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Mit viel Spaß und Konzentration

Staatskanzlei

Mit viel Spaß und Konzentration

Das Projekt „Schüler retten Leben“ wurde 2014 in Schleswig-Holstein eingeführt mit dem Ziel, verbindlich an allen weiterführenden Schulen angeboten zu werden. Die Jugendlichen erhalten in mehrstündigen Unterrichtseinheiten theoretische und praktische Anleitung für die Herz-Lungen-Wiederbelebung im Notfall. Dr. Jan Wnent ist stellvertretender Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN), das die Kurse für Schüler und Lehrer entwickelt hat und begleitet.

Profilbild eines Mannes Dr. Jan Wnent, Facharzt für Anästhesiologie und Notfallmedizin und stellvertretender Direktor des IRuN © Privat

Herr Dr. Wnent, gibt es „Schüler retten Leben“ auch in anderen Bundesländern?

Ja, das Projekt entspringt ja einem Beschluss der Kultusministerkonferenz. Der gilt also eigentlich bundesweit, das Projekt ist aber in den einzelnen Ländern unterschiedlich fortgeschritten. Im Moment sind außer uns in Schleswig-Holstein vor allem Mecklenburg Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg in diesem Bereich sehr aktiv. Die Kollegen im Süden beneide ich übrigens ein wenig, denn sie haben größere Mittel zur Verfügung.

Ab welchem Alter können Schüler an dem Projekt teilnehmen?

Notfallrettung steht ja leider nicht im allgemeinen Lehrplan. Deshalb konzentrieren wir uns auf die jüngeren Schülerinnen und Schüler, es gibt zwei Unterrichtseinheiten ab der siebten Klasse. Wir haben dafür altersgerechtes Lehrmaterial zusammengestellt und das Konzept der Kursausbildung auf sie und die Lehrkräfte abgestimmt.

Inwiefern sind die Lehrkräfte an dem Projekt beteiligt?

Sie sind unsere Reanimationsmultiplikatoren und geben auch die Kurse in den Schulen. Gleich zu Beginn des Projekts hatten wir Lehrerinnen und Lehrer von drei Schulen aus Kiel, Neumünster und Lübeck zu Gast im IRuN, die Schulungen erhielten, um wiederum selbst Kurse abhalten zu können.

Schüler retten Leben © Schüler retten Leben

Wie reagieren die Schüler im Allgemeinen auf die Kurse?

Rund 500 Schüler aus ganz Schleswig-Holstein haben bisher teilgenommen. Die meisten Schülerinnen und Schüler finden die Reanimationskurse einfach spannend. Eine Grundvorstellung des Herz-Kreislaufsystems haben sie ja bereits aus dem Biologie-Unterricht. Und an den praktischen Kursen nehmen sie mit viel Spaß teil, die Reanimationsübungen mit den Übungspuppen sind aber immer sehr konzentriert. Zudem erhalten wir tolle Rückmeldungen von den Lehrkräften. Bei manchen Kursen sind wir auch mit unserem Team vor Ort und können das selbst erleben. Dadurch, dass das Reanimationstraining jährlich wiederholt werden soll, bleiben die Jugendlichen in Übung und sind zugleich ein Vorbild für die nächsten Jahrgangstufen. Die Übungspuppen dürfen die Schülerinnen und Schüler übrigens am Schluss mit nach Hause nehmen.

Damit die Familie auch in das Thema einsteigt?

Wenn die Jugendlichen stolz in der Familie zeigen können, was sie gelernt haben, ist das sicher ein weiterer Multiplikationsfaktor für unsere Idee. Uns geht es ja auch um bürgerliches Engagement, das die Jugendlichen hier an einem konkreten Thema kennenlernen. Viele sind dann vielleicht auch später gerne bereit, im Schulsanitätsdienst oder bei anderen Ehrenämtern mitzumachen.