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Schleswig-Holsteiner -
Waldemar Bonsels (1880-1952)

Staatskanzlei

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Waldemar Bonsels (1880-1952)

In der Weimarer Republik galt er als einer der meist gelesenen Autoren. Später geriet Waldemar Bonsels jedoch in Vergessenheit. Die Figur, die ihm 1912 zum Durchbruch verhalf, wurde in den siebziger Jahren wiederentdeckt: Die Biene Maja.

Waldemar Bonsels wurde am 21. Februar 1880 in Ahrensburg geboren. Er verließ mit 17 Jahren das Gymnasium in Kiel und begann eine kaufmännische Ausbildung in Bielefeld. Kurz darauf ging Bonsels als Missionskaufmann nach Indien. Da ihm die Praktiken der Gesellschaft, für welche er tätig war, missfielen, kehrte Bonsels bereits nach wenigen Monaten nach Deutschland zurück. In München gründete der gebürtige Ahrensburger daraufhin mit Freunden einen Verlag und begann erste eigene Schriften zu publizieren.

"Die Biene Maja"

1912 veröffentlichte Waldemar Bonsels "Die Biene Maja und ihre Abenteuer". In diesem Werk verarbeitete er Kindheitserfahrungen, die der Schriftsteller in der schleswig-holsteinischen Natur gemacht hatte. Das Buch verhalf ihm zum Durchbruch und wurde bis heute in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Die Einkünfte aus der Biene Maja sicherten Bonsels finanzielle Unabhängigkeit.

Bonsels Werke

Bis 1952 brachte Waldemar Bonsels alle ein bis zwei Jahre ein neues Buch auf den Markt. An den Erfolg der Biene Maja reichte aber nur deren Nachfolgewerk "Himmelsvolk" von 1915 heran. Trotzdem avancierte er zu einem der meist gelesenen Schriftsteller der Weimarer Republik. Bonsels' Werke lassen sich der Neuromantik zurechnen. Zentrales Thema in vielen seiner Texte ist die Befreiung aus den engen Grenzen von Bürgertum und Konvention. Auch Biene Maja verlässt ihr Bienenvolk und erkundet alleine die Welt. Sie kehrt am Ende jedoch als Beraterin der Königin in den heimischen Bienenstock zurück.

Die Rolle in der NS-Zeit

Dass der Ahrensburger zu einem der meistgelesenen Autoren der 1920er-Jahre in Deutschland gehörte, hing aber auch mit seiner Nähe zum Nationalsozialismus zusammen. Er war bekannt als Antisemit. Anders als viele bekannte Schriftsteller erhielt Bonsels kein Schreibverbot, sondern wurde sogar in die Reichsschrifttumskammer aufgenommen. Nach den studentischen Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933 publizierten die Zeitungen einen Artikel des Schriftstellers mit dem Titel "NSDAP und Judentum", der seine antisemitische Sichtweise deutlich machte. Bonsels erfuhr im Nationalsozialismus keine Einschränkungen seiner schriftstellerischen Tätigkeit, wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges allerdings in den amerikanischen und britischen Besatzungszonen mit einem Publikationsverbot belegt. Während des Krieges war der Autor zudem Herausgeber kriegspropagandistischer Schriften.

In Vergessenheit geraten

Nach seinem Tod am 31. Juli 1952 geriet Bonsels zunehmend in Vergessenheit. Auch heute dürfte den wenigsten bekannt sein, dass er der geistige Vater der beliebten Biene Maja ist. Die von seiner dritten Frau, Rosemarie Bonsels, 1977 ins Leben gerufene "Waldemar-Bonsels-Stiftung" widmet sich heute vor allem der Förderung von Projekten der Kinder- und Jugendliteratur.