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Fachanforderungen Sekundarstufe I und II

Staatskanzlei

Fachanforderungen Sekundarstufe I und II

In der Sekundarstufe I und II werden schrittweise die bisherigen Lehrpläne durch Fachanforderungen ersetzt.

Kompetenzen

Die Fachanforderungen formulieren als Ziel des Unterrichts, den systematischen, alters- und entwicklungsgemäßen Erwerb von Kompetenzen. Der Unterricht soll die die kognitiven, emotionalen, sozialen, kreativen und körperlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler fördern. Er soll ihnen kulturelle und gesellschaftliche Orientierung vermitteln und sie ermuntern, eigenständig zu denken und vermeintliche Gewissheiten, kulturelle Wertorientierungen und gesellschaftliche Strukturen auch kritisch zu überdenken.

In den Fachanforderungen wird ein Kompetenzbegriff verwendet, der das Wissen und Können, die Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Menschen umfasst. Über die fachbezogenen Fähigkeiten hinaus soll der Unterricht aller Fächer auch den Erwerb überfachlicher Kompetenzen wie Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Methodenkompetenz fördern. 

Aufbau der Fachanforderungen

Die Fachanforderungen, die in den allgemein bildenden Schulen in der Sekundarstufe I und in der Sekundarstufe II (im Fach Naturwissenschaften nur Sekundarstufe I) zum Einsatz kommen sollen, beschreiben die didaktischen Grundlagen der jeweiligen Fächer und den spezifischen Beitrag der Fächer zur allgemeinen und zur fachlichen Bildung. Darauf aufbauend legen sie fest, was die Schülerinnen und Schüler jeweils am Ende der Sekundarstufe I beziehungsweise der Sekundarstufe II wissen und können sollen. Aus diesem Grund sind die Fachanforderungen abschlussbezogen formuliert. So werden etwa in den Fachanforderungen für die Sekundarstufe I für die angestrebten Kompetenzen und zentralen Inhalte drei Anforderungsebenen ausgewiesen: Erster Allgemeinbildender Schulabschluss, Mittlerer Schulabschluss, Übergang in die Sekundarstufe II. In den Anforderungen für die Sekundarstufe II wird die Anforderungsebene Allgemeine Hochschulreife beschrieben.

Damit schaffen die Fachanforderungen eine bessere Vergleichbarkeit und fördern die Durchlässigkeit und Mobilität für Schülerinnen und Schüler.

Die Fachanforderungen bilden den Rahmen für die Arbeit der Fachkonferenzen an den Schulen. Die Fachkonferenzen entwickeln auf der Basis der Fachanforderungen die schulinternen Curricula. Dabei haben sie Gestaltungsfreiheit bei der Umsetzung der Kontingentstundentafel, in der Organisation des Unterrichts, bei der Entwicklung von pädagogischen und didaktischen Konzepten oder inhaltlichen Schwerpunkten.

Die Fachanforderungen verzichten auf kleinschrittige Detailvorgaben, enthalten aber - als Orientierungshilfe für die Schulen - Empfehlungen für die Verteilung der Unterrichtsthemen auf die Jahrgangsstufen. Aufgabe der schulinternen Curricula ist es, die Kerninhalte und Kompetenzen, die in den Fachanforderungen auf den jeweiligen Abschluss bezogen definiert sind, für die einzelnen Jahrgangsstufen aufzufächern.

Alle Fachanforderungen vereinen die Vorgaben für die Sekundarstufe I und für die Sekundarstufe II in einem Band, weil die beiden Schularten Gymnasium und Gemeinschaftsschule bis zum Abitur führen können. Sie gliedern sich in einen allgemeinen Teil, der fächer- und stufenübergreifend die Grundlagen beschreibt. Ein erstes Kapitel enthält dann Aussagen zu den Grundprinzipien des Faches auf der Grundlage der in den Bildungsstandards enthaltenen Kompetenzstrukturmodelle. Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Schulstufen- oder Abschlussbezug der Kompetenzerwartungen, während das dritte Kapitel die Themen den Jahrgangsstufen zuordnet. Das vierte Kapitel enthält Vorgaben für das schulinterne Fachcurriculum und im fünften Kapitel sind die Vorgaben zur Leistungsmessung und zu den zentralen Abschlussprüfungen festgehalten.

Begleitend zu den Fachanforderungen erhalten die Schulen Leitfäden mit Hinweisen für die schulinternen Fachcurricula und Aufgabensammlungen.

Aufgabenfelder

Die neuen Fachanforderungen beschreiben außerdem Aufgabenfelder von besonderer Bedeutung, die sich aus den pädagogischen Zielen des Schulgesetzes ergeben und die nicht dem Unterricht einzelner Fächer zugeordnet sind. Dazu gehören die Themen ‚Inklusive Schule‘, ‚sonderpädagogische Förderung‘, ‚durchgängige Sprachbildung‘, ‚kulturelle Bildung‘, Niederdeutsch und Friesisch, Medienbildung und Berufsorientierung. Diese Themen sollen im Unterricht aller Fächer berücksichtigt werden.

Zeitplan

Die Fachanforderungen für die Kernfächer Deutsch, Englisch, Mathematik (Sekundarstufe I und II) und das Fach Naturwissenschaften (Sekundarstufe I) liegen seit dem Schuljahresbeginn 2014/15 vor. Die Fachanforderungen für die Fächer Französisch, Latein, Spanisch, Geographie, Weltkunde, Kunst, Musik und Sport gelten seit dem Schuljahresbeginn 2015/16.