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Drogenprävention

Staatskanzlei

Drogenprävention

Crystal und das Partyprojekt

Die billige und hochgradig süchtig machende Partydroge Crystal verbreitet sich weiter. Ein in Norddeutschland einmaliges Projekt leistet Basisarbeit zur Prävention, nicht nur gegen Crystal.

Stellt man heute in einer 10. Klasse die Frage, was den Schülerinnen und Schülern zum Namen Heisenberg einfällt, so wird aller Wahrscheinlichkeit nach die erste Antwort nicht lauten: „Deutscher Nobelpreisträger, der seine Ferien wegen starken Heuschnupfens auf Helgoland verbrachte.“ Eher wahrscheinlich ist die Antwort: „Krebskranker Chemielehrer, der so blaues Zeug macht.“

Der Chemielehrer ist die Hauptfigur der amerikanischen Erfolgsserie „Breaking Bad“. In der Dramaserie erkrankt Walter White, der spießige Lehrer aus der Vorstadt, an Lungenkrebs und steigt zunächst aus Verzweiflung ins Drogengeschäft ein. Über sieben Staffeln verfolgte ein Millionenpublikum die preisgekrönte Metamorphose des Familienvaters hin zum skrupellosen und brutalen Drogenkönig mit dem Pseudonym Heisenberg, der die Droge zwar nicht selbst nahm, die aber auch ihn nachhaltig veränderte.

Das „blaue Zeug“, dessen besondere Reinheit in der Serie Heisenbergs Berühmtheit begründet, ist Crystal Meth. Die synthetische Droge hat eine aufputschende Wirkung, ist mindestens fünfmal stärker als die Droge Speed, macht extrem abhängig und wird meistens in Pulverform geschnupft. Crystal ist auch in Deutschland ein Problem. Die Droge wird größtenteils über Tschechien ins Land geschmuggelt. Zunächst verbreitete sie sich nur in die angrenzenden Bundesländer. Mittlerweile ist der Konsum aber bundesweit nachgewiesen – mit steigender Tendenz.

Innovative Prävention aus dem echten Norden

Ähnlich wie LSD, Speed und Ecstasy hat Crystal Meth eine stark aufputschende Wirkung. Gerade das macht sie vor allem für die elektronische Musikszene interessant. Hier werden die „Partydrogen“ konsumiert, um die Nacht durchzutanzen und sich gut zu fühlen.

Der Kieler Verein ODYSSEE betreibt seit über 25 Jahren Sozialarbeit mit Drogenabhängigen und -gefährdeten. Speziell für diese Zielgruppe hat ODYSSEE ein in Norddeutschland einmaliges Projekt entwickelt, dass vom Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein gefördert wird. Das Partyprojekt betreibt Prävention und Aufklärung am Brandherd: direkt auf den Musikfestivals.

Zur Internetseite von ODYSSEE

Ein Mann steht vor einem Schilld, wo ODYSEE drauf steht.
© Partyprojekt ODYSEE e.V.

Interview

Tim Bennewitz ist Leiter des Partyprojektes. Im Interview erzählt er, wie genau die Präventionsarbeit von ODYSEE auf Musikfestivals funktioniert.

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Crystal Meth - Eine Droge im Portrait

Crystal ist keine neue Droge. Experimente mit Methamphetaminen sind schon seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. In Deutschland kam die Droge 1938 in Tablettenform unter dem Namen “Pervitin” auf den Markt. Im Zweiten Weltkrieg verlängerte die Droge die Wachzeit der Soldaten. Sportler nutzen es als Dopingmittel und Studierende, um “durchlernen” zu können. 1988 wurde das Mittel in Deutschland verboten. Die illegale Variante verbreitet sich seit den späten 70er Jahren von der Westküste der USA auf die ganze Welt. Jetzt allerdings nicht mehr in Tablettenform, sondern als Kristall.

Stark vereinfacht ausgedrückt, wird die Droge Abflussreiniger, Batteriesäure, Rattengift und ein Grippemittel zusammengemischt und durch einen chemischen Prozess kristallisiert (daher der Name).

Crystal unterdrückt Müdigkeit; Hunger und Durst sind kein Thema mehr, dafür wächst das Selbstvertrauen. Die negativen Auswirkungen sind zahlreich: Der Körper verfällt massiv, denn durch den Drogenkonsum altert er schneller als normal. Gewichtsverlust, Hautgeschwüre und Ausfall der Zähne sowie Schädigungen der inneren Organe sind die schwerwiegendsten Folgen. Hinzu kommen psychische Symptome wie Depressionen oder paranoide Wahnvorstellungen. Besonders gefährlich: Crystal hat eine große Suchtgefahr und macht schnell abhängig. Bei häufigem Konsum kommt es zur Toleranzbildung. Das heißt, die oder der Drogenabhängige muss die Dosis stetig erhöhen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Am Ende ist es wie in der amerikanischen Fernsehserie: Man lebt nicht mehr sein Leben, sondern man lebt für die Droge.

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