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Tinnitus

Staatskanzlei

Tinnitus

Rauschen, Klingeln, Brummen oder Piepen – Ohrgeräusche, auch Tinnitus genannt, hat fast jeder schon mal gehört. Wenn sie aber chronisch werden, verursachen sie oft eine starke psychische Belastung im Alltag.

Die Folgen von übermäßiger Lärmbelastung assoziieren die meisten Menschen mit dem Begriff Tinnitus. Dies ist aber nicht vollständig korrekt, weiß der Kieler Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. Bernhard Benz. „Tinnitus ist keine Krankheit, sondern das medizinische Fremdwort für alles, was wir akustisch aus dem Inneren unseres Körpers wahrnehmen.“ So kommt es vor, dass Menschen beispielsweise das Rauschen ihres eigenen Blutes hören und diese „innere Lärmbelästigung“ störend wahrgenommen wird. Solche Geräusche können Experten tatsächlich messen. Man spricht dann von einem objektiven Tinnitus.

Anders verhält es sich beim sogenannten subjektiven Tinnitus. Hier ist kein akustisches Geräusch messbar, trotzdem hört der Betroffene ununterbrochen ein Pfeifen, Rauschen oder Klingeln. Nach einer Studie der Deutschen Tinnitus-Liga leiden 10 Millionen Menschen in Deutschland einmal im Jahr temporär unter einem Tinnitus. Bei 250.000 von ihnen wird er chronisch. Von chronischem Tinnitus spricht man, wenn die Ohrgeräusche länger als drei Monate anhalten. Die Ursachen für einen Tinnitus sind äußerst vielfältig. Sie können durch Schädigung oder Überlastung der feinen Sinneszellen im Ohr kommen, aber auch andere Störungen innerhalb des Hörapparates können die Ursache sein. Hinzu kommt Stress – einer der häufigsten Auslöser für das Klingeln und Pfeifen im Ohr.

Die Wurzel des Klingelns finden

Tinnitus Ohr © decade3d / Fotolia.com

Deshalb gibt es auch bei der Behandlung von Tinnitus keine einheitliche Therapie. Bei einem Tinnitus gilt es Ursachenforschung zu betreiben, um die Symptome lindern zu können. Bei einem Burnout-Syndrom kann der subjektive Tinnitus ein Warnsignal des Körpers sein. Bei Lärm am Arbeitsplatz, verursacht von Maschinen oder Verkehrsgeräuschen, gibt es im Rahmen des Arbeitsschutzes klare Richtlinien, ab wann ein Gehörschutz nicht nur empfehlenswert ist, sondern getragen werden muss. Patienten, die unter einem Tinnitus leiden, kommen im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr zur Ruhe. Die fehlende Stille im Kopf kann zu Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen und psychischen Belastungen führen. Auf einen Diskotheken- oder einen Konzertbesuch muss man nicht grundsätzlich verzichten. seinen Ohren sollte man nach der lauten Beschallung aber mal eine Pause in Form von Stille gönnen. Denn genau, wie man selbst, muss auch das Gehör nach einem stressigen Tag mal zur Ruhe kommen.

Fachinformationen und ein breites Downloadangebot von Broschüren und anderen Informationsmaterialien finden Sie bei dem deutschen Verein Tinnitus-Liga.

Zur Internetseite der Tinnitus-Liga

Die Filiale der deutschen Tinnitus-Liga in Schleswig-Holstein bietet Ihnen Beratungs- und Selbsthilfeangebote. Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Internetseite der Kieler Tinnitus Gruppe.

Zur Internetseite der Kieler Tinnitus Gruppe

Dr. Benz
© Privat

Interview

"Tinnitus ist ein sehr verbreitetes Phänomen, das uns einen tiefen Einblick in unsere Wahrnehmung und unser Selbstverständnis erlaubt", weiß Dr. Bernhard Benz.

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