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Digitalisierung in der Medizin

Staatskanzlei

Digitalisierung in der Medizin

Die Gesundheitsversorgung im Flächenland Schleswig-Holstein mit neuen Technologien verbessern.

Ein Handy liegt auf einer flachen Hand und Blubberblasen sind drum herum. © sdecoret / Fotolia.com

Digitalisierung in der Medizin: Die Gesundheitsversorgung der Zukunft

Smartphones, Tablets, Drohnen oder Roboter: Unter dem weiten Begriff „Digitalisierung“ verbergen sich Veränderungsprozesse, die alle Lebensbereiche der Gesellschaft betreffen. Treiber der Digitalisierung sind Technologien, die es ermöglichen, große Mengen an Informationen zu verarbeiten und digital darzustellen.

Schleswig-Holsteins Medizinerinnen und Mediziner arbeiten bereits mit modernster Telemedizin, Robotern und mobilen Arztpraxen, damit die Patientinnen und Patienten des Landes flächendeckend bestmöglich versorgt sind. Welche weiteren innovativen Projekte für die nahe Zukunft denkbar sind, hat die erste Digitale Woche Kiel gezeigt.

Die Digitale Woche Kiel 2017

Die Digitale Woche Kiel (DiWoKi) zeigte die digitale Zukunft Schleswig-Holsteins. Mehr als 2.000 Menschen besuchten das Programm-Highlight: die Gesundheitsmesse „Gesundheit morgen“. Neben Podiumsdiskussionen zu modernster Gesundheitsforschung und Medizintechnik standen aktuelle Projekte wie der Medi-Bus, der digitale Seziertisch oder Pflegeroboter für die Besucherinnen und Besucher zum Anfassen bereit. Parallel dazu lief der bislang größte Healthcare Hackathon Deutschlands. Bei dem Programmier-Wettbewerb auf Zeit traten 18 Teams aus Computerspezialisten, Designern und Medizinern gegeneinander an. Das Ziel: In weniger als 30 Stunden ein neues Projekt für die Gesundheitsversorgung der Zukunft entwickeln. Den Hauptpreis von 15.000 Euro gewannen die jüngsten Teilnehmer mit ihrer „Drotain-Notfalldrohne“. Die Notfalldrohne soll bei Bedarf Hilfsinstrumente abwerfen und den Rettern die genauen GPS-Daten des Verunglückten übermitteln.

Zum Internetauftritt der Digitalen Woche Kiel 2017

Roboter am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Was zunächst nach einem Science-Fiction-Roman klingt, ist am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Realität geworden. Am Kieler Campus werden modernste Roboter eingesetzt, um das Klinikpersonal in seiner Arbeit zu unterstützen und den Patientinnen und Patienten zu helfen – je nach Roboter auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

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Humanoider Roboter „Zora“ in der Kinderklinik

59 Zentimeter groß und 4,5 Kilogramm schwer sind die zwei kleinen Roboter mit dem Namen „Zora“, die in der Kieler Kinderklinik des UKSH zum Einsatz kommen. „Zora“ ist eine Abkürzung für den niederländischen Namen und bedeutet auf Deutsch „Altenpflege, Rehabilitation und Animation“. Die humanoiden, also menschenähnlichen Roboter wurden gebaut, um da in der Pflege zu helfen, wo den Fachkräften manchmal die Zeit fehlt. „Zora“ kann tanzen, singen und Geschichten erzählen. Der kleine Roboter turnt auch Fitnessübungen vor, erinnert an die Einnahme von Medikamenten und dient mit seinen 20 Sprachmodulen als Übersetzer. Hauptaufgabe von „Zora“ in Kiel ist es, den Kindern Abwechslung im Klinikalltag zu verschaffen. Außerdem soll er Berührungsängste abbauen und zu therapeutischen Übungen motivieren.

Roboterassistiertes Operieren mit „da Vinci“

Da Vinci heißt der Operationsroboter, der in dreifacher Ausführung in Kiel im Einsatz ist. Da Vinci ist ein System, das eine Weiterentwicklung der Schlüsselloch-Chirurgie, der sogenannten Laparoskopie, darstellt. Mit da Vinci steuert die Chirurgin oder der Chirurg über eine Konsole die OP-Instrumente, die an Roboterarmen befestigt sind. So werden Handbewegungen und Schnitte präzise ohne jegliches Zittern ausgeführt. Das Operationsgebiet wird zehnfach vergrößert über ein dreidimensionales Videobild angezeigt. Zusätzlich gibt es einen zwei- und vierfachen digitalen Zoom. Im Jahr 2013 wurde da Vinci zum ersten Mal am UKSH bei Operationen eingesetzt. Seitdem wurden mehr als 1.000 Eingriffe erfolgreich roboterassistiert durchgeführt.

