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Hypertonie

Staatskanzlei

Hypertonie

120/80; 130/85; 140/90. Diese Zahlen sind keine Übungsaufgaben zum Kürzen von Brüchen oder Sportergebnisse. Es handelt sich hierbei um Blutdruckwerte und auf diese sollte man achten.

Fast 45 Prozent der Menschen in Deutschland haben einen chronisch erhöhten Blutdruck (Hypertonie). Auch weltweit ist Hypertonie verbreitet, so dass die Weltgesundheitsorganisation für 2013 das „Jahr der Hypertonie“ ausgerufen hat, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Das heimtückische für an Hypertonie leidende Patienten ist, dass die Beschwerden eher unauffällig sind, denn es handelt sich um sogenannte Allgemeinbeschwerden. Symptome und Leiden, die häufig bei jedem auftreten und nicht zwangsläufig bedeuten, dass man unter einem chronisch erhöhten Blutdruck leidet. Solche Allgemeinbeschwerden sind etwa: Herzklopfen, Schwindel, Kurzatmigkeit bei Belastung, Nervosität, Schlafstörungen oder auch Kopfschmerzen.

Warum ist Bluthochdruck eine Gefahr?

Bluthochdruck stellt für das Herz-Kreislaufsystem (HKS) des Menschen eine Dauerbelastung dar, für die das HKS in der Form nicht vorgesehen ist. Für normal passt sich der Blutdruck je nach Alltagsbelastung bei einem Menschen an. Bei Patienten mit Hypertonie geschieht das nicht. Vergleichbar mit einem 100-Meter-Sprinter, der nun ohne Pause einen Marathon in gleicher Geschwindigkeit laufen muss. Die Folge für das HKS: ein erhöhter Verschleiß und eine zunehmende Verengung der Gefäße. Dadurch steigt beispielsweise das Risiko für einen Schlaganfall oder für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich an. Auch andere Organe können durch die konstante Überbelastung geschädigt werden.

Auslöser, Risikovermeidung und Blutdruckwerte

Faktoren die Bluthochdruck begünstigen sind: Bewegungsarmut, Stress, Rauchen, viel Alkohol, Übergewicht und eine falsche Ernährung. Auch das Alter spielt eine Rolle. Der normale Blutdruck eines Erwachsenen liegt bei etwa 120/80 mmHg, von Bluthochdruck spricht man bei einem Wert von über 140/90 mmHg. Eine gesunde Ernährung, eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten, Sport und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können zur Senkung des Blutdruckes beitragen. Weitere Informationen zum Thema Hypertonie finden Sie auf der Serviceseite oder im Experteninterview.

Zur Serviceseite

Experteninterview: Professor Doktor Andreas Schuchert, Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster

Allgemein wird Bluthochdruck medikamentös behandelt. Einen für Norddeutschland bisher einmaligen Weg gingen die Ärzte am Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster. Sie setzten auf Barorezeptoraktivierung. Dabei wird dem Patienten eine Sonde und ein modifizierter Herzschrittmacher implantiert. So kann der Blutdruck langfristig um etwa 20 bis 30 mmHg verringert werden. Weltweit wurde eine solche Operation erst 600 Mal vorgenommen. Über den Erfolg des Verfahrens und zu wichtigen Fragen über Hypertonie spricht im Experteninterview der Kardiologe und Hypertensiologe Prof. Dr. Andreas Schuchert, Chefarzt des Friedrich-Ebert-Krankenhauses Neumünster.

Zum Experteninterview mit Professor Doktor Andreas Schuchert