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Die Leber

Staatskanzlei

Die Leber

Die Leber hat eine unvergleichliche Fähigkeit zur Regeneration und dennoch ist ein ungesunder Lebensstil für kaum ein anderes Organ bedrohlicher.

Das mehrlappige Gebilde sieht aus wie ein breiter Keil, liegt direkt unter dem Zwerchfell im rechten Oberbauch und ist das größte unserer inneren Organe. Ein gesundes Organ ist dunkelbraun und weich-elastisch. Es besteht aus zwei großen und zwei kleineren Leberlappen und wiegt im Durschnitt ganze 1,5 Kilo.

Erkrankungen der Leber verlaufen schleichend und still. Dass sie lange ohne spezifische Beschwerden bleiben, macht sie so tückisch. Lebererkrankungen werden deshalb häufig erst spät erkannt. Allein an chronischer Hepatitis B und Hepatitis C sind Hunderttausende Menschen in Deutschland erkrankt – die meisten, ohne es zu wissen. 

Chemielabor und Energiespeicher

Die Leber lässt sich mit einem Großlabor vergleichen. Speicherung, Aufbau, Umbau, Abbau und Entgiftung von Stoffen – Tag für Tag läuft hier ein umfangreiches Programm ab: Der Darm nimmt Zucker, Fettsäuren, Vitamine & Co. aus dem Nahrungsbrei auf und schickt sie über die Pfortader in die Leber. Diese holt überzählige Nährstoffe, die im Körper gerade nicht benötigt werden, aus dem Blut heraus und speichert sie. Was dabei an Unbrauchbarem anfällt, entsorgt das Stoffwechselorgan entweder über die Nieren (wasserlösliche Stoffe) oder – verpackt in der Gallenflüssigkeit – über den Darm (fettlösliche Stoffe). Bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit wird in der Leber dafür täglich zusammengemischt. 

Die Leber ist damit das wichtigste Entgiftungsorgan in unserem Körper. Als Filter zwischen Darm und dem übrigen Körperkreislauf verhindert sie, dass Krankheitserreger und Schadstoffe, die z. B. mit der Nahrung zugeführt werden, aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen. Giftige Substanzen z. B. Ammoniak werden von der Leber abgefangen und in den Leberzellen effizient entgiftet. Sie werden zu unschädlichen Stoffen, wie Harnstoff, der mit dem Urin ausgeschieden wird, umgewandelt.

Wäre unser Körper ein Smartphone, dann wäre die Leber außerdem unsere Powerbank. Im Blut zirkuliert ständig eine bestimmte Menge an Glukose. Den Zucker nehmen Körperzellen auf, um daraus Energie herzustellen. Überschüssige Glukose gelangt in die Leber. Dort wird sie in Glykogen umgewandelt und gespeichert. Bis zu 150 Gramm Zucker kann die Leber auf diese Weise aufnehmen. Sinkt die Konzentration an Glukose im Blut, stellt die Leber Glukose aus Glykogen wieder zur Verfügung.

Nachwachsender Rohstoff

Die Leber hat eine ganz besondere Eigenschaft: Das Organ besitzt eine enorme Fähigkeit zur Regeneration. Für Transplantationen reicht etwa eine halbe Spenderleber pro Patient. Die jeweilige Organhälfte beginnt sowohl im Spender als auch im Empfänger nach wenigen Tagen zu wachsen. Innerhalb von zwei Monaten hat die Drüse wieder ihre ursprüngliche Größe erreicht.

Eine Schädigung der Leber kann für den Menschen dennoch lebensbedrohliche Folgen haben. Nehmen Leberzellen Schaden, können sie ihre Aufgaben nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erfüllen. Tückisch dabei ist, dass Erkrankungen des schmerzunempfindlichen Organs zunächst oft unbemerkt verlaufen.

Hepatitis

Eine Leberentzündung wird unabhängig von der Ursache Hepatitis genannt. Oft sind Viren die Auslöser. Die Virus-Hepatitis B zählt weltweit zu den häufigsten Infektionserkrankungen. Schätzungsweise 350 Millionen Menschen leiden darunter. Die Krankheit kann chronisch verlaufen. "Das Risiko der Patienten für eine Leberzirrhose und Leberkrebs ist erhöht", warnt Professor Blum. Hepatitis B ist auf dem Blutweg hoch ansteckend, eine Hauptansteckungsquelle ist ungeschützter Geschlechtsverkehr. Kondome schützen – außerdem gibt es gegen Hepatitis B auch eine Schutzimpfung. Das Hepatitis-C-Virus löst ebenfalls eine chronische Leberentzündung aus. Hepatitis A heilt im Gegensatz zu Hepatitis B und Hepatitis C meist rasch ab.
Fettleber

Fettleber – zu viel Alkohol und ungesunde Ernährung

Bei einer Fettleber hat sich Fett in den Leberzellen abgelagert. Gefährlich wird es, wenn sich das Organ entzündet. Zu unterscheiden sind durch Alkohol bedingte Entzündungen und solche, die andere Ursachen haben.

Die alkoholische Fettlebererkrankung (AFLD, alcoholic fatty liver disease) wird durch einen übermäßigen Alkoholkonsum ausgelöst. Dabei gilt bereits eine Menge von 24 bis 30 g reinem Alkohol (entspricht 300 ml Wein oder 0,75 l Bier) pro Tag bei Männern als leberschädigend. Bei Frauen kann bereits die halbe Menge schädigen.

Bei den meisten Menschen beruht eine Fettleber allerdings nicht auf einem vermehrten Alkoholkonsum. Daher spricht man in diesen Fällen auch von der nicht-alkoholinduzierten Fettlebererkrankung (NAFLD, non-alcoholic fatty liver disease). Hauptursache mit 70 bis 90 Prozent sind Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sowie der Diabetes-mellitus Typ 2. Besonders die zentrale Fettansammlung, auch bekannt unter der "Apfelform", scheint die Entwicklung einer Fettleber zu begünstigen.

Eine Folgeerkrankung kann eine Leberzirrhose sein. Die wiederum erhöht das Risiko für einen Leberkrebs.

Allgemein gilt: Wer seine Leberwerte kennt, kann Gefahren vorbeugen.

Anlässlich des 19. Deutschen Lebertages informiert Sie das UKSH in einem öffentlichen Gesundheitsforum über den gesundheitlichen Zustand Ihres Organs. Mehr zu der Veranstaltung

Mehr Informationen zu Ursachen, Prävention und Therapie von Lebererkrankungen finden Sie online bei der Deutschen Leberhilfe e.V.

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Zum Klinikschwerpunkt Hepatologie des UKSH, Campus Kiel

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