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Entgeltungleichheit

Staatskanzlei

Entgeltungleichheit

Frauen verdienen in Deutschland seit Jahren ca. 23% weniger pro Stunde als Männer.

Damit ist die Bundesrepublik eines der Schlusslichter in der Europäischen Union, wo der Unterschied in den Bruttostundenlöhnen von Frauen und Männern im Durchschnitt ca. 17% beträgt.

Die Ursachen für diese geschlechtsspezifische Lohnlücke, auch "Gender Pay Gap" genannt, sind vielfältig. Frauen erreichen in Deutschland inzwischen bessere Bildungsabschlüsse als Männer. Sie entscheiden sich allerdings viel häufiger als Männer für Berufe, die schlecht entlohnt sind. Außerdem arbeiten Frauen überwiegend in Dienstleistungsbranchen und eher in kleinen und mittleren Unternehmen, wo das Lohnniveau insgesamt niedriger ist als in großen Betrieben der Industrie.

Zudem sind es vor allem Frauen, die für die Erziehung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen ihre Erwerbstätigkeit einschränken oder zeitweise ganz aufgeben. Das wirkt sich nachteilig auf die Berufserfahrung aus und verschlechtert die Ausgangslage für einen beruflichen Aufstieg. So findet man Frauen auch heute noch eher selten in Führungspositionen und zwar umso seltener, je höher die Entscheidungsebene ist.

All diese strukturellen Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern üben einen Einfluss auf die Höhe ihrer durchschnittlichen Bruttostundenlöhne aus. Diese Ursachen können allerdings nur einen Teil des Gender Pay Gap erklären. Selbst wenn man die Löhne von Frauen und Männern mit ähnlicher Qualifikation, Berufserfahrung und vergleichbaren beruflichen Aufgaben gegenüberstellt, bleibt immer noch eine geschlechtsspezifische Lohndifferenz (auch "bereinigter Gender Pay Gap" genannt) von ca. 8% zulasten der Frauen.

Diese Differenz beruht auf Werturteile und Einstellungen, die mit den sozialen Rollen von Frauen und Männern verbunden und von der nach wie vor vitalen Vorstellung einer Trennung der Bereiche der (unbezahlten) häuslichen und erzieherischen Tätigkeiten als Domäne der Frauen und der (bezahlten) Erwerbsarbeit als Domäne der Männer geprägt sind. So wird die Arbeit von Frauen, die häufig im Erbringen von Dienstleistungen besteht, auch heute noch insgesamt schlechter bewertet und niedriger entlohnt wird als die Arbeit von Männern, die im produzierenden Gewerbe dominieren.

Damit die unterschiedliche Bezahlung der Arbeitsleistung von Frauen und Männern überwunden werden kann, ist es wichtig, die Menschen auf das Problem aufmerksam zu machen. Dieser Aufgabe dient u.a. der "Equal Pay Day": der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen.

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Weiterführende Links

Entgeltungleichheit in Deutschland
Entgeltungleichheit in den einzelnen Bundesländern
Entgeltungleichheit in der EU
BMFSFJ: Themenseite Entgeltungleichheit