Landesportal Schleswig-Holstein

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Allgemeine Informationen

Staatskanzlei

Allgemeine Informationen

Kinder sollen in Schleswig-Holstein "erfolgreich starten" – und zwar schon in ganz frühen Jahren.

Deshalb wird das Betreuungsangebot für die "Kleinen" von 0 bis 3 Jahren in Krippe und Tagespflege stetig ausgebaut und die "Großen" von 3 bis 6 Jahren werden in der Kindertagesstätte in ihrer Sprachentwicklung und Grundbildung gefördert.

In Schleswig-Holstein gibt es 1.771 Kindertageseinrichtungen mit 113.205 Plätzen für Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren. Die Eltern können - je nach Angebot - für ihr Kind zwischen einem Halbtagsplatz am Vor- oder Nachmittag sowie einem Ganztagsangebot und einem Hortplatz wählen. An vielen Standorten ist auch eine Betreuung während der Ferien selbstverständlich.

Betreuung unter drei Jahren

Seit dem 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch darauf, dass ihr Kind in einer Krippe oder in Tagespflege betreut wird, wenn es das erste Lebensjahr vollendet hat. Alle Ausbaubemühungen waren zunächst auf diesen Stichtag ausgerichtet.
Fazit: Es ist in Schleswig-Holstein gelungen, ein gutes Angebot an Betreuungsplätzen aufzubauen. Gestartet ist Schleswig-Holstein im Jahr 2007 mit einer Betreuungsquote von lediglich 8,3 %. Damals waren weniger als 6.000 Kinder unter drei Jahren in einer Tagesbetreuung.

Nach der offiziellen Kinder- und Jugendhilfestatistik des Statistikamtes Nord befanden sich am 01.03.2017 landesweit 23.882 Kinder in Schleswig-Holstein in einer Betreuung.

Um den Ausbau der Kindertagesbetreuung zu unterstützen, haben sowohl der Bund als auch das Land Fördermittel für die erforderlichen Investitionen bereitgestellt. Mehr als 160 Mio. sind bislang in den Ausbau der Kinderbetreuung geflossen. Mithilfe dieser Fördermittel konnten von Programmbeginn Ende 2008 bis Ende Juni 2014 insgesamt 16.800 zusätzliche Betreuungsplätze auf den Weg gebracht werden.

Da die zur Verfügung stehenden Mittel für den noch laufenden Ausbau der Betreuungsplätze nicht ausreichen, stellt der Bund ab 2015 weitere 18,2 Mio. für Schleswig-Holstein bereit. Das Land ergänzt diese Fördermittel um gut 12 Mio. , allerdings mit einer eigenen Schwerpunktsetzung.

Vorrangig sollen zusätzlich erforderliche Plätze im Elementarbereich bezuschusst werden, da immer mehr Eltern im Anschluss an die Krippenbetreuung einen Kindergartenplatz benötigen. Daneben sollen qualitätsverbessernde Maßnahmen für gute Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen unterstützt werden. Es können Bewegungsräume eingerichtet oder eine eigene Küche angeschafft werden. Mit ausreichender Bewegung und gesunder Ernährung wird die Kindertagesbetreuung gestärkt..

Modellversuch Inklusive Kita

Seit 2015 erproben Land, Kommunen und Träger gemeinsam in einem Modellversuch in den vier Regionen Pinneberg, Dithmarschen, Neumünster und Flensburg, wie sich Kitas in Schleswig-Holstein von integrativen zu inklusiven Einrichtungen weiter entwickeln können.

