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Küstenschutz Fachpläne

© M. Staudt / grafikfoto.de

Entwicklung

Die Insel Amrum gehört zusammen mit den Inseln Sylt und Föhr zu den nordfriesischen Geestinseln, die aus Ablagerungen der vorletzten Eiszeit, die vor ca. 125 000 Jahren endete, entstanden sind. Daher finden sich auf Amrum sowohl Reste der eiszeitlichen Moränen (Geestkern) als auch nacheiszeitlicher Dünen und Marschen.

Übersichtskarte mittleres Nordfriesisches Wattenmeer Übersichtskarte mittleres Nordfriesisches Wattenmeer (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) nach: CWSS, Brockmann Consult GmbH (©) 2003, Landsat 7 ETM (C) Eurimage 2002 (16.06.2010)

Da die Küstenentwicklung Amrums in der Vergangenheit keine größeren Verluste aufzeigte, sind keine entsprechenden chronistischen Aufzeichnungen von besonders zerstörerischen Sturmfluten vorhanden. Von größerer Bedeutung für die Besiedlung der Insel waren der nach dem Mittelalter einsetzende Sandflug und die Dünenwanderung, die einen Großteil der an sich wenig landwirtschaftlich fruchtbaren Inselfläche betraf.

Der Küstenschutz auf Amrum ist an der Westküste von der Entwicklung des Kniepsandes geprägt. Der Anfang des 20. Jahrhunderts westlich von Norddorf gelegene Kniephafen versandete innerhalb kurzer Zeit vollständig durch die Sedimentzufuhr vom Kniepsand.

Dünen auf Amrum bei Sonnenuntergang, dazwischen einige Spaziergänger Dünen auf Amrum bei Sonnenuntergang (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © W. Diederich / grafikfoto.de

Vor Wittdün sind Längs- und Querwerke zur Küstensicherung errichtet worden. Die Wittdüner Marsch und die Norddorfer Marsch werden durch Überlaufdeiche vor Überflutung von Osten her - in eingeschränktem Maße - geschützt. Zum Schutz der Überflutung der Norddorfer Marsch von Westen her, wurden an der Seeseite in entstandenen Dünenlücken Deiche errichtet, die zur Zeit vollständig übersandet sind. An der Wattseite vor Norddorf und Nebel befinden sich Lahnungsfelder in unterschiedlichen Unterhaltungszuständen. Im äußersten Nordosten der Insel liegt die Amrum-Odde, die von der Entwicklung des Kniepsandes noch nicht profitiert hat. Die Randdünen sind zum Teil schmal, so dass vereinzelt Dünendurchbrüche bei schweren Sturmfluten möglich sind.

Die Kenntnis der historischen Küstenentwicklung ist notwendig, um die gegenwärtigen Küstenprozesse verstehen und beurteilen zu können. Dazu wird die Küste in Küstenabschnitte eingeteilt. Zusammen mit einer Kilometrierung ist eine eindeutige Ansprache der vorhandenen Küstenschutzanlagen und morphologischen Prozesse möglich.

Die Landschaft

Die Insel Amrum umfasst eine Gesamtfläche von rund 30 km2. Sie besteht aus einem Geestkern aus der Saale-Eiszeit, die vor ungefähr 125.000 Jahren zu Ende gegangen ist. Die Geest umfasst heute eine Fläche von rund 11 km² und liegt auf der Linie Leuchtturm-Steenodde, dem Wattufer bis Norddorf und führt an der Westküste zurück. Reste von steinzeitlichen Findlingsgräbern in der flachen Nordsee nordwestlich von Amrum weisen darauf hin, dass der Geestkern einmal größer war und durch das Meer abgetragen wurde.

 Landschaftstypen Landschaftstypen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © LKN-SH

Ausgehend von dieser Moräne entstanden im Norden und Süden Sandakkumulationen und im mittleren Teil der Kniepsand, dessen Fläche rund 10 km² beträgt. Der Sandflug hat seit dem 13./14. Jahrhundert zur Bildung von 9 km² Dünen geführt, die zum Teil bewachsen sind. Die Fläche der Norddorfer Marsch und des wenig umfangreichen Vorlandes beträgt weniger als 0,5 km².

Kniepsand auf Amrum Kniepsand auf Amrum (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Kniepsand auf Amrum © U. Dahl / grafikfoto.de

Die Insel erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung auf 11,5 km und in Ost-West-Richtung auf 7 km. Der Kniepsand, der von Wittdün im Süden bis Norddorf im Norden reicht, ist 16,5 km lang. Der Kniepsand ist auf einer 2 km langen West – Ost ausgerichteten Strecke bis zu 1,5 km breit und besitzt damit eine der breitesten Strände in Europa. Die 8 km lange in Südost – Nordwest ausgerichtete Teilstrecke zwischen Wittdün und Nebel ist bis zu 1 km breit. Die 6,5 km lange Südwest – Nordost verlaufende Strecke im Bereich der Gemeinde Norddorf hat Strandbreiten von bis zu 500 m. Weiter nach Nordosten gehen die Dünen in die Amrum-Odde über, die seit 1936 als "Naturschutzgebiet Amrum-Odde" ausgewiesen ist.

Die Dörfer Norddorf, Nebel und Süddorf und Steenodde wurden an der rund 12 km langen Wattseite errichtet. Wittdün ist dagegen die jüngste Ortsgründung (1890), die auf dem Nehrungshaken am Südrand der Geest erfolgte. Die 2.238 Einwohner der Insel (Stand: 31.12.2006) verteilen sich auf die drei Gemeinden Wittdün, Norddorf und Nebel (mit den Ortsteilen Steenodde und Süddorf), die sich 2007 zusammen mit den Föhrer Gemeinden zum Amt Föhr-Amrum zusammen geschlossen haben. Die Anzahl der Übernachtungen (für Beherbergungsbetriebe mit mehr als 9 Betten) beträgt 750.000 (Stand: 20006), wobei 89.000 Gäste die Insel besuchen (Stand: 2006).

Nach der geologischen Entwicklung und dem geographischen Erscheinungsbild kann Amrum in drei verschiedene Großformen eingeteilt werden:

  • der alte, flachwellige Geestkern mit seinen Heide- und Ackerflächen
  • der westseitig auf ihm liegende, breite Dünengürtel
  • der weithingestreckte, die ganze Westküste begleitende Kniepsand

Dazu kommen die beiden Nehrungshaken:

  • Wittdün
  • Amrum-Odde (Naturschutzgebiet)

sowie

  • die im inneren, wattseitigen Winkel der Nehrungshaken liegenden jungen Marschen

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