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Abschlussbericht zum Modellprojekt "Inklusive Kita" in Schleswig-Holstein

Staatskanzlei

Abschlussbericht zum Modellprojekt "Inklusive Kita" in Schleswig-Holstein

Hier finden Sie den Abschlussbericht zum Modellversuch zur Erprobung fachlich-pädagogischer, struktureller und finanzieller Konzepte in der Praxis der inklusiven frühkindlichen Bildung.

Kindertageseinrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems und somit dazu verpflichtet, die UN-Behinderten- sowie die UN-Kinderrechtskonvention umzusetzen. Damit ist verbunden, dass die frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung inklusiv ausgerichtet wird und alle Kinder entsprechend ihrer individuellen Bedarfe gefördert werden. Ziel ist es, mit dem Recht auf Bildung jedes Einzelnen ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengerechtigkeit die volle Entwicklung des menschlichen Potentials zu stärken.

Auch mit dem Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz) vom 23. Dezember 2016 wurden die Rechte von Menschen mit Behinderungen gestärkt. So soll mit diesem neuen gesetzlichen Rahmen die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung durch mehr Teilhabe und mehr Selbstbestimmung verbessert werden. Es hat eine Abkehr von einer institutionenorientierten zu einer personenorientierten Leistungserbringung stattgefunden. Die notwendige Unterstützung soll sich künftig konsequenter an den individuellen Bedarfen und Wünschen der Menschen mit Behinderungen orientieren.

Zur Erprobung fachlich-pädagogischer, struktureller und finanzieller Konzepte in der Praxis der inklusiven frühkindlichen Bildung wurde ein Modellversuch in vier Regionen durchgeführt. Für dieses wichtige Vorhaben hat das Land für die Jahre 2018 und 2019 jeweils 500.000 Euro zur Verfügung gestellt. In diesem Kontext wurde eine Lenkungsgruppe eingesetzt, die den gesamten Prozess begleitete. Diese verständigte sich zudem darauf, in einem Abschlussbericht Ergebnisse des Modellprogramms komprimiert darzustellen sowie Empfehlungen an das Land zu geben, auf welche Weise eine inklusive Weiterentwicklung des Kita-Systems in Schleswig-Holstein unterstützt werden kann. Im Folgenden werden die Modellprojekte zusammenfassend dargestellt, die Ergebnisse der durchgeführten Evaluationen wiedergegeben, Vorschläge zur Weiterentwicklung eines inklusiven Kitasystems erläutert und in einem Ausblick nächste Schritte aufgezeigt.

Zielsetzung des Modellversuchs

Im Modellversuch Inklusive Kita haben sich die beteiligten Akteure gemeinsam auf den Weg begeben, um zur Gestaltung von inklusiven Angeboten in der frühkindlichen Bildung beizutragen. Dies geschah auf zwei Ebenen:

  • Auf Einrichtungs-Ebene sollte insbesondere jedem Kind ein Zugang zu individueller und bedarfsgerechter Förderung ermöglicht werden. Zudem sollten eine wertschätzende Haltung und ein ressourcenorientierter Blick auf die Kinder entwickelt und Vielfältigkeit anerkannt werden. Der Kita-Alltag sollte möglichst inklusiv gestaltet, Barrieren für Lernen und Teilhabe beseitigt werden. Darüber hinaus wurden multiprofessionelle Teams erprobt. Heilpädagogische Fachkräfte im Team sollten eine kontinuierliche, alltagsintegrierte Förderung ermöglichen. Im Rahmen von finanziellen Budgets sollten Kitas mehr Eigenverantwortung erhalten, um in diesem Rahmen frei über ihre Angebotsstruktur und Ausgleichsmaßnahmen entscheiden zu können (z.B. Reduzierung der Gruppe, mehr heilpädagogische Fachkräfte). Ein weiteres Ziel bestand darin, dass auch Kinder mit emotionalen und psychosozialen Belastungen, Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten oder chronischen Erkrankungen ohne Anspruch auf Eingliederungshilfe sowie unter dreijährige Kinder mitberücksichtigt wurden.
  • Auf der Leistungsträger- Ebene war es das Ziel, inklusive Leistungs- und Angebotsstrukturen zu entwickeln. Hierzu zählte eine Weiterentwicklung der Verfahren zur individuellen Bedarfserhebung- und Feststellung durch den Träger der Sozial- und Jugendhilfe; ggf. teilweise Verlagerung auf die Kita zumindest bei eindeutigen und weniger ausgeprägten Hilfebedarfen. Darüber hinaus sollten trägerbezogene Budgets für die Förderung von Kindern mit Behinderungen entwickelt sowie Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung in Bezug auf Kita-Beiträge und Betreuungsumfang gleichbehandelt werden.

Um verschiedene Ansätze unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen erproben zu können, wurden bewusst Einrichtungen mit jeweils anderen Ausgangsbedingungen und Vorerfahrungen ausgewählt. Dabei wählte jede Region eigene Schwerpunkte und gestaltete die konkrete Umsetzung des Projektes eigenverantwortlich aus.

Beschreibungen der Modellversuche in den vier Regionen, zentrale Ergebnisse der pädagogischen und betriebswirtschaftlichen Evaluationen sowie entsprechende Vorschläge zur Weiterentwicklung eines inklusiven Kitasystems in Schleswig-Holstein mit dem dazugehörigen Ausblick und eine Aussicht auf die nächsten Schritte finden Sie in dem hier angehängten Dokument.