Die Erprobung zielt auf einen Perspektivwechsel auf allen Ebenen: Nicht nur die Fachkräfte in der Kita entwickeln eine inklusive pädagogische Haltung und ein verändertes Verständnis von individueller Förderung – auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Leistungsstrukturen sollen sich stärker an inklusiven Entwicklungszielen ausrichten. Zu diesem Zweck soll untersucht werden, inwieweit sich das System der hochspezialisierten, auf Integration ausgerichteten Förderstrukturen auf eine Stärkung eines inklusiven Regelsystems hinbewegen kann, das niemanden ausschließt, Vielfalt wertschätzt und allen Kindern eine umfassende Teilhabe ermöglicht. Im besonderen Fokus stehen auch Kinder mit Beeinträchtigungen, die sich nur schwer in die bisherige Förderstruktur einfügen lassen (zum Beispiel Kinder mit emotionalen oder Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten oder chronischen Erkrankungen).
Die Modellprojekte wurden wissenschaftlich begleitet und extern evaluiert. Die pädagogische sowie die betriebswirtschaftliche Evaluation liegen inzwischen vor und werden derzeit ausgewertet. Auf der Grundlage der Evaluierungen sollen sodann Vorschläge für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Inklusionsprozess in Kindertagesstätten entwickelt werden – die Modellversuche laufen bis dahin weiter.

In 2018 wird das Projekt „Inklusive Kita“ um eine weitere Komponente ergänzt: Nach dem Koalitionsvertrag ist zu prüfen, wie die Ausstattung der Kitas mit Heilpädagoginnen und Heilpädagogen im Rahmen der Qualitätsentwicklung als zusätzliche Systemunterstützung ausgebaut werden kann, um auch Inklusion in den Kitas qualitativ zu unterstützen. Zu diesem Zweck soll in einem ersten Schritt in den Modellstandorten des laufenden Projektes „Inklusive Kita“ die Einstellung zusätzlicher gruppen- und ggf. einrichtungsübergreifender Fachkräfte für Inklusion gefördert werden. Ziel ist es, die Wirksamkeit eines inklusiven Regelangebotes mit zusätzlichen Fachkräften in multiprofessionellen Teamstrukturen zu überprüfen und aus diesem neuen Projektsetting Erkenntnisse für die Neustrukturierung der Kita-Finanzierung zu gewinnen. Für diesen Zweck sollen in 2018 insgesamt 500.000,- Euro aus Landesmitteln zur Verfügung gestellt werden.

Träger und Bildungsauftrag

Träger der Kindertageseinrichtungen sind Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Elternvereine oder Unternehmen. Das Land stellt zur Finanzierung der Kindertagesbetreuung 2015 insgesamt 180,74 Millionen Euro bereit. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus 70 Millionen Euro für die Betreuung über Dreijähriger, 54,24 Millionen Euro von Land und Bund für die Betreuung unter Dreijähriger und weiteren 52,5 Millionen Euro des Landes für zusätzlich geschaffene Betreuungsplätze, Familienzentren, pädagogische Fachberatung sowie Qualitätsmanagement. Ebenfalls darin enthalten sind die Zuwendungen des Landes für die Sprachbildung in Kindertageseinrichtungen in Höhe von 4 Millionen Euro. Weitere 2 Millionen Euro wendet das Land 2015 für die Sprachintensivförderung (SPRINT) und die Sprachheilförderung auf.

Der zusätzliche Zuschuss des Landes an die Kommunen für U3-Betriebskosten und weitere Qualitätsmaßnahmen wird von derzeit 52,5 Millionen Euro bis 2017 auf 80 Millionen Euro jährlich anwachsen.

Die Kindertageseinrichtungen haben einen klaren Auftrag: Betreuung, Erziehung und Bildung. Vor allem der eigenständige Bildungsauftrag steht seit den PISA-Ergebnissen im Vordergrund. Bildung in Kindertagesstätten will die kindlichen Kompetenzen fördern, aber auch die Kinder in ihren individuellen Bildungswegen begleiten und ihnen neue Bildungswelten eröffnen.

