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Kurzsichtigkeit

Staatskanzlei

Kurzsichtigkeit

Arbeiten, mit Freunden sprechen, spielen und sogar kochen nach Rezept - der Blick auf den Bildschirm gehört zu unserem Alltag. Eine mögliche Folge der vielen Zeit im Nahsichtmodus: Kurzsichtigkeit. Das scharfe Sehen in die Ferne ohne Brille fällt daher immer mehr Menschen schwer.

Bei Kurzsichtigkeit – medizinisch Myopie genannt – haben Betroffene Schwierigkeiten, weit entfernte Dinge scharf zu erkennen. Die Detailtiefe des Gesehenen in der Ferne nimmt deutlich ab. Heute gibt es weltweit etwa 1,6 Milliarden Menschen, die an einer Myopie leiden. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte bis zum Jahr 2050 jeder Zweite betroffen sein. Brillen und Kontaktlinsen helfen dabei, auch Dinge in der Ferne wieder klar erkennen zu können. Studien belegen, dass immer mehr Menschen in Deutschland auf solche Sehhilfen angewiesen sind. 2015 trugen etwa 40 Millionen Menschen ab 16 Jahren eine Brille. Knapp zwei Drittel der erwachsenen Bundesbürger sind demnach Brillenträger, so das Ergebnis der Allensbach-Brillenstudie.

Den Blick mal schweifen lassen

Kurzsichtigkeit hat grundsätzlich mit genetischer Veranlagung zu tun. Sind beide Elternteile kurzsichtig, liegt das Myopie-Risiko für das Kind bei 30 bis 40 Prozent. Es sinkt auf 20 bis 25 Prozent wenn nur ein Elternteil kurzsichtig ist. Kinder von nicht kurzsichtigen Eltern haben ein Myopie-Risiko von 10 bis 15 Prozent. Bei der häufigeren Form der Kurzsichtigkeit – der Achsenmyopie – kommt es zu einem stärkeren Längenwachstum des Augapfels.

Experte Dr. Jon-Marten Heisler, Augenarzt aus Rendsburg
© GIO

Interview

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Liegt keine Kurzsichtigkeit vor, trifft das reflektierte Licht der Umwelt gebündelt direkt auf die Netzhaut. Bei Kurzsichtigkeit liegt dieser Brennpunkt aber nicht auf der Netzhaut, sondern leicht davor. Dadurch entsteht ein unscharfes Bild.Eine Studie der Universität Mainz legt einen Wirkungszusammenhang von Sehverhalten und Kurzsichtigkeit nahe. „Das Auge passt sich seiner Benutzung an. Wer also überwiegend in die Nähe schaut, wird eher kurzsichtig“, bestätigt auch Augenarzt Dr. Jon-Marten Heisler aus Rendsburg.

Und so „trainieren“ Menschen regelrecht ihre Augen durch ihr Verhalten zur Kurzsichtigkeit, besonders in jungen Jahren, in der Lebensphase in der sich das Auge entwickelt. Alleine auf das Handydisplay schauen Jugendliche im Alter zwischen 17 und 25 mehr als drei Stunden am Tag. Zu diesen Stunden im Nahsichtmodus kommen über den Tag noch einige hinzu. Etwa beim Spielen am PC, Tablet oder der Konsole. Auch der Fernseher steht in den meisten Haushalten im Nahbereich, also weniger als fünf Meter entfernt. Vor ihm verbringen Kinder und Jugendliche im Schnitt pro Tag mehr als 3,5 Stunden. Dadurch kommen bereits schon Jugendliche statistisch gesehen mindestens auf eine vergleichbare tägliche Bildschirmzeit wie Büroangestellte.

Mehr Tageslicht, weniger Bildschirm

Ein kleines Mädchen mit zwei Zöpfen sitzt etwas unmotiviert an einem weißen Tisch, auf dem eine schwarze Hornbrille liegt. Im Hintergrund hängt eine Tafel mit einem Sehtest. Das Auge passt sich seiner Benutzung an. © JenkoAtaman / Fotolia.com

Um das Auge ausgewogen zu trainieren, ist der regelmäßige Blick in die Ferne wichtig. Dadurch kann sich das Auge erholen. Deshalb wird laut Bildschirmarbeitsverordnung geraten, bei reiner Bildschirmarbeit regelmäßig Pausen einzulegen. Damit ist aber nicht gemeint, dass man in dieser Pause dann sein Handy auf die neuesten Nachrichten checkt, denn auch dann verbleiben die Augen im Nahsichtmodus.

Zudem ist natürliches Licht besser für die Augen als Kunstlicht. Besonders die Kleinsten sollten sich lieber draußen auf dem Bolzplatz austoben, als zu Hause auf der Spielkonsole die Fußballweltmeisterschaft nachzuspielen. Aktivitäten an der frischen Luft sind nicht nur für die Augen gut. Wer denn noch auf die „Hipster-Brille“ als modisches Accessoire nicht verzichten möchte, der sei beruhigt: Brillen gibt es auch mit Fensterglas.

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