlussfristen!

10. Weitere Förderangebote für ökologische Betriebe

Beratung

Eine Kooperation aus Ökoring, Landwirtschaftskammer und den Anbauverbänden Demeter, Bioland und Naturland bieten verschiedene Beratungsmodule an, die auf der Grundlage von Artikel 15 der ELER-Verordnung mit EU-Mitteln mit bis zu 100% gefördert werden. Zum Angebot gehören Themen wie "Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise" oder auch "Betriebsentwicklung".

Nähere Informationen erhalten Interessierte auf der Internetseite des Ökoring oder der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Investitionsförderung

Das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) fördert investive Maßnahmen in landwirtschaftliche Unternehmen. Die Förderung richtet sich an Betriebe, die Investitionen in eine besonders artgerechte Tierhaltung durchführen. Außerdem sind besondere Anforderungen in den Bereichen Umwelt– und Klimaschutz zu erfüllen. Ausführliche Informationen erhalten Sie in der dazugehörigen Richtlinie.

Förderung von Investitionen in die Verarbeitung und die Vermarktung

Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer und mittelständischer Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu verbessern. Die Förderung wird als Zuschuss gewährt. Regionale, handwerkliche und ökologische Aspekte werden bei der Auswahl der Förderprojekte besonders berücksichtigt. Nähere Informationen erhalten Sie in der dazugehörigen Richtlinie.

 

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