Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Pressemitteilung: Fachkräftezuwanderungsgesetz

Staatskanzlei

Pressemitteilung: Fachkräftezuwanderungsgesetz

Neue Möglichkeiten für Unternehmen durch das Fachkräftezuwanderungsgesetz

KIEL. Am 1. März 2020 tritt das Fachkräftezuwanderungsgesetz in Kraft. Unternehmen und Fachleute erhoffen sich neue Chancen für die Fachkräftegewinnung. Denn egal ob Industriebetriebe, Dienstleistungsbranche oder Pflegeberufe: Die Unternehmen in Deutschland und Schleswig-Holstein brauchen dringend weitere Fachkräfte – auch aus dem Ausland.

Das schleswig-holsteinische Wirtschafts- und Arbeitsministerium, die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit (BA) und die IHK Schleswig-Holstein (IHK SH) klären interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer in einer gemeinsamen Veranstaltung über den gesetzlichen Rahmen und Möglichkeiten der Anwerbung von Fachkräften aus Drittstaaten auf.

"Momentan ist die Verunsicherung in der Wirtschaft noch groß, was mit den neuen gesetzlichen Regelungen konkret möglich sein wird", erläutert Klaus-Hinrich Vater, Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, den rund 120 Gästen im Haus der Wirtschaft in Kiel. "Wir begrüßen trotzdem das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, denn bei einer prognostizierten Fachkräftelücke von 180.000 Menschen in Schleswig-Holstein im Jahr 2035 benötigen die Unternehmerinnen und Unternehmer jede mögliche Unterstützung von Seiten der Politik".

"Die Fachkräftegewinnung aus dem Nicht-EU-Ausland bleibt auch mit dem neuen Gesetz ein Kraftakt für alle Beteiligten, Behörden wie Unternehmen", sagt Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz, aber es sei ein richtiger Schritt, sich in Deutschland für ausländische Fachkräfte zu öffnen. "Dabei sollten wir jedoch inländische Erwerbspotenziale nicht aus dem Blick verlieren. Nicht für jedes Unternehmen ist der gleiche Baustein zur Fachkräftegewinnung der richtige Weg", so der Minister. Deshalb sei es wichtig, diese Themen mit der Bundesagentur, der IHK und der Handwerkskammer, dem UV Nord und dem DGB Nord unter dem Dach der Fachkräfteinitiative zu bündeln.

Thomas Letixerant, stellvertretender Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, sagt: "Wir, die Arbeitsagenturen und Jobcenter, sehen im Fachkräfteeinwanderungsgesetz nur einen, allerdings wichtigen Baustein, um Fachkräfteengpässen zu begegnen. Ich möchte nur das Beispiel Altenpflege anführen. In Schleswig-Holstein hat sich die Vakanzzeit in der Altenpflege – also die Zeit, die benötigt wird, um eine Fachkraftstelle abschließend zu besetzen - von 66 Tagen im Jahr 2014 auf 114 Tage im Jahr 2019 fast verdoppelt. Rechnerisch kommen aktuell auf jede arbeitslose Altenpflegefachkraft fünf freie Stellen." Angesichts der demografischen Entwicklung und des steigenden Fachkräftebedarfs in vielen Berufsgruppen sei es daher sinnvoll, die weitere Zuwanderung von Fachkräften zu erleichtern. "Denn" – so Letixerant – "sie werden benötigt. Schon heute arbeiten in Schleswig-Holstein 33.200 ausländische Fachkräfte, davon 48,4 Prozent aus dem EU-Ausland und 51,6 Prozent aus sogenannten Drittstaaten: ein Plus von 12.600 Menschen oder 60,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2015."

Im Laufe der Veranstaltung informieren Expertinnen und Experten der Bundesagentur für Arbeit, des Portals zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte "Make it in Germany" und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales A über Wege zur Fachkräftegewinnung aus dem Ausland, Ansprechpartner sowie Unterstützungsmöglichkeiten und bringen Praxisbeispiele aus Unternehmen mit.

Begleitend dazu informiert die DIHK-Ausstellung "Unternehmen Berufsanerkennung" im Haus der Wirtschaft vom 2. bis zum 5. Dezember über die Möglichkeiten und Chancen der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.

2.12.2019 – Verantwortlich für diesen Pressetext: IHK schleswig-Holstein, Peter Weltersbach, Telefon: 0431 5194-221, E-Mail: presse-ihk@kiel.ihk.de