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Geologisches Landesarchiv Schleswig-Holstein

Staatskanzlei

Geologisches Landesarchiv Schleswig-Holstein

Das Geologische Landesarchiv hat den Auftrag, landesweit geowissenschaftliche Unterlagen zu sammeln, aufzubereiten und zu archivieren.

Das Geologische Landesarchiv im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR SH) hat nach dem Lagerstättengesetz (Gesetz über die Durchforschung des Reichsgebietes nach nutzbaren Lagerstätten, zuletzt geändert durch Neuntes Euro-Einführungsgesetz vom 10. November 2001, BGBI. I S. 2992, 2999) den Auftrag, landesweit geowissenschaftliche Unterlagen zu sammeln, aufzubereiten und zu archivieren.

Die archivierten Unterlagen werden NutzerInnen aus dem LLUR selbst, aus anderen Behörden, aus Wirtschaft und Wissenschaft für unterschiedlichste Verwendungszwecke unter Beachtung des Datenschutzes zur Verfügung gestellt.

Nutzen

Der hoheitliche Charakter dieser Aufgabe zur Vorhaltung eines zentralen behördlichen Archivs für geowissenschaftliche Informationen liegt darin begründet, dass

  • ursprünglich strategische Überlegungen, d.h. Bündelung allen Wissens über den geologischen Aufbau und die unter der Erdoberfläche vorhandenen, natürlichen Ressourcen Wasser und Rohstoffe im Vordergrund standen,
  • nach wie vor Behörden, insbesondere der Staatliche Geologische Dienst selbst, im Rahmen ihrer Aufgabenstellungen auf die dort vorhandenen Informationen angewiesen sind,
  • ein nicht unerheblicher Anteil an archivierten Informationen von privater Seite zur behördeninternen Nutzung zur Verfügung gestellt worden ist und somit dem Datenschutz unterliegt,
  • die vorhandenen Informationen unter Wahrung des Datenschutzes objektiv, neutral und in fachlich aufbereiteter Form allen Nutzern zur Verfügung zu stellen sind.

Die heutige Bedeutung des Gesetzes liegt im volkswirtschaftlichen Nutzen einer zentralen Sammelstelle und Archivierung von Geofachdaten über den geologischen Aufbau des Untergrundes:

Die Erkundung des Untergrundes mit Hilfe von hierfür durchgeführten Bohrungen und/oder geophysikalischen Messverfahren war, ist und wird stets sehr kostenaufwändig sein. Untersuchungen des Untergrunds werden von öffentlichen und privaten Auftraggebern in der Regel nur unter einer speziellen Fragestellung durchgeführt - z.B. Erkundung der Grundwasserverhältnisse (Hydrogeologie).

Sie werden nach Beendigung des jeweiligen Vorhabens von den Auftraggebern nicht mehr benötigt. Die zentrale Archivierung dieser Informationen zwecks späterer Folgenutzung ist, volkswirtschaftlich betrachtet, zwingend erforderlich, da ansonsten die gesamten Bohrkosten (unnötigerweise) nochmals aufzubringen wären. Die vorhandenen Archivinformationen dienen bei neuen Projekten / Fragestellungen somit dazu,

  • Vorinformationen zu recherchieren und somit
  • weitere Bohrkosten zu vermeiden, falls ausreichend Informationen im Archiv vorhanden sind, oder
  • neue Bohrpunkte zwecks Verdichtung der Informationen festsetzen zu können, oder
  • den Bohraufwand für Neubohrungen zur Informationsverdichtung zu minimieren.

Die Durchführung zahlreicher Vorhaben, die die Kenntnis des Aufbaus des geologischen Untergrundes voraussetzen, wird dadurch sehr erleichtert. Zum Beispiel konnte bei Arbeiten im Zusammenhang mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie auf mehrere 10.000 Bohrungen zurückgegriffen werden.

Nachfolgend sind einige Anwendungsbereiche genannt:

  • Bodenschutz,
  • Grundwasserschutz,
  • Küstenschutz,
  • bodenkundliche und geologische Kartierung
  • Baugrundsicherheit,
  • Altlastenbereich,
  • Verkehrswegebau,
  • Rohstofferkundung,
  • Deponieplanungen.