Am Kurt-Semm-Zentrum für laparoskopische und roboterassistierte Chirurgie werden in Zusammenarbeit mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Chirurginnen und Chirurgen für Operationen mit da Vinci ausgebildet. Gleichzeitig forscht das Zentrum kontinuierlich an neuen schonenden Operationstechniken. Deutschlandweit zählt es damit zu den führenden Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen für roboterassistierte Chirurgie.

Zur Internetseite des Kurt-Semm-Zentrums

Ein Video des UKSH zeigt den Einsatz von da Vinci in der Urologie.

Telemedizin in Schleswig-Holstein

Digitalisierung kann auch helfen, die räumliche Distanz bei Diagnose, Behandlung und Kontrolle zu überbrücken. Telemedizinische Anwendungen gibt es in verschiedenen Formen:
Beispielsweise in der virtuellen Diabetesambulanz für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1, kurz ViDiKi genannt. Die digitale Sprechstunde soll die medizinische Versorgung der Betroffenen und ihrer Angehörigen in Schleswig-Holstein verbessern. Dazu muss lediglich ein Computer oder Laptop mit Webkamera sowie ein Telefon vorhanden sein. Die digitale Sprechstunde ist als zusätzliches Angebot gedacht, um Familien lange Wege zu ersparen.

Weitere Informationen zum Projekt ViDiKi

Auch „Mein Herz“ erspart Patientinnen und Patienten weite Wege und lange Wartezeiten. Das Angebot der Segeberger Kliniken in Kooperation mit der DAK ist eine Art Frühwarnsystem für Zuhause und richtet sich an Menschen mit Herzschwäche. Kernstück des Angebotes ist der tägliche Gesundheits-Check in den eigenen vier Wänden. Patienten, denen bereits ein Herzschrittmacher oder Defibrillator implantiert wurde, werden über ein Zusatzgerät rund um die Uhr überwacht.

Mehr Informationen zu „Mein Herz“

Gesundheits-Apps

Unter den vielen Gesundheits-Apps, die derzeit den Markt überschwemmen, sind viele dabei, die eher schaden als nutzen. Und zwar dann, wenn die Anwender sich bei Beschwerden ausschließlich auf ihr Smartphone verlassen, statt die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen. Grundsätzlich jedoch haben Apps enormes Potenzial für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Hier Beispiele aus Schleswig-Holstein:

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MOMMY-App

Die MOMMY-App begleitet werdende Mütter mit Terminkalender, Checklisten und Tipps zu optimaler Ernährung, Bewegung und Entspannung durch die jeweiligen Schwangerschaftswochen. Die Anwenderinnen können wichtige Arzttermine vermerken und Fachbegriffe nachschlagen. Die App bietet ihnen auch die Möglichkeit, Fragen, Notizen sowie medizinische Daten zu speichern.

Die App ersetzt in keinem Fall eine ärztliche Behandlung. Sie kostet 4,49 Euro im Download. Für Versicherte der Techniker Krankenkasse steht die MOMMY-App schwangeren Frauen in Schleswig-Holstein kostenfrei zur Verfügung.

Zur Internetseite der MOMMY-App

Zum Angebot „Babyfocus“ der Techniker Krankenkasse

Migräne-App

Die Schmerzklinik Kiel hat eine App entwickelt, mit der Migräne-Patientinnen und -Patienten den Verlauf ihrer Kopfschmerzerkrankung online dokumentieren können. Die App analysiert die eingegebenen Daten und macht Vorschläge für Verhaltensmaßnahmen. Außerdem erhält der User Wetterdaten und kann sich mit anderen Betroffenen austauschen. Eingebettet in ein medizinisches Versorgungskonzept kann das digitale Angebot die ärztliche Therapie bei Schmerzpatienten wirksam unterstützen.

Die Migräne-App steht sowohl für Android als auch für iOS kostenlos zum Download zur Verfügung.

Zur Internetseite der Migräne-App der Schmerzklinik Kiel

„Meine Stadt rettet“-App

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Über die „Meine Stadt rettet“-App werden bei einem Notfall freiwillige professionelle Ersthelferinnen und Ersthelfer, die sich in der Nähe befinden, per GPS geortet und zum Verletzten gerufen. So können sie noch vor Eintreffen des Rettungswagens Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.

Als Ersthelferin oder Ersthelfer zugelassen werden kann nur, wer über die notwendige medizinische Grund-Qualifikation verfügt, an einer „Unterweisung für App-Retter“ oder ähnlichen Schulungen teilgenommen hat. Den 112-Ruf ersetzt die „Meine Stadt rettet“-App nicht. Sie soll den öffentlichen Rettungsdienst Schleswig-Holsteins nur ergänzen. Das Projekt wurde vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gemeinsam mit den Leitstellen des Landes sowie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie und der Universität Lübeck ins Leben gerufen.

Zur Internetseite der „Meine Stadt rettet“-App

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