Um die frühe Bildung zu fördern, hat die Landesregierung gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden, Vertreterinnen und Vertreter von Fachschulen und der Fachhochschule sowie der Landeselternvertretung für Kindertageseinrichtungen Leitlinien zum Bildungsauftrag für Kindertageseinrichtungen erarbeitet. Diese wurden zur Erprobung an alle Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein verteilt und in regionalen Veranstaltungen diskutiert. Anschließend wurden die Erfahrungen mit den Leitlinien evaluiert und die Ergebnisse 2008 für eine Überarbeitung genutzt. Zusätzlich wurden Handreichungen für die einzelnen Bildungsbereiche erarbeitet, regionale Fachtage und Fortbildungsveranstaltungen zu den Bildungsleitlinien angeboten sowie Projekte durchgeführt.

Weitere Handreichungen sowie Fachtage und regionale Fortbildungsmaßnahmen zu den Querschnittsdimensionen der Bildungsleitlinien, zu Themen im Bereich der Kinder unter drei Jahren, der Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie der Zusammenarbeit mit Eltern sind geplant bzw. werden zurzeit durchgeführt. Die Ergebnisse der in 2012/2013 erneut erfolgten Evaluierung der Leitlinien liegen vor und können ebenfalls auf dieser Seite eingesehen werden.

Kindertageseinrichtung ist ein Oberbegriff für Institutionen, in denen Kinder (von 0 bis 14 Jahre) für einen Teil des Tages oder ganztags betreut, gebildet und erzogen werden. Hierzu gehören Kindertagesstätten, Kindergärten, Kinderkrippen, Horte, Kinderhäuser und Kindergarten ähnliche Einrichtungen. Die Bedeutung der Kindertageseinrichtungen wird politisch und gesellschaftlich immer stärker anerkannt.

Vereinbarung zur Finanzierung des Krippenausbaus

Am 10.Dezember 2012 haben die Landesregierung und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände eine Vereinbarung zum Ausbau der Betreuung für Kinder unter drei Jahren unterzeichnet. Hier finden Sie Informationen dazu mehr lesen

Aufbau und Weiterentwicklung von Familienzentren

Seit 2014 fördert das Land den Aufbau und die Weiterentwicklung von mehr als 100 Familienzentren in den Kreisen und kreisfreien Städten. Die Landesregierung erhöht die Fördersumme ab 2018 um eine Million . Neben einer erhöhten Förderung für bestehende Einrichtungen sollen sollen auch neue bzw. weitere Familienzentren gefördert werden können. Diese Erhöhung ist Teil des ersten Schrittes der Landesregierung hin zu einer Qualitätsoffensive in den Kitas.

Familienzentren sollen:

  • Familien wohnortnahe Unterstützung durch niedrigschwellige Angebote bieten,
  • je nach regionalem Umfeld unterschiedliche Schwerpunkte setzen und hierbei auf die Bedarfe der Familien in ihrem Lebensraum eingehen,
  • eine bestehende, den Familien im Sozialraum bekannte und vertraute Einrichtung sein, die sich zu einer Anlaufstelle weiterentwickelt. Sie halten Betreuungsangebote und begleitende Hilfen vor. Sie sind Regeleinrichtungen (z.B. Kita, Schule) oder Institutionen, die mit den Angeboten einer Regeleinrichtung bereits vernetzt sind (Familienbildungsstätte, Mehrgenerationenhaus),
  • mit den maßgeblichen Akteuren im Sozialraum kooperieren und bestehende oder auch neu entstehende Angebote vernetzen – insbesondere im Bereich der Jugendhilfe sowie des Sozial- und Gesundheitswesens.

Kreise und kreisfreie Städte erhalten nach einer bestimmten Kontingentierung Mittel zum Auf- oder Ausbau von Familienzentren. Die Auswahl der Einrichtungen obliegt ihnen. Trägern von Familienzentren können bis 35.000 in der Grundförderung Zuschüsse für Personal- und Sachkosten gewährt werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit, zusätzliche Mittel für das Handlungsfeld „Integration“ zu beantragen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Familienzentren

Bericht der Landesregierung „Konzept für Familienzentren“
Befragung zu Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern, nachbarschaftlichen Kompetenzzentren
Eckpunktepapier zur Entwicklung von Familienzentren

Fachberatung

Die Förderung der pädagogischen Fachberatung ist Teil der Landesmaßnahmen zur Steigerung der Kita-Qualität. Die pädagogische Fachberatung verbindet fachliche, entwicklungs- und organisationsbezogene Beratung der Leitung, der Fachkräfte sowie der Träger von Kindertageseinrichtungen. Insbesondere unterstützt sie das Qualitätsmanagement im Bereich von Kindertagesstätten.