Datenbestand

Der analoge Archivdatenbestand - Schichtenverzeichnisse von Bohrungen, geophysikalische Messprotokolle, Gutachten, Manuskriptkarten, Berichte - ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen.

Der Bestand an insgesamt vorhandenen Schichtenverzeichnissen von Bohrungen beläuft sich auf ca. 700.000, davon gut 50.000 tiefere Bohrungen aus den Bereichen Hydrogeologie und Rohstofferkundung und ca. 350.000 Baugrundbohrungen, die dem Geologischen Landesarchiv größtenteils von dritter Seite zur Verfügung gestellt worden sind.

Die rund 300.000 Flachbohrungen, die auf die Erkundung des oberflächennahen Bereichs ausgerichtet sind, stammen vor allem aus der bodenkundlichen und geologischen Landesaufnahme.

Aufbau von Bohrdatenbanken

Im Rahmen eines Bodeninformationssytems (BODIS) als Teil eines Natur- und Umweltinformationssystems (NUIS) werden geowissenschaftliche Sach- und Raumbezugsdaten in ein datenbankgestütztes Informationssystem überführt. Für das Geologische Landesarchiv ist hier insbesondere der Ausbau einer Bohrdatenbank zu nennen.

Zur Erfassung der Bohrinformationen wird das Programm GeODin verwendet, welches den Anforderungen des Geologischen Dienstes angepasst worden ist (GeODin in der SH-Version) und den NutzerInnen diverse Auswertungsmethoden anbietet.

Anzeigepflicht für geplante Bohrungen

Gemäß Lagerstättengesetz (siehe oben) muss jede geplante Bohrung 14 Tage vor Bohrbeginn beim zuständigen Staatlichen Geologischen Dienst angezeigt werden. Für Schleswig-Holstein ist das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) der Staatliche Geologische Dienst. Anlass für eine solche Bohranzeige ist es, dem Staatlichen Geologischen Dienst die Möglichkeit der eigenen Profilaufnahme und Beprobung zu eröffnen. Um die Anzeige der Bohrungen zu erleichtern, kann das entsprechende Bohranzeige-Formular herunter geladen und auf dem Postwege bzw. per Fax an die unten angegebene Adresse geschickt werden.

Abgabeverpflichtung von Bohrinformationen an das Geologische Landesarchiv

Das Lagerstättengesetz verpflichtet alle Berufsgruppen, die mit der Erkundung und Untersuchung des Untergrundes beschäftigt sind (z. B. Bohrfirmen, Ingenieurbüros oder Tiefbaufirmen) die Ergebnisse (Schichtenverzeichnisse incl. Lagepläne, Mess- und Untersuchungsergebnisse usw.) von mit mechanischer Kraft angetriebenen Bohrungen, die den Untergrund betreffen, dem Staatlichen Geologischen Dienst zu melden.

Das LLUR verwaltet alle diesbezüglichen Daten im Geologischen Landesarchiv. Der Datenschutz ist gewährleistet.

Service

Die Informationen des Geologischen Landesarchivs stehen aufgrund ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung auch externen NutzerInnen zur Verfügung.

Diese NutzerInnen werden gebeten, eine Verpflichtungserklärung ausfüllen, welche die Verwendung der Archivinformationen nur für den dort genannten Zweck erlaubt. Diese Erklärung ist zum vereinbarten Vorort-Termin im Geologischen Landesarchiv SH ausgefüllt und unterschrieben mitzubringen.

Weiter sind viele Unterlagen dem Geologischen Landesarchiv SH mit der Auflage anvertraut worden, sie nicht an Dritte weiterzugeben.

Wenn Privatnutzer diese Unterlagen einsehen möchten, ist eine schriftliche Einverständniserklärung des Eigentümers einzuholen. Alles weitere regelt die Benutzungsordnung des Geologischen Landesarchivs.

Kontakt

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein - Geologisches Landesarchiv
Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek
Herr Dr. Huckfeldt, Telefon: 04347-704-584
E-Mail: archiv@llur.landsh.de

Termine nach schriftlicher bzw. telefonischer Vereinbarung