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Psychische Störungen

Staatskanzlei

Psychische Störungen

Ob Vincent van Gogh, Ernest Hemingway oder Robert Enke: Es gibt eine Reihe prominenter Beispiele, die unter psychischen Störungen litten. Laut einer Studie der DAK-Gesundheit, beträgt der Anteil der psychischen Erkrankungen am Gesamtkrankenstand der erwerbstätigen Versicherten in Schleswig-Holstein ganze 19,2 Prozent.

Dennoch bleibt die Krankheit oft unerkannt oder wird als kurzzeitige Verstimmung abgetan. Der gesellschaftliche Druck „zu funktionieren“ kann den Leidensdruck auf die Betroffenen zusätzlich erhöhen.

Bis zu einer endgültigen Diagnose ist der Weg oftmals lang. Die Betroffenen suchen bei einer psychischen Störung den Fehler häufig bei sich selber. Auch das Umfeld hat Schwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten wahr zu nehmen oder gar als Krankheit zu definieren.

Von psychischen Störungen überdurchschnittlich am stärksten betroffen sind Arbeitslosengeld II-Empfänger und Angehörige sozialer Berufe. Menschen mit der Diagnose einer psychischen Störung weisen dreimal so hohe Fehlzeiten im Vergleich zu den Erwerbstätigen, bei denen keine psychische Störung vorliegt, auf. Sie sind für andere Krankheiten anfälliger und fallen daher auch unter anderen Diagnosen öfter aus.

Die drei am häufigsten diagnostizierten psychischen Störungen

Somatoforme Störungen

Bei somatoformen Störungen leidet der Betroffene über einen längeren Zeitraum an heftigen körperlichen Beschwerden, die keine physischen Ursachen zur Grundlage haben. Fast jeder dritte Hausarztpatient war schon einmal kurzzeitig von somatoformen Störungen betroffen. Sie führen jedoch nur bei weniger als einem halben Prozent der Erwerbstätigen zur Arbeitsunfähigkeit.

Reaktionen auf schwere Belastungen

In Schleswig-Holstein leiden rund vier Prozent an Reaktionen auf schwere Belastungen. Dabei handelt es sich um Reaktionen auf ein seelisch oder körperlich traumatisches Erlebnis. Dazu gehört auch posttraumatischer Stress, welcher zum Beispiel bei Soldaten nach Einsatz in Kriegsgebieten auftreten kann.

Depressionen

Die WHO schätzt, dass bundesweit  rund 4,1 Millionen Menschen an Depressionen erkrankt sind, 5,2 Prozent der Bevölkerung.

Die Ursachen für Depressionen sind vielfältig. Meist haben sie ihren Ursprung schon in frühen Lebensabschnitten und werden dann verschleppt. Die Auslöser sind vielseitig: Ob es sich um Stress im Beruf, Arbeitslosigkeit, Wechsel in unbekannte Situationen oder Partnerschaftsprobleme handelt, viele Faktoren können zu Depressionen führen.

Es gibt eine Reihe typischer Symptomatiken, die Anzeichen für eine Depression sind:

  • Erhöhte Ermüdbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Interessenverlust und Freudlosigkeit an normalen Aktivitäten und Vergnügungen
  • Schlechtere Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit
  • Schuldgefühle
  • Verringertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Unentschlossenheit, auch bei einfachen Entscheidungen
  • Negative Zukunftsgedanken
  • Suizidgedanken
  • Innere Unruhe

Therapiemöglichkeiten

Das rechtzeitige Gespräch mit einem Spezialisten kann bei einer leichten psychischen Störung Wunder wirken. Doch bei fortgeschrittenen Stadien psychischer Erkrankungen, wie mittleren bis schweren oder gar chronischen Depressionen helfen mitunter nur Psychotherapien oder stationäre Aufenthalte in Verbindung mit der Zugabe von Antidepressiva aus der Krankheit heraus. Die Heilungschancen für Depressionserkrankte sind sehr gut, nur bei 15 Prozent der Erkrankten verläuft die Krankheit chronisch.

In Schleswig-Holstein gibt es vielfältige Möglichkeiten, Unterstützung bei einer psychischen Störung zu bekommen. Hier eine Auswahl:

  • Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein bietet in einer Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapieeine eine stationäre Therapie für chronisch Depressive an, die auch über aktive Alltagsgestaltung zu einer positiveren Lebenseinstellung verhelfen soll.
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  • Die Schön Klinik Bad Bramstedt ist eine der größten medizinisch-psychosomatischen Kliniken in Deutschland. Ein Schwerpunkt ist die Arbeit mit Depressionen, somatoformen Störungen und Reaktionen auf schwere Belastungen in unterschiedlichen Stadien.
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  • Gestützt von der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holsteins kann über die Internetplattform „psychinfo“ ein Psychotherapeut in der Nähe gefunden werden.
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  • Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde der Verein „Arbeit nach Maß“ gegründet, um für Menschen nach einer langwierigen psychischen Störung oder mit chronischen psychischen Beeinträchtigungen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.
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