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HERACLES – Patienten stark machen

Staatskanzlei

HERACLES – Patienten stark machen

HERACLES ist ein für seine Stärke berühmter Held der griechischen Mythologie. Das gleichnamige deutsch-dänische Kooperationsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, Krankenhauspatienten zu stärken, in dem es sie ermutigt, ihr Mitspracherecht einzufordern.

Heracles Logo © Heracles

Krankheitsverläufe und Therapieoptionen werden immer komplexer. Dies führt zu steigenden Beratungskosten im Gesundheitswesen und zu Herausforderungen für Patienten bei der Entscheidungsfindung. Krankenhäuser wie das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) begrüßen die Tatsache, dass Patienten mehr Mitspracherecht fordern. Doch ihnen dieses Recht auch tatsächlich einzuräumen, ist bisher leichter gesagt als getan.

„Um diese Situation zu ändern, erfordert dies, aus meiner Sicht, auf der einen Seite geschultes Fachpersonal mit einem Gefühl für den Menschen als Ganzes und auf der anderen Seite den mutigen Patienten, der sich öffnet und dazu bereit ist, Fragen zu stellen und Entscheidungen zu treffen“, so Simone Lange, Oberbürgermeisterin der Stadt Flensburg und stellvertretende deutsche Vorsitzende des Interreg-Ausschusses.

Mit der Auftaktkonferenz am 22. November 2018 wurde das HERACLES-Projekt offiziell gestartet. Es wird durch das EU-Programm Deutschland-Danmark mit knapp 1,4 Mio. Euro gefördert.

Ein Umdenken im Gesundheitssystem

Ein Gruppentisch mit verschiedenen Person, die über eine Sache diskutieren.Kick-Off Meeting der Projektpartner. In der Diskussion: Wie können Patienten mehr Entscheidungsmacht bekommen? © UKSH

An der Spitze des Projekts steht das UKSH. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Dänemark und Deutschland, u.a. der Ärztekammer Schleswig-Holstein, den Kieler und Flensburger Hochschulen, der Imland Klinik Rendsburg sowie der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft, soll die Kommunikation zwischen Patient und Fachpersonal in der Projektregion verbessert werden.

„Hinter dem Projekt steht ein erfahrener Partnerkreis mit einem enormen Know-how. Ich habe hohe Erwartungen an das neue Projekt. Ganz konkret erhoffe ich mir, dass wir mit dieser EU-Investition ein Umdenken im Gesundheitssystem in der gesamten deutsch-dänischen Region – gar in der ganzen Europäischen Union – auslösen werden”, betonte Peter Sönnichsen, Ausschussmitglied des Kreises Plön und deutscher Vorsitzender des Interreg-Ausschusses.

Patient Empowerment

Es ist leider keine Selbstverständlichkeit, dass Patienten bei wichtigen Entscheidungen rund um ihre Krankheit, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten einbezogen werden. Beispielsweise haben im Krankenhaus Lillebælt, einer der dänischen Partner im HERACLES-Projekt, knapp 60 Prozent der Patientenklagen mit Kommunikation zu tun.

Das Konzept, das hinter dem Begriff „Patient Empowerment“ (dt. Patientenermächtigung) steht, soll diesen Zustand ändern. Patienten werden dazu ermutigt, ihre Möglichkeiten zu nutzen, um Behandlungsform und Arztwahl zu beeinflussen. Gedanken, Gefühle und Ideen sowohl des Fachpersonals als auch der Patienten und deren Angehörigen sollen in die Entscheidungen einbezogen werden. Das Projekt strebt dadurch eine Kulturveränderung im Gesundheitswesen an.

Digitale Lernplattform für Gesundheitspersonal

Die Patienten dazu zu motivieren, Eigenverantwortung zu übernehmen und Fragen zu stellen, reicht nicht aus. Es muss auch Fachkräfte geben, die dazu in der Lage sind, diese Fragen qualifiziert und verständlich zu beantworten. Das Fachpersonal muss daher auch darin ausgebildet werden, empathisch und auf Augenhöhe zu kommunizieren. In jeder Situation ist es wichtig, dass Patienten und Personal sich ernst genommen fühlen. Dafür muss die Kommunikation zwischen Patient und Fachpersonal regelrecht trainiert werden.

HERACLES-Projekt möchte deshalb eine digitale Lernplattform schaffen. In einem virtuellen Klassenzimmer übt das Fachpersonal die Kommunikation mit dem Patienten üben und erhält Feedback dafür.

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