Die Förderung pädagogischer Fachberatung soll zur qualitativen Verbesserung der Kindertagesbetreuung beitragen und der Optimierung von Rahmenbedingungen des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen dienen. Im Kalenderjahr 2014 stellte das Land erstmals 0,7 Mio. für zusätzliche Fachberatung – insbesondere im U3-Bereich – zur Verfügung. 2015 wird der Förderbetrag auf 1,5 Mio. erhöht und als fortlaufende Förderung etabliert werden.

Auf 1.771 Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein kommen derzeit ca. 132 pädagogische Fachberaterinnen/Fachberater, die entweder freiberuflich tätig sind oder bei den freien Wohlfahrtsverbänden und Kommunen angesiedelt sind. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren stellt eine offene, nicht abschließende Übersicht der im Land Schleswig-Holstein bekanntermaßen aktiven pädagogischen Fachberatungen zur Verfügung. Diese wird veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert. Ziel ist es, so die Vernetzung und Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu erleichtern.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Fachberatung

Erlass zur Förderung von Fachberatung

Liste von Fachberaterinnen und Fachberatern

Kita-Qualität

Die Diskussion um Fragen der Qualität begleitet die Arbeit der Kindertageseinrichtungen bereits seit der Festschreibung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz.

Die inhaltlichen Schwerpunkte haben sich dabei in den zurückliegenden Jahren verändert. Seit 2004 sollen die Leitlinien zum Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen umgesetzt werden, und seit Inkrafttreten des Kinderschutzgesetzes müssen die Kindertagesstätten in ihren Konzepten belegen, wie Partizipation der Kinder gelebt wird und welches Beschwerdeverfahren sie für ihre Einrichtungen gewählt haben.

Hinzugekommen sind zusätzliche  Anforderungen an die Fachkräfte,  wie zum Beispiel die Arbeit mit behinderten Kindern, die Gestaltung des Eingewöhnungsprozesses, die Weiterentwicklung und Durchführung von Projekten zum Bildungsauftrag, die Sprachbildung, Sprachförderung sowie die Förderung der Minderheitensprachen usw.

Von Anfang an war die jeweilige Einrichtungskonzeption das wesentliche Dokument zur Qualitätssicherung und -entwicklung für die Einrichtung eines bestimmten kommunalen oder freien Trägers. Diese Maßstäbe sind jedoch relativ statischer Natur und helfen nur punktuell bei der Sicherung einer hohen Qualität der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern.

Deshalb werden seit 2015 Kindertageseinrichtungen auch dabei unterstützt, regelmäßig ein Qualitätsmanagement  zu durchlaufen. Die Erarbeitung guter, passgenauer Rahmenbedingungen und eine stetige Überprüfung der Zielerreichung sollen dafür sorgen, dass sich die Arbeit in den Einrichtungen noch weiter verbessert. Dies ist ein zusätzlicher Beitrag zur Förderung der frühkindlichen Bildung. Hierfür sind jährlich 5 Mio. vorgesehen.

Kita-Portal Schleswig-Holstein

Um Eltern bei der Entscheidung über die beste Betreuungsform ihres Kindes zu unterstützen, bietet das Kita-Portal Schleswig-Holstein einen Überblick über Betreuungsangebote und freie Betreuungsplätze. Ziel der Landesregierung ist es, das Portal zu einem aussagekräftigen, verlässlichen und verbindlichen Angebot auszubauen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.